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330 Jugendfeuerwehrleute campten in Mössingen

Wasser marsch!

Was tun, damit es immer genügend Feuerwehrleute gibt? Das fragten sich die Mössinger Brandbekämpfer in den 1980er-Jahren und gründeten 1987 eine Jugendfeuerwehr. Nun feierte diese ihr 25-jähriges Bestehen mit einem dreitägigen Zeltlager, zu dem alle jungen Kollegen und die (zahlenmäßig weit unterlegenen) Kolleginnen aus dem Kreis eingeladen waren.

23.07.2012
  • Gabi Schweizer

Mössingen. Die Feuerwehrjugend lernte am Wochenende vor allem eins: den Umgang mit Wasser. Und zwar nicht nur mit dem aus dem Schlauch. Die Eröffnung: Reden bei Nieselregen. Die Fußballturniere am Samstag: zweimal wegen Unwetters unterbrochen. Aber die weißen Zelte, die auf dem Hegwiesensportplatz emporgewachsen waren, sahen robust aus. Sie waren dicht, bestätigten Max Kirchner und Marcel Flamm, beide 16 und von der Abteilung Tübingen-Stadtmitte.

Wasser marsch!

Max kam zur Feuerwehr, weil seine ganze Familie dort engagiert ist und auch er eines Tages „Brände vermeiden und Menschenleben retten“ will. Marcels Bruder, sein Cousin und seine Kumpels sind Feuerwehrleute – sie haben ihn „überredet“, auch mitzumachen. Manche Mitglieder sind noch ganz jung – wie Leon und Robert, beide 12. Leon wohnt fast direkt neben der Derendinger Feuerwehr, ging immer auf deren Feste und schaute bei den Übungen zu: „Das fand ich cool.“ „Wir gehen auch mal bowlen oder ins Kino“, erzählt Robert.

Anreize, die junge Leute im Verein halten – idealerweise bis ins Erwachsenenalter, wenn sie selbst das machen dürfen, wofür sie schon in jungen Jahren proben: Brände löschen, bei Unfällen helfen.

Wasser marsch!

Oberbürgermeister Michael Bulander nannte die Jugendfeuerwehr eine „tragende Säule der Personalgewinnung“. Natürlich verbunden mit viel Lob für die „Jugendarbeit auf höchstem Niveau“. Kreisbrandmeister Karl Herrmann verwandelte sich auf der Bühne wieder in einen Jugendfeuerwehrmann, und zwar in einen aus Frankreich: Er setzte eine rote Schildmütze auf, die die Gäste aus Beaugency ihm überreicht hatten. Die Mössinger Feuerwehr ist mit den „Sapeurs-Pompiers“ aus dem 8000-Einwohnerstädtchen südlich von Paris verschwistert.

Wasser marsch!

469 Mitglieder haben die Jugendfeuerwehren im Kreis (Stand 2011). Allerdings: Nur 52 Määdchen sind dabei. In Mössingen sind die Relationen ganz ähnlich: 23 Jungen, drei Mädchen. Dabei wären sie sehr willkommen, versichert Pressesprecher Thomas Lauria. Warum funktioniert’s nicht? Tja, da ist er auch ratlos und kann nur mutmaßen: „Es ist ja von der Geschichte her ein männerdominiertes Hobby.“ Leicht auszurechnen, dass es bei der Erwachsenenfeuerwehr ähnlich bleiben wird – denn die allermeisten Aktiven kommen über die Jugendfeuerwehr zum Verein.

Wasser marsch!
Vier arbeiten, einer passt auf, dass sie alles richtig machen: Die Jugendfeuerwehr Mössingen übt den „Löschangriff“.

Und das Programm am Wochenende, nach den Eröffnungsreden mit strenger Kleider- und Stehordnung? Disko im Zelt, Fußballturnier, Stadtrallye. Wer alt genug war (mindestens 15), konnte die Leistungsspange machen, das höchste Abzeichen für ein Mitglied der Jugendfeuerwehr. Einen speziellen Brand allerdings durften auch die erwachsenen Gäste nicht löschen: Weil es nun mal ein Jugendfeuerwehrcamp war, gab es keinen Alkohol.

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23.07.2012, 12:00 Uhr

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