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Konzerterlebnis zum Ausklang

Weihnachtskonzert im Kloster wurde wieder Erwartungen voll gerecht

Für einige ist es der künstlerische Höhepunkt und der Ausklangs-Ritus der Weihnachtstage: Das festliche Weihnachtskonzert in der Alpirsbacher Klosterkirche. Wieder überraschte, wie viele Freunde geistlichen Musikgenusses alle Sitzplätze im Kirchenschiff füllten.

29.12.2011
  • hans-peter zepf

Alpirsbach. Die durch musikalische Konzerterfahrungen bestens geschulten heimischen Sänger der Alpirsbacher Kantorei, des Jugendchors und des Chors Para Vox wurden unterstützt durch die Sopranistin Alexandra Gühring aus Rosenfeld und das Orchester „Cappella Vivace Rottweil“. Erst 2009 von der Geigerin und Konzertmeisterin Heidi Augstein gegründet, hat dieses Ensemble auch über die Schwarzwaldregion hinaus einigen Ruhm eingeheimst. Organist Dieter Benson aus Zell am Harmersbach hatte die besondere Aufgabe, die einmalige Alpirsbacher Orgelskulptur spielen zu dürfen.

Variationen zu „Vom Himmel hoch“ bildeten den Auftakt des Konzerts. Durch Martin Luther komponiert, wurde das Thema im Laufe der Jahrhunderte von vielen Komponisten bearbeitet. Georg Böhm war um 1700 zeit seines musikalischen Schaffens Organist in Lüneburg.

Dieter Benson eröffnete mit seinem Orgelvorspiel den musikalischen Abend. Otto Nicolai hat aus dem Choral eine großartige Weihnachtsouvertüre geschaffen, die von Orchester, Chor und Orgel vorgetragen wurde. Johann Sebastian Bach hat drei Bearbeitungen des Chorals veröffentlicht. Er war übrigens zur Zeit Georg Böhms Schüler am Kloster Lüneburg, so dass sich deren Schaffen durchaus gegenseitig beeinflusst haben mag. Die Konzertbesucher waren bei Bachs Liedsatz zum Mitsingen eingeladen, was freilich nicht jeder mitbekam oder mitvollzog. Um so besser kamen die geschulten Stimmen des Chors zur Geltung. Die Strophen wurden abwechselnd von Orgel und Orchester begleitet.

Zum traditionellen gehaltenen Arrangement der Weihnachtskonzerte unter der Leitung von Ulrich Weissert, dem Kantor in Alpirsbach, gehört es, dass der Komponist des Hauptwerks zunächst mit einem kürzeren Stück eingeführt wird. An diesem Abend war es das „Candate Domino“ (Singet dem Herrn ein neues Lied) für Chor und Orgel des zeitgenössischen britischen Komponisten und Chorleiters John Rutter.

John Rutter verbindet in ganz eigener und überraschender Art klassische Musik mit modernen Stilelementen aus Jazz, Pop und Gospel. Ganz besonders in Amerika hat seine Musik viele Freunde, er gilt dort als bedeutendster Komponist geistlicher Musik der Gegenwart.

Vor dem Höhepunkt und Abschluss wurde es aber nochmals rein klassisch: Mit der Symphonie Nr. 8 F-dur von Ludwig van Beethoven. Der Komponist selbst hielt sie für besser gelungen als die berühmtere Siebente, und auch für den Zuhörer hat sie einen besonders angenehmen Klang. Sie ist durchgehend heiter und lebhaft angelegt, sie verzichtet auf langsame, getragene Teile. Wohl deshalb ist sie auch die kürzeste der Symphonien Beethovens.

Im „Magnificat“ von John Rutter, 1990 komponiert, hatte Sopranistin Alexandra Gühring ihren großen Auftritt, unterstützt durch Chor und Orchester. „Magnificat“ ist eines der ersten und zugleich meistvertonten biblischen Themen. Es ist der psalmartige Lobgesang Mariens aus dem Lukas-Evangelium in lateinischer Sprache, nachdem ihr von Erzengel Gabriel die Nachricht ihrer Empfängnis überbracht worden ist. Besonders interessant klang die überraschende, moderne Vertonung des uralten Themas. Unter dem großen Beifall des Publikums wurde der letzte Satz „Gloria Patri“ da capo präsentiert.

Das Weihnachtskonzert wurde der großen Erwartung der Besucher im Kloster Alpirsbach wieder voll gerecht, und das in punkto musikalischer Qualität, hinsichtlich des sorgsam ausgewählten musikalischen Materials und hinsichtlich auch des einmaligen Klangerlebnisses in der Klosterkirche. Der Freundeskreis der Klostermusik wird weiter wachsen.

Weihnachtskonzert im Kloster wurde wieder Erwartungen voll gerecht
Das Weihnachtskonzert der Alpirsbacher Kantorei mit Jugendchor, dem Chor Para Vox, dem Orchester „Cappella Vivace Rottweil“, und dies unter der Leitung von Klosterkirchen-Kantor Ulrich Weissert (ganz rechts im Bild).Bild: hpz

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29.12.2011, 12:00 Uhr

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