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Was wusste Martin Winterkorn?
Martin Winterkorn. Foto: dpa
Diesel-Skandal

Was wusste Martin Winterkorn?

Der frühere VW-Chef rückt wegen Betrugsverdachts ins Visier der Staatsanwaltschaft.

28.01.2017
  • DPA

Braunschweig. Seinen Ruhestand hatte sich Martin Winterkorn sicher anders vorgestellt. Erst fegte ihn der Abgas-Skandal im September 2015 binnen weniger Tage aus dem Amt, kurz danach geriet der einst so mächtige Manager auch ins Visier der Justiz. Seit Anfang Januar ist Winterkorn Rentner, seine luxuriöse Altersversorgung sorgt seitdem für Schlagzeilen. Und nun steht ein weiterer Vorwurf gegen den 69-Jährigen im Raum: Betrugsverdacht.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig durchsuchte in den vergangenen Tagen etliche Büros im Raum Wolfsburg und weitete ihre Ermittlungen gegen Winterkorn deutlich aus. Auch Winterkorns Haus in München und sein dortiges Büro waren Ziele.

Die Braunschweiger Fahnder machten ihren Schritt am gestrigen Freitag öffentlich – nur Tage nachdem Winterkorn sich erstmals seit seinem Rücktritt wieder auf einer größeren Bühne gezeigt hatte. Erst vor gut einer Woche sagte er vor dem Abgas-Untersuchungssauschuss des Bundestages aus.

Dort blieb er bei seiner bisherigen Version: Er habe bis zum Bekanntwerden des Diesel-Skandals im Herbst 2015 von illegalen Abgas-Manipulationen nichts gewusst. „Es ist nicht zu verstehen, warum ich nicht frühzeitig und eindeutig über die Messprobleme aufgeklärt worden bin“, sagte Winterkorn.

Die Ermittler stellen sich diese Frage vermutlich auch – sie gehen aber noch weiter. Es hätten sich inzwischen „zureichende tatsächliche Anhaltspunkte“ dafür ergeben, dass Winterkorn „früher als von ihm öffentlich behauptet Kenntnis von der manipulierenden Software und deren Wirkung gehabt haben könnte“.

Winterkorn ist bei weitem nicht der einzige Beschuldigte. Die Staatsanwaltschaft dehnte ihre Ermittlungen auf 37 Personen aus. Gegen Winterkorn besteht in Sachen Abgas-Manipulationen nun auch ein Anfangsverdacht des Betruges – bisher war gegen ihn und andere aktuelle und frühere Manager „nur“ wegen des Verdachts der Marktmanipulation ermittelt worden. Die Beschuldigten sollen die Finanzwelt im Herbst 2015 deutlich zu spät über den Abgasskandal informiert haben. dpa

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28.01.2017, 06:00 Uhr

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