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Was kommt nach dem Test?
Aufkleber auf den beiden Testbahnen weisen auf das kostenfreie Wlan hin. Zwischen Januar und November waren laut Bahn 180?000 Endgeräte eingeloggt. Foto: Isabel Stettin
Wlan

Was kommt nach dem Test?

Die S-Bahn soll mit drahtlosem Internet ausgestattet werden. Eine Erprobungsphase war erfolgreich, doch seither stockt die Entwicklung.

08.12.2016
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Stuttgart. Unterwegs online zu sein, sei heutzutage selbstverständlich, sagte die Regionaldirektorin des Verbands Region Stuttgart (VRS), Nicola Schelling, im Januar dieses Jahres. Indem die Züge der Stuttgarter S-Bahn mit Wlan ausgestattet würden, hoffe sie, dass deren Attraktivität steige. Gemeinsam mit der Bahn kündigte der VRS, der der Besteller des S-Bahn-Verkehrs ist, seinerzeit einen Wlan-Test an: Zwei S-Bahnen, die auf den Linien S 4, S 5 und S 6 verkehren, wurden mit der entsprechenden Technik ausgerüstet. Nach sechs Monaten wollte man Schlüsse für die komplette Flotte ziehen.

Mittlerweile ist jedoch fast ein Jahr vergangen, ohne dass in der Sache eine Grundsatzentscheidung gefällt worden wäre. Vielmehr hat die Bahn einfach weiter fleißig Daten gesammelt, und aus dem Test in den beiden Bahnen ist längst ein reguläres Angebot geworden. Doch wie geht's jetzt weiter? Wann werden die anderen Züge – etwa 150 sind im Einsatz – mit dem drahtlosen Internet ausgestattet? VRS-Sprecherin Dorothee Lang bestätigt auf Nachfrage zumindest, dass die Ausstattung aller Bahnen vorangetrieben werden solle. „Für uns ist klar: Ganz oder gar nicht.“ Im ersten Halbjahr 2017 wolle man in der Sache „in eine konkretere Phase“ übergehen. Warum Lang vage bleibt: Ihr fehlt ein politischer Beschluss der Regionalräte. Dafür müsste die Sache aber erst mal wieder auf die Tagesordnung gesetzt werden.

Gute Netzabdeckung

An den Ergebnissen des Tests soll's jedenfalls nicht scheitern: Die bewerten die Partner positiv. Lang: „Die Initiative des VRS ist auf fruchtbaren Boden gefallen, wir sind froh, dass es eine gute Netzabdeckung gibt.“ Auch wenn klar sein müsse, dass sich das Wlan in der S-Bahn nicht für Videokonferenzen eigne, sondern eher für Alltägliches wie Mails oder Nachrichten zu lesen. Die Bahn liefert Zahlen: Demnach waren zwischen Januar und November 180 000 Endgeräte eingeloggt, dabei wurde ein Datenverbrauch von 4,7 Terabyte registriert, berichtet ein Sprecher. Das sei viel, vor allem mit Blick darauf, dass der Test nur in zwei Bahnen gelaufen sei. Auch das Netz sei stabil. „Am Anfang gab es Schwierigkeiten beim Einloggen, das war aber bis Mitte Februar behoben.“ Die Rückmeldungen der Kunden etwa auch zur Geschwindigkeit des drahtlosen Internets seien gut gewesen. „Der Wunsch, dass S-Bahnen mit Wlan ausgestattet werden, ist da“, resümiert der Sprecher.

Zwei entscheidende Dinge müssen aber noch geklärt werden: So untersucht die Bahn derzeit nach eigenen Angaben, wie auch die Züge der neuesten Generation ET 430 mit der Wlan-Technik ausgestattet werden können – der Test lief in den etwas älteren Modellen ET 423. Zum anderen müssen sich Bahn und VRS über die Finanzierung für Umrüstung und Betrieb einig werden, nachdem die Bahn zunächst für den Testlauf aufgekommen war. Der VRS hat bereits signalisiert, sich finanziell engagieren zu wollen. Man wolle die Strafzahlungen, die die Bahn für unpünktliche oder ausgefallene Züge an den VRS in Höhe von 3,7 Millionen Euro zahlen muss, in das Projekt stecken, hieß es Anfang des Jahres. Andererseits setzt der Verband darauf, dass die Bahn in die Bresche springt. Sie habe die Wlan-Ausstattung der S-Bahn immerhin als Pionierprojekt deklariert und damit ein hohes Eigeninteresse, das Ganze durchzuziehen, sagt Lang.

Was die Fahrgäste derweil freuen dürfte: Für sie soll die Wlan-Nutzung laut Bahn kostenlos bleiben. Möglich ist, dass das Angebot begrenzt wird, sollte das Datenvolumen zu groß werden. Jetzt muss aber erst mal der Grundsatzbeschluss her. Darauf wird wohl eine Ausschreibung folgen, dann erst könnte die Flotte umgerüstet werden.

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08.12.2016, 06:00 Uhr

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