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Schutz gegen die letzten Winterausläufer

Was tun bei Kälte – und was besser nicht?

05.03.2018

Der Winter gibt zum meteorologischen Frühlingsbeginn noch einmal alles und beschert uns einen Niedrigtemperatur-Rekord nach dem anderen. Begleitet wird die eisige Kälte von den hoffentlich letzten Ausläufern der Grippewelle. Das Ergebnis: Allgemeines Frieren und Schniefnasen, so weit das Auge reicht. Stellt sich natürlich die berechtigte Frage, wie ein wirksamer Schutz gegen die empfindlich kalten Temperaturen und die Prophylaxe gegen Erkältungen aussehen muss, um einigermaßen gesund in den Frühling zu kommen.

Was tun bei Kälte – und was besser nicht?
Bild: fotolia.com © leszekglasner

Kältezonen des Körpers

Erster wichtiger Punkt, wenn es um den richtigen Kälteschutz geht: Das Wissen, welche Körperpartien überhaupt am schlimmsten von niedrigen Temperaturen betroffen sind. Gleichzeitig muss aber auch der Anteil berücksichtigt werden, den der Körper selber dazu beiträgt, dass manche Körperteile mehr als andere unter der Kälte zu leiden haben.

Körperreaktionen auf kalte Außentemperaturen

Genau genommen braucht es nicht einmal Minusgrade im zweistelligen Bereich, um den Körper zum Handeln zu bewegen. Nicht umsonst leiden Frauen und Männer – wenn auch vielleicht aus unterschiedlichen Gründen – bisweilen schon bei vergleichsweise moderaten Temperaturen unter kalten Füßen, Händen oder Ohren. Dieses allzu bekannte Phänomen kann allerdings nicht allein darauf zurückgeführt werden, dass manche Körperpartien mehr Wärme an die Umgebung abgeben als andere. Schließlich können Füße selbst verpackt in dicke Wollsocken immer noch frieren.

Was tun bei Kälte – und was besser nicht?
Frieren ist eine natürliche Schutzreaktion des Körpers. Bild: fotolia.com © contrastwerkstatt
Im Grunde genommen ist der Körper an diesen Erscheinungen selbst schuld, wobei er dabei nur seiner natürlichen Programmierung folgt: Bei sinkenden Außentemperaturen schützt unser Körper nämlich an erster Stelle die lebenswichtigen Organe und das Gehirn. Erstere sitzen aber nun einmal in unserer Körpermitte. Also wird die Wärme dort abgezweigt, wo sie weniger dringend benötigt wird, nämlich an den Extremitäten.

Dazu werden in Fingern und Zehen die Blutgefäße verengt, damit dort weniger Blut durchfließen kann, denn das Blut ist für den Wärmetransport im Körper verantwortlich. Durch das Verengen der Gefäße in den äußeren Gliedmaßen kann automatisch mehr Blut und somit mehr Wärme zur Körpermitte und den dort sitzenden Organen geleitet werden.

Kalte Hände, kalte Füße, kalter Kopf – was ist am schlimmsten?

Die Frage, was nun am unangenehmsten ist – kalte Hände, kalte Füße oder ein kalter Kopf – kann nicht pauschal beantwortet werden. Das Kälteempfinden ist schließlich von Mensch zu Mensch verschieden und wirklich angenehm ist Frieren schließlich nie. Für gewöhnlich ist es aber leichter, die Hände wieder auf Betriebstemperatur zu bekommen, weil diese im Alltag grundsätzlich sehr viel mehr im Einsatz sind.

Was tun bei Kälte – und was besser nicht?
Reiben hilft beim Aufwärmen, trotzdem sollten die Hände geschützt werden. Bild: fotolia.com © Antonioguillem
Die Bewegung der Finger bei verschiedensten Tätigkeiten sorgt dementsprechend für eine erneute Weitung der Gefäße, wodurch die Wärme zurückkehrt. Da die Gefäße in den Extremitäten sehr schnell auf wechselnde Temperaturreize reagieren, kann das Aufwärmen ebenso schnell geschehen – bisweilen sogar schmerzhaft schnell. Eine dauerhafte Lösung ist das allerdings nicht und wer sich längere Zeit im Kalten aufhält, sollte zwischendurch für wärmere Umgebungstemperaturen sorgen. Nur so lässt sich die Eigentemperatur des Körpers aufrechterhalten.

Ansonsten wirken an Händen wie Füßen dieselben „Mechanismen“, womit nicht nur die Gefäßstruktur gemeint ist:

• Feuchtigkeit beispielsweise beschleunigt den Prozess des Auskühlens nur noch mehr, weil auf der Haut Verdunstungskälte entsteht (genauso, wie es beim Schwitzen der Fall ist). Besonders im Schnee kann unzureichender Schutz oder ein mutwilliger Griff hinein für frierende Extremitäten sorgen.

• Sowohl an den Händen wie auch an den Füßen fehlt es zudem an einer schützenden Fettschicht, was ebenfalls dazu beiträgt, dass Kältereize schneller weitergegeben und die Gefäße mit den beschriebenen Folgen verengt werden.

• All das gilt in gleicher Weise für Ohren, Nase und Kinn. Wobei, abhängig vom Grad der winterlichen Vermummung, die Nase am schwersten von der Kälte betroffen sein dürfte.

Kälte geht unter die Haut

Kalte Luft ist für gewöhnlich recht trocken – was im Übrigen einer der Gründe ist, warum die frischgewaschene Wäsche auch im Winter draußen recht gut getrocknet werden kann. Und obwohl sich das subjektiv vielleicht angenehmer anfühlt als feucht-kalte Wetterbedingungen, ist es besonders für die Haut ein Nachteil: Die Feuchtigkeit in der Haut verdunstet schneller, die Hornschicht trocknet aus und wird am Ende spröde.

Darüber hinaus hören die Talgdrüsen schon bei einer Temperatur von acht Grad Celsius oder weniger auf, ihren Beitrag für den schützenden Hydrolipidfilm der Haut zu leisten. Die Kombination aus weniger Feuchtigkeit und fehlendem Talg verursacht trockene Haut bis hin zu juckenden Rötungen. Im schlimmsten Fall springt die Haut sogar auf und zeigt schmerzhafte Risse. Vor allem an den Fingergelenken, wo die trockene Haut durch die Bewegungen der Finger häufig unter Spannung steht, kann es zu solchen Verletzungen kommen. Der richtige Schutz für die Haut besteht bei langanhaltenden Kältephasen also nicht allein darin, sich in möglichst viele Kleidungsschichten einzupacken.

Was gegen Kälte funktioniert – und was man besser lassen sollte

Wenn es draußen frostig-kalt wird, hat jeder einen guten Rat, wie man den Folgen der winterlichen Temperaturen am besten trotzen kann. Allerdings sind nicht alle dieser Tipps wirklich so hilfreich, wie sie auf den ersten Blick erscheinen mögen. Da macht es auch keinen Unterschied, ob sich ein Hausmittel oder Verhalten über Jahrzehnte hinweg hartnäckig den Ruf bewahren konnte, besonders wirksam zu sein. Vielmehr bewirkt so manches Mittelchen eher das Gegenteil des gewünschten Effekts.

Hält, was es verspricht: Wirksame Maßnahmen gegen die Kälte

Daher das Wichtigste vorweg, nämlich die Maßnahmen, bei denen es sich anerkanntermaßen um hilfreichen Schutz gegen Frieren in der Eiseskälte handelt und bei denen es vor allem keinen Diskussionsbedarf ob ihrer Wirksamkeit gibt.

Kleidung

Ohne Frage lässt sich ein guter Teil der Kälte mit Hilfe der richtigen Kleidung vom Körper fernhalten. Das meint zugleich die richtige Zusammenstellung der Kleidung. Wirksamsten Schutz bietet nach wie vor das Zwiebelprinzip, das vor allem Outdoorsportlern aller Disziplinen vertraut sein dürfte. In diesem Zusammenhang klingt das Prinzip der verschiedenen, übereinander gelegten und aufeinander abgestimmten Textilschichten nach reiner Funktionalität und natürlich ist das der wohl wichtigste Aspekt.

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Mit der richtigen Kleidung steht dem Spass in der Kälte nichts im Wege. Bild fotolia.com © Robert Kneschke
Allerdings ist Funktionskleidung weder jedermanns Sache noch immer angemessen, daher können sich modebewusste Kälteopfer durchaus darüber freuen, dass sich das Zwiebelprinzip zu angesagten Looks kombinieren lässt. Falls es jedoch für längere Zeit in die Kälte hinausgeht, sollte man sich im Vorfeld genau überlegen, ob die Kleiderschichten wirklich vornehmlich nach modischen Gesichtspunkten ausgewählt werden sollten. In jedem Fall sollten folgende Dinge beachtet werden:

• Für das Darunter beispielsweise empfiehlt sich auch für den Alltag Funktionsunterwäsche. Die ist vielleicht nicht sonderlich sexy, verhindert aber letzten Endes, dass sich bildender Schweiß (und das ist unter mehreren Lagen Stoff kein unwahrscheinliches Szenario) zu einem Auskühlen der Hautoberfläche führt. Sinnvoll sind hingegen Gewebe aus Kunstfaser oder Merinowolle. Je nach Verträglichkeit gibt es auch Mischgewebe.

• Da die Füße in puncto Frieren durchaus kritisch zu betrachten sind, sollten sie entsprechend gegen Kälteeinwirkungen geschützt werden. Viele werden hier zu dicken Wollsocken greifen, besser geeignet sind aber spezielle Thermosocken, welche die Füße isolieren. Außerdem besteht so viel weniger die Gefahr, dass es in den Winterschuhen zu eng wird. Dadurch wird nämlich zu allem Überfluss die Durchblutung gestört, die ja ohnehin schon eingeschränkt wird. Bei besonders empfindlichen Füßen können die Thermosocken gegebenenfalls mit entsprechenden Sohlen ergänzt werden.

• Sie sehen zugegeben so aus, als stammten sie noch aus Kindertagen (als vermutlich niemand sie auch nur im Geringsten leiden konnte), dennoch bieten Fäustlinge einige Vorteile hinsichtlich des Kälteschutzes gegenüber den üblichen Fingerhandschuhen. Der Grund dafür liegt in ihrer Machart, denn die erlaubt es, mehr Luft im Inneren zu erwärmen und so einem Auskühlen vorzubeugen. Bei Fingerhandschuhen hingegen muss jeder Finger unabhängig von den anderen für dieses Aufwärmen sorgen. Im Zweifelsfall funktioniert aber auch an den Händen das Zwiebelprinzip, denn mit ausreichend dünnen Fingerhandschuhen (etwa aus dünner Seide) lassen sich auch Fäustlinge noch gut darüber tragen.

Bewegung

Im Winter verkriecht man sich für gewöhnlich am liebsten unter einer warmen Decke auf dem Sofa oder gleich im Bett, wo man sich dann gegenseitig mit den kalten Füßen auf die Nerven gehen kann. Tatsächlich ist es nämlich keine Garantie gegen das Frieren, sich bis über beide Ohren einzuwickeln. Der Körper reagiert trotzdem und sichert selbst bei den genannten Vorsichtsmaßnahmen und laufender Heizung erst einmal sein Überleben, wenn man so will.

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Kälte ist grundsätzlich kein Grund, um auf Sport im freien zu verzichten. Bild: fotolia.com © snedorez
Ein ähnliches Phänomen lässt sich übrigens auch bei der Schreibtischarbeit beobachten, die normalerweise nur ein Minimum an Bewegung erfordert: Die Finger sind einigermaßen auf Betriebstemperatur, die Füße eher nicht. Spätestens jetzt wäre der Zeitpunkt gekommen, die Durchblutung in Schwung zu bringen.

Im Grunde genommen ist es sogar noch besser, direkt mit körperlicher Aktivität in einen kalten Wintertag zu starten, selbst wenn dazu einige Überwindung nötig ist. Das warme Bett müssen wir ja trotzdem früher oder später verlassen und eine heiße Dusche ist unter solchen Bedingungen auch nicht immer das beste Mittel gegen die morgendliche Kühle.

Hinweis: Tatsächlich ist sie das sogar aus mehreren Gründen nicht. Zum einen wirkt sie nur dann belebend auf den Kreislauf, wenn die Dusche nicht zu lange dauert. Danach drohen im Gegenteil Kreislaufprobleme bis hin zu Schwindel. Außerdem ist ausgiebiges Duschen langfristig gesehen eine zusätzliche Belastung für die Haut. Die wird auf diesem Wege nur noch weiter ausgetrocknet, als sie es durch die kalten äußeren Bedingungen sowieso bereits ist. Die entsprechenden Symptome wie Jucken, Rötungen und dergleichen treten so nur noch früher auf.

Besser ist es also, von innen heraus für Wärme zu sorgen. Gymnastische Übungen, die vielleicht sogar für den Arbeitsplatz geeignet sind, können dabei helfen und nicht nur die Wärme vertreiben, sondern zugleich auch andere Folgeerscheinungen, wie etwa einen verspannten Nacken. Yoga oder Dehnübungen im Allgemeinen sind ebenfalls geeignet, die Durchblutung bis in die Finger- und Zehenspitzen anzukurbeln. Sogar ein kräftiges Räkeln und Strecken ist schon ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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Bewegung bei Kälte ist gut, sollte aber nicht übertrieben werden. Bild: fotolia.com © ladysuzi
Die frostigen Außentemperaturen sollten darüber hinaus keine Ausrede sein, auf körperliche Aktivitäten im Freien zu verzichten. Joggen ist zum Beispiel auch bei Temperaturen um die zehn Grad unter Null noch problemlos möglich – allerdings gilt hier, wie bei jeder körperlichen Betätigung, die mit einiger Anstrengung verbunden ist, dass der Körper dafür in einem gesunden Zustand sein sollte. Die Gefahr verschleppter Erkältungen ist schlichtweg zu groß und die Folgen zu gravierend. Außerdem besteht schon bei weniger frostigen Temperaturen die Gefahr von Atembeschwerden, was im Zusammenwirken mit den verengten Gefäßen besonders für Herzpatienten ernsthafte Konsequenzen haben kann, so die Deutsche Herzstiftung.

Nichtsdestotrotz ist jegliche Bewegung an der frischen Luft ein belebendes Mittel für den Körper (und den Geist). Der Effekt mag zwar nicht sofort eintreten, die regelmäßige Bewegung im Freien hat aber auf lange Sicht den Vorteil, sich nicht nur positiv auf die Durchblutung auszuwirken.

Tipp: Selbst beim Warten auf den Bus oder die Bahn kann langsam einfrierenden Füßen vorgebeugt werden, etwa mit einfachem Wippen auf der Stelle oder wiederholtem Auf- und Abrollen der Füße. Zu Hause hilft eine Massage der betroffenen Stellen, um die Durchblutung anzuregen.

Essen und Trinken

Bewährte Mittel aus der Küche, um dem Körper von innen richtig einzuheizen, sind und bleiben scharfe Gewürze. Besonders beliebt in dieser Hinsicht ist Ingwer, der dank der enthaltenen ätherischen Öle und Scharfstoffe die Wärmerezeptoren der Haut und Schleimhäute aktiviert. Nach ähnlichem Muster funktionieren andere Gewürze wie Chili, Curry oder Pfeffer, auch Kardamom, Kurkuma und Zimt wirken in dieser Richtung.

Was tun bei Kälte – und was besser nicht?
Ingwer wärmt nicht nur, sondern ist in vielerlei Hinsicht gesund – nicht nur, wenn es kalt ist. Bild: fotolia.com © Angela Rohde
Die traditionelle chinesische Medizin unterscheidet übrigens zwischen kühlenden und wärmenden Lebensmitteln. Das Irritierende daran: Zu den Nahrungsmitteln mit kühlender Energie zählen viele, die sich im Winter besonderer Beliebtheit erfreuen: Vor allem Zitrusfrüchte, Ananas, Kiwi, Mandarinen und Bananen gehören demnach auf die Streichliste. Dazu außerdem Joghurt, Quark, Blattsalate und Rohkost. Als wärmend gelten hingegen viele Lebensmittel, die sich etwa – passend zur Jahreszeit und den Wetterbedingungen – in Eintöpfen und Suppen verarbeiten lassen.

Tipp: Die kühlende Wirkung mancher Lebensmittel lässt sich neutralisieren, etwa mit Hilfe der erwähnten Gewürze. Und ein Joghurt mit Früchten und Zimt schmeckt ja durch die Zugabe des Gewürzes auch nicht unbedingt schlechter.

Abhärten

Auch wenn es draußen eigentlich Kälte zur Genüge gibt und der Wunsch nach Wärme entsprechend groß ausfällt, so ist es manchmal nicht verkehrt, in den sauren Apfel zu beißen. Das heißt, sich der Kälte der direkten Konfrontation stellen und dem Körper einen ordentlichen Kältereiz verabreichen. Unter der Dusche beispielsweise kann ein Kneippguss für die Beine für ein angenehmes Wärmegefühl sorgen, weil das kalte Wasser für eine Weitung der Gefäße sorgt.

Einfach von den Zehen ausgehend den Fußrücken, die Ferse und die Außenseite des Beines mit dem Wasserstrahl abgehen, danach an der Innenseite wieder zurück. Anschließend das andere Bein nicht vergessen. Solche Maßnahmen haben zusätzlich den langfristig positiven Effekt, das Immunsystem zu stärken.

Falsche Helfer und Fehlannahmen

Abgesehen von all diesen Maßnahmen mit erwiesener Wirkung gibt es noch jene Mittel, die laut landläufiger Meinung ebenfalls gegen die Kälte helfen können. Das Problem daran: Sehr oft ist das eben nicht der Fall, vielmehr basiert ihr Einsatz auf falschen Annahmen bezüglich der vermeintlichen Wirkung. Deshalb ist bei den folgenden „Frostschutzmitteln“ Vorsicht geboten.

Das Thema Alkohol

Kann es Zufall sein, dass auf den Weihnachtsmärkten der Glühwein das beliebteste Getränk ist? Der wärmt doch schließlich doppelt, durch seine Temperatur und den Alkoholgehalt. Genauso wie ein gelegentliches Schnäpschen ebenfalls für wohlige Wärme von innen sorgt. Und trinken nicht die Osteuropäer und Russen vornehmlich Wodka, um mit der Kälte fertig zu werden? Also muss doch etwas dran sein an der wärmenden Wirkung alkoholhaltiger Getränke.

Was tun bei Kälte – und was besser nicht?
Glühwein und andere alkoholische Getränke sind bestenfalls kurzfristige Helfer gegen die Kälte. Bild: fotolia.com © drubig-photo
Ganz falsch ist es nicht, denn Alkohol hat tatsächlich einen wärmenden Effekt, aber nur für einen sehr kurzen Zeitraum. Denn er sorgt gleichzeitig für eine Erweiterung der Gefäße und wirkt damit dem Bestreben des Körpers entgegen. Statt die Wärme in der Körpermitte zu sammeln, wird sie vergleichsweise schnell über die Extremitäten nach außen abgegeben. Am Ende kühlt der Alkohol den Körper also aus.

Heiße Bäder

Nach dem Frieren im Freien so schnell wie möglich in die Badewanne zu einem schönen heißen Bad. Das klingt verlockend, hat aber einen ähnlichen Nachteil wie die morgendliche heiße Dusche: Werden die Blutgefäße durch das warme Wasser zu schnell wieder geweitet, kann der Blutdruck fallen und dadurch zu Kreislaufproblemen führen.

Das heißt allerdings nicht, dass auf ein wärmendes Bad vollständig verzichtet werden müsste. Es empfiehlt sich aber, dem Körper etwas Zeit zu geben, um sich von der Kälte zu erholen und das Badewasser nicht über 38 Grad zu erhitzen. 20 Minuten bei dieser Temperatur in der Wanne bringen dann schon die gewünschte Abhilfe.

Kältemythen auf dem Prüfstand

Damit sind die Mythen rund um das Thema Kälte aber noch lange nicht abgearbeitet, dazu ist ihre Zahl zu beachtlich. Ein paar gängige Beispiele:

Die meiste Wärme geht über den Kopf verloren.

Ein naheliegender Verdacht, denn selbst mit Schal und Mütze bleiben – zwangsläufig, um selbstgewählte Blindheit zu vermeiden – einige Partien des Gesichts der Kälte weiterhin ausgesetzt. Insofern ist die Behauptung nicht vollkommen falsch, allerdings würde sie auf jedes andere ungeschützte Körperteil genauso zutreffen.

Grundlage für diese Aussage ist übrigens eine Fehlinterpretation im Rahmen einer Studie der US-Armee, die inzwischen fast 50 Jahre zurückliegt. Bei der Überprüfung der Wärmeabstrahlung des Körpers wurden nämlich alle Körperteile mit Ausnahme des Kopfes in schützende Winterkleidung gepackt. So musste das Ergebnis ziemlich eindeutig ausfallen.

Frauen frieren schneller als Männer.

Klingt nach den üblichen Geschlechterklischees, stimmt aber wohl aus verschiedenen Gründen. Ein unterschiedlich hoher Muskelanteil, weniger beziehungsweise mehr Unterhautfettgewebe und Östrogen, das für die Weitung der Blutgefäße verantwortlich ist. Ja, unter allgemeinen biologischen Gesichtspunkten müssen Frauen wirklich mehr unter der Kälte leiden als Männer – jedenfalls solange, bis Letztere mit den frostigen Füßen der Liebsten konfrontiert werden.

Die Zunge klebt an eiskaltem Metall fest.

Ein Filmklassiker, der in der Realität allerdings sehr viel unlustiger werden dürfte. Denn die Zunge kann tatsächlich an Metalloberflächen kleben bleiben und lässt sich dann auch nicht mehr so leicht lösen, sofern Gewebeschäden vermieden werden sollen. Am besten funktioniert die notwendige Befreiungsaktion mit einem warmen Föhn, da warmes Wasser unter Umständen nur noch zusätzlich gefriert und die Situation noch schlimmer macht.

Das gleiche Phänomen betrifft übrigens auch Ohrringe und Piercings. Damit es wegen des Körperschmucks nicht zu Erfrierungssymptomen kommt, müssen diese entweder ausreichend geschützt oder gleich ganz entfernt werden, wenn es in die Kälte hinausgeht.

Was tun bei Kälte – und was besser nicht?
Kälte bietet Grippeviren leider beste Voraussetzungen, um sich vermehren. Bild: fotolia.com © Rido
Zum Abschluss noch eine Warnung im Hinblick auf die noch nicht abgeklungene Grippewelle: Die kalten Temperaturen begünstigen in der Tat die Ansteckung mit den Grippeviren. Das liegt unter anderem daran, dass diese mit niedrigen Gradzahlen sehr viel besser klarkommen, als mit hohen. Zum anderen bewirkt die geringere Durchblutung der Nasenschleimhäute, dass die körpereigene Abwehr gegen die Krankheitserreger nicht mehr so gut funktioniert. Die Kälte ist somit zwar nicht allein verantwortlich für Schnupfen, Husten und Grippeerkrankungen, aber sie hat zumindest einen Anteil daran.

Wer übrigens wissen will, wie bei eisigen Temperaturen auch der geliebte Vierbeiner oder die Pflanzen im Garten und auf dem Balkon vor Frost geschützt werden können, kann dies hier nachlesen.

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05.03.2018, 10:53 Uhr

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