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Geld anlegen

Was „nachhaltige“ oder „grüne“ Investments sind

Die Nachfrage nach umweltschonend und sozial verantwortlichen Investments legt zu, aber noch ist die ethische und ökologische Geldanlage eine Nische.

29.09.2018

Von Rolf Obertreis

171 Mrd. EUR waren Ende vergangenen Jahres in Deutschland investiert. Das sei neuer Rekord, betont Volker Weber, Chef des Forums nachhaltige Geldanlagen (FNG). Gemessen am gesamten Kapitalanlage-Markt sind das gerade mal 3 Prozent.

Anlagerichtlinien professioneller Investoren wie Versicherungen oder Fonds, aber auch die Kirchen und Wohlfahrtsorganisationen schließen verstärkt klimaschädliche Investments aus. Private Investoren halten nur 9 Prozent der „sauberen“ Anlagen.

Für Privatanleger ist es nicht einfach, sich einen Überblick zum Thema zu verschaffen. Als No go bei Unternehmen gelten zum Beispiel: Arbeitsrechts- und Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörung, Waffen, Rüstung, Korruption, Pornografie, Tabak, Alkohol, Glücksspiel, Atomkraft. Geht es um Staatsanleihen verbieten sich Papiere von Ländern, die Korruption dulden, Umweltkonventionen missachten, gegen Waffensperrverträge verstoßen, die Todesstrafe praktizieren. Diktaturen sind ohnehin tabu.

Bei Investmentfonds bieten sich solche mit einem FNG-Siegel an. Rund 50 listet der Verein auf seiner Homepage auf. Infrage kommen auch Alternativ- und Kirchenbanken. Ein gutes Dutzend nennt das Forum, die zwei größten Alternativ-Banken sind die GLS Bank und die Umweltbank, die auch an der Börse gelistet ist. Ferner gibt es die Ethik-Bank, die Evangelische Bank oder die Bank für Kirche und Caritas. Die ProCredit-Bank vergibt Kleinkredite in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Der Markt für grüne Anleihen belief sich Ende 2017 weltweit auf 160 Mrd. Dollar (138 Mrd. EUR). Hierzulande ist vor allem die staatliche Förderbank KfW aktiv.

Bei Direktanlagen wird stark etwa für Wind- oder Solaranlagen geworben. Bei Baum-Plantagen raten Experten zur Vorsicht. Die Insolvenzen von Solarworld, Prokon oder German Pellets sind nur drei Beispiele. „Öko schützt vor Pleite nicht“, warnt die Verbraucherzentrale Hamburg. 50 Unternehmen, die für grüne Geldanlagen geworben haben, sind seit 2013 pleite gegangen. Die Anbieter sind kaum reguliert. Verlässliche Mindeststandards fehlen. Nicht selten handelt es sich um Offerten des grauen Kapitalmarkts.

Im Vergleich zu klassischen Investments schneiden Öko-Fonds oder nachhaltige Anleihen nicht schlechter ab. Aber Garantien gibt es wie bei jeder Geldanlage nicht. Laut dem unabhängigen Verbraucherportal Finanztip kann man nur börsengehandelte Indexfonds (ETF) guten Gewissens kaufen. Solche Fonds bilden etwa den Weltaktienindex MSCI World Socially Responsible nach, der in gut 400 Unternehmen investiert. Vorteil der ETF im Gegensatz zu klassischen Aktienfonds: Sie sind kostengünstiger, weil es kein aktives Management gibt.

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Erstellt:
29. September 2018, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
29. September 2018, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 29. September 2018, 06:00 Uhr

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