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Entspannter als Calgary

Was Touristen über Tübingen denken

Altstadt, Schloss, Neckar. Wer Tübingen kennen lernen möchte, kommt an diesen Sehenswürdigkeiten nicht vorbei. Besonders auf dem Schloss trifft man in der Feriensaison viele Touristen.

06.09.2010
  • Annemarie Drüing

Tübingen. Maki Pulido läuft gerade mit ihrer Familie die schmale Gasse vom Schloss zum Marktplatz herunter. Die Japanerin hat mit ihrer kleinen Tochter die weite Reise von Tsukuba nach Tübingen angetreten, um ihre Schwester zu besuchen, die hier lebt. Zwei Wochen ist sie schon hier.

Pulido schwärmt von der Studenten-Stadt, die sie nicht nur wegen ihrer historischen Bauten schätzt. Besonders gefällt der Touristin, dass Tübingen nicht so überlaufen ist: „Als ich mir Schloss Neuschwanstein angeschaut habe, waren so viele Menschen da. Hier ist es sehr viel ruhiger“, sagt die 38-Jährige.

Was Touristen über Tübingen denken
Maki Pulido aus Japan steht mit ihrer kleinen Tochter vor dem Tübinger Schloss (rechts). Ihre Schwester und deren Ehemann (vorne) machen Photos.Bild: Sommer

In Tübingen hat Pulido ihre Vorliebe für schwäbisches Essen entdeckt. In einem Restaurant hat sie Spätzle und Braten verzehrt und war begeistert. Sie würde Tübingen gerne noch einmal besuchen, sagt sie mit einem Lächeln.

Taylor Fryklind hat nur einen Tag Zeit, Tübingen zu erkunden. Auch ihn zieht es zum Schloss, zusammen mit seinem Bekannten aus Stuttgart. Für den 20-jährigen Kanadier ist Tübingen ein Kontrast-Programm zu seinem eigenen Zuhause: „Alles ist so anders hier. Die Architektur, die Einstellung der Leute. Die Menschen hier sind viel relaxter als zuhause in Calgary.“

Am Schloss treffen wir auch Yu Zhong. Der 32-Jährige steht mit seiner Frau im Innenhof und liest gerade eine Infotafel zur Geschichte des Schlosses. Was er über Tübingen denkt? „Es ist eine sehr lebendige Stadt. Das Lebensgefühl ist hier einfach besonders“, sagt er. Vor neun Jahren kam er mit seiner Frau Yuping Zhang aus dem Südwesten Chinas nach Deutschland. Das Ehepaar lebt in Stuttgart. Die Entscheidung, einmal Tübingen zu besuchen, lag also buchstäblich nahe. Da das Wetter an diesem Tag besonders schön ist, hat Zhong die Gelegenheit genutzt und ist mit Frau und Kamera unterwegs. Er zeigt sich überrascht über die jugendliche Ausstrahlung der Stadt: „Es gibt hier so viele junge Menschen, vor allem Studenten, und das, obwohl die Stadt so alt ist.“

Ein Stadtplan hilft nicht immer weiter

Für so manche Besucher, die spontan angereist sind, ohne etwas gebucht zu haben, führt der erste Weg ins Hotel. Doch manchmal ist es in der Hochsaison gar nicht so einfach, schnell eine preisgünstige Unterkunft im Altstadtbereich zu finden. Diese Schwierigkeit hatten Carolyne Pasternak und Orrin Robbins, die aus North Carolina anreisten, um die schwäbische Kulturstadt zu besuchen.

Das amerikanische Ehepaar empfindet die Hotels in Tübingen als zu teuer und hat außerdem Schwierigkeiten, sich zurecht zu finden. Der 58-jährige Robbins beschwert sich über den Stadtplan, den er vom Bürger-und Verkehrsverein bekommen hat: „Die Karte hat keinen Index. Eine Straße findet man nur, wenn man schon weiß, wo sie ist. Das macht irgendwie keinen Sinn.“

Als erstes sind ihm in Tübingen die Graffiti an vielen Wänden aufgefallen. „Einen Amerikaner schreckt sowas ab“, meint er. Ihn und seine Frau veranlasste vor allem die Geschichte Tübingens zu dem Besuch. Immerhin ist die Stadt etwa doppelt so alt wie ihr eigenes Land.

Eine andere Art von Urlaub führte Nies Dionisius Weerman nach Tübingen. Der passionierte Radfahrer hat sich vorgenommen, zusammen mit seinem Bruder mit dem Rad von Holland nach Rom und Venedig zu fahren. In Tübingen machten sie einen Zwischenstopp. Auf dem Campingplatz sitzt er in der warmen Sonne vor seinem Zelt. Der 64-Jährige schwärmt von den Vorzügen des Radfahrens: „Die Landschaft kann viel besser erkundet werden als mit anderen Fahrzeugen. Man sieht und hört viel mehr, und man nimmt auch die Gerüche der Umgebung wahr.“

Tübingen ist für ihn eine „gemütliche, schöne Stadt“. Ihm sind schon Studentenwohnheime und die jungen Leute aufgefallen. Nun möchte er sich noch die Fachwerkhäuser und den Neckar anschauen.

Durchweg begeistert von Tübingen zeigt sich der Brasilianer Delfin Kleber Ivavas. Er unternahm mit einer Bekannten, die in der Nähe lebt, einen Tages-Trip nach Tübingen . Ivavas schwärmt: „Das ist eine wundervolle Stadt mit einem sehr schönen Schloss. Tübingen war eine gute Überraschung für mich.“

Die Italiener bleiben am längsten in Tübingen

Als Kultur- und Universitätsstadt hat Tübingen viele Touristen. Woher kommen die Leute und wie lange bleiben sie? „80 Prozent aller übernachtenden Besucher sind aus Deutschland“, teilt Barbara Honner vom Bürger-und Verkehrsverein mit. Die restlichen 20 Prozent kamen 2009 vor allem aus der Schweiz, Frankreich und Italien.

Bei der Aufenthaltsdauer gehören die Italiener zu den Spitzenreitern, gefolgt von den Amerikanern und den Schweizern. Im Schnitt bleiben die Besucher zwei Tage, ausländische Gäste buchen 2,5 Übernachtungen. Beim Campen sind die Holländer ganz vorne

dabei.

Die öffentliche Stadtführung wird von den Tagesgästen sehr gut angenommen. Attraktiv sind auch Stocherkahnfahrten.

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06.09.2010, 12:00 Uhr

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