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Kommentar zur Diskussion über die Rente

Weckruf an alle

07.11.2016
  • ULRICH BECKER

Ulm. Der Tabubruch gehört zum gut einstudierten Politikrepertoire von Wolfgang Schäuble. Beim Thema Rente hat der Finanzminister ihn wieder einmal ganz gezielt eingesetzt. Via „Spiegel“ ließ er verkünden, dass er sich ein höheres Renteneintrittsalter vorstellen könne. Noch ohne konkrete Zahlen oder gar ein ausgearbeitetes Papier, aber der Aufschrei aus SPD- und Gewerkschaftslager kam dennoch prompt: Von „Mit uns nicht zu machen“ bis „unfassbar“ reichten die Reaktionen.

Schäubles Absicht liegt auf der Hand: Vor dem morgen stattfindenden Rentengipfel wirft er dem Koalitionspartner einen Knochen hin, an dem sich alle erwartungsgemäß abarbeiten. Dem gewieften Politfuchs ist klar, dass eine Erhöhung der Lebensarbeitszeit im Moment keine Mehrheit finden wird. Doch mit dem Streit kommt hoffentlich Leben in eine Debatte, die immer absurdere Züge annimmt: Obwohl allen klar ist, dass nur radikale Einschnitte das Rentensystem vor seinem demografisch begründeten Kollaps bewahren können, scheut jeder den ersten Schritt. Schäubles gezielte Provokation ist ein Weckruf an alle, sich endlich der Wahrheit zu stellen.

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07.11.2016, 06:00 Uhr

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