Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Weißer Oleander

Teenieleid in einem atmosphärisch dichten Melodrama ohne Taschentuchzwang.

Teenieleid in einem atmosphärisch dichten Melodrama ohne Taschentuchzwang.

WHITE OLEANDER
USA

Regie: Peter Kosminsky
Mit: Alison Lohman,Michelle Pfeiffer,Robin Wright Penn

- ab 12 Jahren

Tagblatt-Wertung

Leser-Wertung

rating rating rating rating rating

Film bewerten

rating rating rating rating rating
24.11.2015
  • che

Gleich drei weibliche Topstars bevölkern dieses klassische Melodrama. Die Hauptrolle gehört allerdings der Nachwuchskraft Alison Lohman. Sie spielt den Teenager Astrid, der in einem mühsamen Emanzipations-Prozess aus dem Schatten seiner übermächtigen Mutter tritt und einen eigenen Platz im Leben findet. Michelle Pfeiffer mimt diese egozentrische Künstlerin, die ihre rigiden Vorstellungen vom „richtigen“ Leben rücksichtslos auf ihre Tochter oktroyiert. Daran ändert sich auch nichts, als sie wegen Mordes ins Gefängnis muss. Aus der Distanz versucht sie, jede emotionale Bindung ihres Kindes zu hintertreiben. Mit Charisma und Charme, fiesen Tricks und Erpressung hält sie Astrid auf unsicherem Schlingerkurs durch Heime und Pflegefamilien. Dabei wünscht sich das Mädchen nichts sehnlicher als Geborgenheit und Halt in einer zur Not auch noch so spießigen Familie.

Das Drehbuch nach dem Bestseller von Janet Fitch ist nicht frei von Plattitüden und hält keiner strengen Plausibilitäts-Prüfung stand. Doch eine ausgeklügelte Regie und das engagierte Darstellerinnen-Ensemble machen das wett. In der Grauzone zwischen Sozialstudie und Rührstück bringt Regisseur Peter Kosminsky emotionale Schwüle und kühle Charakterzeichnung seelenruhig in Einklang. Robin Wright Penn und Renee Zellweger liefern als religiös umwahnte beziehungsweise neurotisch überfürsorgliche Ersatzmütter knappe aber präzise Karikaturen elenden Daseins. Und die junge Alison Lohman schultert die Bürde des gegen seine verordnete Unmündigkeit aufbegehrenden Teenies mit Leichtigkeit, wenn auch vielleicht etwas zu routiniert.

Erinnerungswürdig bleibt „Weißer Oleander“ aber in erster Linie wegen Michelle Pfeiffer. Ihre wenigen Auftritte prägen die drückende Atmosphäre ähnlich nachhaltig wie die unsichtbare Rebecca den gleichnamigen Hitchcock-Film.

Spielplan

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Kommentare können für diesen Artikel nicht mehr erfasst werden.

Kino Suche im Bereich
nach Begriff
Anzeige