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Webcam-Sex in Wohnung verboten
„Dann eben nach Mallorca“: „Natalie Hot“ nach der Verhandlung. Foto: dpa
München

Webcam-Sex in Wohnung verboten

Ein Erotik-Sternchen in Oberbayern darf in seiner Wohnung nicht als Webcam-Girl arbeiten.

07.10.2016
  • SVEN KAUFMANN

München. Das wichtigste Utensil im Arbeitszimmer von „Natalie Hot“ ist eine Couch, auf der sich die 24-Jährige mit dem einschlägigen Künstlernamen leicht bekleidet räkelt, während zahlende Kunden per Webcam zuschauen. So arbeitet sie „acht Stunden am Tag, fünf Tage die Woche“ – sofern sie nicht andernorts Pornos dreht, für erotische Fotos posiert oder auf Sex-Messen auftritt. Doch damit ist jetzt Schluss. Das Verwaltungsgericht München hat ihr gestern untersagt, in ihrem Wohnhaus ein Gewerbe zu betreiben.

Dass damit Ruhe einkehrt in Ampfing, eine 6000-Einwohner-Gemeinde in Oberbayern, ist unwahrscheinlich. Dort herrscht helle Aufregung, seit die junge Frau und ihr Ehemann und Manager vergangenes Jahr zugezogen sind – und aus dem Job der 24-Jährigen keinen Hehl machten.

Erregung ruft nicht nur der freizügige Werbeaufdruck auf dem Auto des Porno-Sternchens hervor. Auch eine Swingerparty, zu dem das Paar die Nachbarschaft per Flyer eingeladen hatte, verfehlte ihre provozierende Wirkung nicht.

Nun hat das Paar vor Gericht zwar eine Niederlage kassiert. Doch für den Fall hatte „Natalie Hot“ schon am Mittwoch angekündigt, den Nachbarn in den Monaten bis zum dann nötigen Auszug „die Hölle heiß zu machen“. Auch ihr Mann sagte gestern, er wolle sich nicht mehr zurückhalten. „Damit die Nachbarn einfach mal sehen, dass wir auch anders gekonnt hätten. Die haben ja wirklich überhaupt nichts mitbekommen bislang.“

Das sieht das Verwaltungsgericht München anders und attestiert der Tätigkeit der Frau „eine gewisse Außenwirkung“. Damit wurde ihre Klage gegen den Freistaat Bayern abgewiesen, die sie erhoben hatte, weil das Landratsamt Mühldorf ihr eine Nutzungsänderung für das gemietete Haus und dessen gewerbliche Nutzung untersagt hatte. Es darf laut Bebauungsplan nur zu Wohnzwecken genutzt werden, die Frau hatte aber ein „Darstellungs- und Schaustellereizimmer“ einrichten wollen.

Das Paar erwägt, Rechtsmittel gegen das Urteil einzulegen. Wahrscheinlich ist aber, dass es wegzieht. Nach Mallorca. Der Ehemann: „Wenn uns der bayerische Staat nicht haben will, bekommt er auch unsere Steuern nicht.“ dpa

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07.10.2016, 06:00 Uhr

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