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Außerdem

Was kann Horb eigentlich?

Zwei Jahre ist es her, seitdem ich als Volontär-Frischling in Horb anfing. Es war mein erster Arbeitstag in der Stadt, die ich einige Jahre zuvor verlassen hatte. Im Gespräch mit einem älteren Kollegen kam die Frage auf: Was kann Horb eigentlich? Die Antwort, ohne Zögern: Meckern.

24.12.2014

Der Kritik an Horber Diskurskultur folgte jedoch ein dickes „Aber“. Dieses „Aber“ tauchte auch in unserer Jahresumfrage auf, bei der fast 100 Leser das Horber Jahr 2014 aus ihrer Perspektive geschildert haben. Oft blieben einige Felder des Fragebogens leer. Doch die Sparte „Was war das positivste Ereignis in Horb“, zeigt, dass Horb eben mehr kann als „Meckern“.

Was mich bei der Lektüre der Antworten persönlich berührt hat, trifft den Kern der Weihnachtsbotschaft. Ein Teilnehmer der Umfrage schreibt über das für ihn positivste Erlebnis: „Die hilfsbereite Aufnahme der Asylbewerber und Flüchtlinge. Angesichts der großen Pegida-Demonstrationen mit vorgeschobenen, undifferenzierten Islamisierungs-Gefahren, ist dies für unsere Stadt und darüber hinaus beispielgebend.“ Hier habe ich nichts hinzuzufügen. Der Schreiber war lange nicht der Einzige, der die Hilfsbereitschaft gegenüber Flüchtlingen als Pluspunkt auf dem Horber Karmakonto vermerkte. Ein Teilnehmer listete sein „Engagement bei der Flüchtlingsunterkunft in Talheim“ unter die, für ihn schönsten persönlichen Ereignisse des vergangenen Jahres. Ich bin mir sicher: Wären Maria und Josef in dieser Nacht vor 2000 Jahren in Horb unterwegs gewesen, es hätte für sie mehr als einen Stall zum Übernachten gegeben.

Heute Abend gäbe es für die beiden sogar ein Festmahl. Das beste Erlebnis für einen weiteren Schreiber: „Die Spendenbereitschaft für den Markt der Menschlichkeit“. Halb Horb – Unternehmen, Schulen, Einrichtungen – hat sich dieses Jahr an dem Projekt „Weihnachten schenken“ beteiligt. Das ist definitiv mehr als „Meckern“.

Begeisterung geht aber auch im Kleinen. Ein Schreiber freut sich über das kostenlose Parken an Adventswochenenden: „Es ist ein kleines – vor allem machbares – Signal, dass man gewillt ist, dem Bürger entgegenzukommen und Anregungen tatsächlich umzusetzen.“

Ein anderer erinnert sich gern an „das schöne Miteinander der Roßbergschule mit der Pestalozzi- schule während des Umbaus und der Sanierung. Es ist ein schönes Zeichen, dass Miteinander gut gelingt, wenn die Offenheit und Freundlichkeit aller so gelebt wird.“

Weiterer Schwerpunkt: Horbs Veranstaltungen. Lange Nacht der Lichter, das 10. Mini-Rock-Festival, Ritterspiele. Vor allem die Arbeit des Projekt Zukunft mit den Friedenstagen und ihren Veranstaltungen wird von den Umfrage-Teilnehmern gewürdigt. Hierbei der Höhepunkt: „Das Wandertheater ‚Ankommen in Horb‘ und die Spanisch-Argentinische Nacht auf dem Marktplatz“.

Daneben gab es aber nur ein Thema, bei den Horber Pluspunkten des Jahres 2014: Jugendgemeinderat, Jugendgemeinderat, Jugendgemeinderat. Zugegeben: Die Umfrage wurde häufig Online ausgefüllt, von vielen jüngeren Menschen. Trotzdem ist das politische Sprachrohr der nächsten Generation bereits in seinem ersten Jahr im Geschehen angekommen.

Ich denke, wir wissen es alle: Horb ist am Start, wenn es um’s Meckern geht. Jedoch: Das, was am Ende zählt, kommt nach dem großen „Aber“. Benjamin Breitmaier

Info Dass es neben den positiven Seiten aber (zu recht) auch vieles zu meckern gibt, hat vor allem der Umfrage-Punkt „Welche guten Vorsätze sollte sich die Verwaltung für das nächste Jahr machen?“ gezeigt. Alle Ergebnisse der Jahresumfrage, die wichtigsten Themen und besten Veranstaltungen werden in der Silvesterausgabe der SÜDWEST PRESSE am 31. Dezember veröffentlicht.

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24.12.2014, 12:00 Uhr

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