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Holpriger Weg in die Freiheit

Was mit den zwei Dohlen weiter geschah, die ein Student aufzog

Was bisher geschah: Der Forstwirtschaftsstudent Maximilian und seine Freundin Carmen retten zwei aus dem Nest gefallene Dohlen. Mit wochenlanger, eselsgeduldiger Insektenbrei-Fütterei mästen sie die beiden nackten Dinger zu aufgeplusterten Jungvögeln heran. Doch als diese flügge werden, verlassen sie ihre Wohltäter. Wie ging es weiter mit – sagen wir: Mechthild und Halberdrein?

11.07.2012

Das schienen uns passende Namen für zwei verspielte junge Dohlen zu sein, zumal in Rottenburg. Nun, erst setzten die beiden mit nicht artgerechtem Verhalten eine Nachbarschaft im Cottbusser Weg in Erstaunen, indem sie einer Frau auf Armen und Schultern herumkletterten (wir berichteten). Dann – hier beginnt unsere Fortsetzungsgeschichte – besuchten sie ein Ehepaar in der Burgäcker-straße, das ihnen Asyl in seiner großen Voliere gewährte. „Wir sind ja so tierlieb“, gestand uns Nicole Strasser am Telefon. Die beiden Dohlen hätten an ihrem Terrassentisch mit gefrühstückt und seien auch sonst sehr zutraulich gewesen. Leider hatte das neue Nest ein Manko: In ihrem Garten würden viele Katzen hausen, berichtete uns Frau Strasser. Da erschien es ihr günstiger, Mechthild und Halberdrein in die Obhut des Mössinger Vogelschutzzentrums zu geben.

O je, da sitzen die beiden Racker nun in einer großen Freiflugvoliere zusammen mit anderen Jungdohlen. Sollte für sie die Freiheit enden, noch ehe sie begonnen hat?

Nein, nein, versichert Richard Schneider, stellvertretender Leiter des Vogelschutzzentrums. Im Umgang mit den anderen Dohlen und einer erfahrenen Ammen-Dohle, einem halbwilden Tier, sollen sie ihre Prägung auf Menschen langsam ablegen, sagt der Diplombiologe. Von selbst geschehe dies nämlich nicht. Mechthild und Halberdrein würden immer wieder die Nähe von Menschen suchen und letztlich ungeeignet fürs Überleben in freier Wildbahn werden.

Wenige Tage oder Wochen werde es noch dauern, schätzt Schneider, bevor man die beiden endgültig auswildern könne. „Auf jeden Fall noch vor dem Herbst, damit sie Anschluss an einen der Krähenschwärme finden, die sich gegen Ende des Sommers bilden.“

Wir wissen nicht, ob dies nun wirklich die letzte Nachricht ist, die wir von den beiden zahmen jungen Dohlen vernommen haben. Vielleicht tauchen sie noch einmal irgendwo in unserem Verbreitungsgebiet auf. Wenn Sie das Gefühl haben, das könnten Mechthild und Halberdrein sein: Grüßen Sie die beiden von uns. Ulrich Eisele

Ein Video von den beiden Dohlen finden Sie unter www.tagblatt.de.

Rabenkrähen kuscheln mit Rottenburgerin

Rabenkrähen kuscheln mit Rottenburgerin --

00:38 min

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Erstellt:
11. Juli 2012, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
11. Juli 2012, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 11. Juli 2012, 12:00 Uhr

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