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Geteilte Meinungen

Was die Bühler zur Umgehungsstraße sagen

Das Thema „B 28 neu“ spaltet Bühl in mehrere Lager. Viele hätten die Umgehungsstraße lieber heute als morgen, andere sehen eher Nachteile darin. Ein Meinungsbild.

01.06.2012

Bühl. Ute Gellert wohnt seit 2010 in Bühl an der stark befahrenen Hauptstraße. Ihrem Empfinden nach hat sich dort der Verkehr seit ihrem Einzug verdoppelt. Vor allem der Lärm sei ein großes Problem, sagt die gelernte Erzieherin. Schallschutzfenster sind ein Muss, gemütlich im Garten zu sitzen ist kaum möglich. Ein weiteres Problem sind die Risse in der Decke, die mit jedem vorbeifahrenden LKW wachsen. „Es ist einfach die Hölle“, so das Fazit der 44-Jährigen.

Auch Gabi Fux wünscht sich den Bau der B 28 neu. Die 58-Jährige hofft, dass der Ortskern von Bühl dadurch ruhiger wird. Ein großes Problem sei, dass man die viel befahrene Straße kaum überqueren könne. Gerade für Kinder könne dies gefährlich werden, fürchtet die gebürtige Bühlerin. Die Büroangestellte ist sicher, dass sich die Situation nicht von selbst beruhigen wird. „Intelligentes Parken“ sieht sie als ein gutes Mittel, um die Forderung nach einer Umgehungsstraße zu bekräftigen.

Gunther Pink hingegen hält „Intelligentes Parken“ für weniger intelligent. Seiner Meinung nach werden mit der Aktion die Falschen getroffen. Dass die Bühler Initiative zeigen, findet er generell aber gut, da es wichtig sei, die Umgehungsstraße „schnellstmöglich“ zu realisieren, um die Ortschaft vom Verkehr zu entlasten. Es werde eine spürbare Abnahme des Lastverkehrs geben, meint der ehemalige Tübinger Verkehrsamtsleiter. Ob allerdings der Innerortsverkehr reduziert wird, sei fraglich.

Gabriele Dieter befindet sich beim Thema Umgehungsstraße in einem Zwiespalt. Einerseits erhofft sie sich eine Lärm- und Verkehrsreduzierung im Ortskern von Bühl. Andererseits befürchtet die 59-Jährige, dass sich die Lage an ihrem Wohnort in der Nähe des Schlosssaals durch die B 28 neu eher verschlechtern könnte. Als mögliche Probleme nennt sie Luftverschmutzung durch Abgase und Lärm aus zwei Richtungen.

Auch Bühler Betriebe sind von der Diskussion betroffen. Sabine Seeger von der Autowerkstatt Uwe Seeger wartet „sehnsüchtig“ auf die Umgehungsstraße. Zur Zeit beschweren sich manche Kunden, dass die Einfahrt zum Werkstattgelände durch das hohe Verkehrsaufkommen blockiert wird. Auch Probefahrten seien schwer zu machen, sagt die 44-Jährige.

Anders Sinan Kiraz von King Kebap an der Hauptstraße: Er lehnt den Bau einer Umgehungsstraße ab. Der 17-Jährige und seine Eltern, die Inhaber des Döner-Imbiss, befürchten, dass sie durch den Bau der neuen Straße einige Kunden verlieren könnten.

Die Meinungen der Bühler zu dem Bau einer Umgehungsstraße sind also geteilt, ihre Interessen verschieden: Die einen wollen endlich Ruhe, die anderen wollen ihre Kunden behalten.

lec / phh

Was die Bühler zur Umgehungsstraße sagen
Kiebinger Protest-Traktor am Bühler Schlosssaal. Bild: Sommer

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01.06.2012, 12:00 Uhr

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