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Gemeinschaftsschule, Mathe plus, Internationale Wirtschaft

Was das Schuljahr im Kreis an Neuem bietet

Heute Morgen vereidigt Schulamts-Chef Roland Hocker 130 neue Lehrer/innen. Sie werden im neuen Schuljahr die Kollegien der Grund- bis Realschulen im Bereich des Tübinger Schulamts verstärken. „Wir starten mit einer guten Versorgung“, sagte Susanne Pacher, die Leiterin der Abteilung Schule und Bildung im Tübinger Regierungspräsidium.

07.09.2012
  • Ute Kaiser

Kreis Tübingen. „Tübingen wird Landeshauptstadt der Gemeinschaftsschulen“: So hatte sich die Stadt gerühmt, weil sie mit drei Schulen an den Start geht. Auf Anhieb legen neun Klassen los – so viele wie nirgendwo sonst im Bereich des Regierungspräsidiums (RP). Die Französische Schule, eine der drei Pioniere, wird die Fünftklässler/innen am kommenden Montag mit Vertretern der Stadt und des Kultusministeriums begrüßen.

Eins der Stichworte für das neue Schuljahr ist die Demografie. Vor fünf Jahren gab es im Bereich des RP knapp 75 000 Grundschüler/innen, im kommenden Schuljahr sind es knapp 62 000. Jeder möchte, dass die Kinder kurze Wege zur Schule haben, sagte Pacher gestern beim Pressegespräch im RP. Doch es gebe Außenstellen, die nur noch 17 Schüler/innen haben. Auch die müssen mit Lehrern versorgt werden.

Die Demografie und die Standortfrage

Diese „Problematik“, die Schulentwicklungsplanung, werde ein „Diskussionsthema der kommenden Jahre“ sein, so Pacher. Zu klären ist dabei etwa die Frage, wie es mit den Standorten weitergeht. Die Debatte betrifft nicht nur die Grundschulen, sondern auch die beruflichen Schulen – beispielsweise die Kleinklasse für Metzger in Tübingen mit weniger als den eigentlich vorgeschriebenen 15 Schülern. Würde man diese Klasse mit der nächstgelegenen am Bodensee zusammenführen, „würde das die Ausbildungsbereitschaft senken“, schätzt Pacher.

Im Regierungsbezirk werden voraussichtlich 660 Lehrer/innen eingestellt. An den beruflichen Schulen läuft das Verfahren momentan noch. Erst im November stehen die Zahlen fest. Neu und, so Pacher, „hilfreich“ ist, dass Gymnasiallehrer für drei Jahre an berufliche Schulen abgeordnet werden können. An die Gymnasien kommen nur 50 neue Kolleg(inn)en (Vorjahr: 215) – eine Folge des doppelten Abijahrgangs, der die Schulen verlassen hat.

Pacher geht davon aus, dass der Pflichtunterricht an allen allgemeinbildenden Schulen erteilt werden kann. In Naturwissenschaften, Mathe, Gemeinschaftskunde und Kunst könne es aber Engpässe geben.

Vergangenes Schuljahr waren immer wieder Klagen wegen des Unterrichtsausfalls zu hören, weil Lehrer/innen krank waren und es keine Vertretung gab. Die fest installierte Lehrerreserve wird im kommenden Jahr RP-weit um 43 auf 257 Deputate aufgestockt. Auch die Mittel für Krankheitsvertretungen sind erhöht worden. Landesweit stehen mehr als 75 Millionen Euro zur Verfügung.

In einer Emnid-Umfrage sprachen sich 79 Prozent der befragten Eltern für eine Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium aus. Im Kreis Tübingen gibt es dieses Angebot nicht. Derzeit denkt hier nur das Karl-von-Frisch-Gymnasium auf dem Höhnisch über diesen Schulversuch nach. In Laichingen stellte ein Gymnasium komplett auf G 9 um.

Beim Schulversuch Mathe plus dagegen ist der Kreis Tübingen mit dem Carlo-Schmid-, dem Uhland- und dem Wildermuth-Gymnasium (alle Tübingen) vertreten. Dieses zweistündige Wahlfach soll, sagte Pacher, „die Kluft“ zwischen Schule und Universität verringern und den Start ins Studium erleichtern.

Auch an den beruflichen Gymnasien tut sich was. Rottenburg bekommt ein zweizügiges Wirtschaftsgymnasium. Eins der 15 sechsjährigen beruflichen Gymnasien im Regierungsbezirk ist an der Gewerblichen Schule in Tübingen. Es beginnt mit der achten Klasse. Weil das Interesse daran so groß war, legt es mit zwei Eingangsklassen los. Die Wilhelm-Schickhard-Schule in Tübingen führt am Gymnasium das Profil Internationale Wirtschaft ein.

Bei der Inklusion, so Pacher auf Nachfrage, soll weitergeführt werden, „was wir begonnen haben“. Das Interesse der Eltern ist groß. Die Zahl der Anträge steigt. Die Änderung des Schulgesetzes allerdings steht noch aus.

Was das Schuljahr im Kreis an Neuem bietet
Damit sich Schüler/innen – wie hier Mössinger Quenstedt-Gymnasiasten im Schülerlabor der Tübinger Neurowissenschaftler – interessieren, braucht es guten und verlässlichen Unterricht. Doch vor allem in den Naturwissenschaften ist nicht leicht Ersatz zu finden, wenn Lehrer krank werden. Archivbild: Metz

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07.09.2012, 12:00 Uhr

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