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Kommentar

Weckruf für die Sender

05.03.2018
  • JAN-DIRK HERBERMANN

Genf. Die medienpolitische Revolution fand nicht statt. Die Schweizer lehnen die Abschaffung der TV- und Radiogebühren mit klarer Mehrheit ab. Aufatmen können die Mitarbeiter der öffentlichen Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft und ihrer Sender. Das drohende Aus der SRG ist abgewendet. Erleichterung herrscht auch bei der Berner Regierung, die sich vehement für das bestehende System einsetzte.

Eine große Mehrheit der Schweizer will auf die öffentlichen Programme nicht verzichten. Zumal die Beiträge in den verschiedenen Landesssprachen erhalten bleiben – von Deutsch und den Schweizerdeutschen Dialekten über das Französische und Italienische bis hin zum Rätoromanischen. Für den Zusammenhalt der sogenannten Willensnation Schweiz leisten die SRG und die Regional- und Lokalsender, die ebenso in den Genuss des Gebührengeldes kommen, einen Beitrag.

Doch die Diskussion über die Zwangsgebühren in der Schweiz und in Deutschland wird weitergehen. Die grundsätzliche Frage bleibt: Wieso müssen Menschen, die kein öffentliches Radio und Fernsehen konsumieren, dafür Gebühren entrichten? Offensichtlich können die Befürworter des Systems keine Antwort finden, die alle Schweizer überzeugt.

Helvetiens Regierung darf nun kein stures „Weiter so“ durchziehen. Zwar werden die Radio- und TV-Gebühren ab dem nächsten Jahr sinken. Es wäre aber angebracht, über die Möglichkeit nachzudenken, für diejenigen, die weder öffentliche Programme konsumieren noch bezahlen wollen, eine Ausstiegsklausel zu schaffen. Eine freiheitliche Gesellschaft sollte, soweit es irgend geht, auf Zwangsmittel verzichten, um ihre Ziele zu erreichen.

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05.03.2018, 06:00 Uhr

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