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Faszination fliegende Menschen

Weite und hohe Sprünge mit Unterhaltungswert

Mit einem Feuerwerk beendeten die Veranstalter von der LG Mössingen gestern das 2. Abendsportfest. Zuvor hatten die Athleten ihr Feuerwerk abgebrannt, die etwa 400 Zuschauer im Belsener Ehrnwiesenstadion ins Erstaunen versetzt und Bestzeiten am Fließband geliefert.

02.08.2012
  • bernhard schmidt

Mössingen-Belsen. Die Premiere im vergangenen Jahr hatte noch unter Regenunterbrechungen gelitten, gestern Abend knallte auch um 19 Uhr noch die Sonne vom Himmel. Und auch nachdem die sich verzogen hatte, herrschten laue Temperaturen – ideale Bedingungen für die Athleten an der Weitsprunggrube und an der Stabhochsprungmatte. Während sich die Sportler auf der Bahn warmliefen, suchten die Zuschauer den Schatten der Bäume in der Ostkurve.

Die Spitzenathleten lobten unisono die optimalen Bedingungen und die rege Unterstützung durch das fachkundige Publikum. „Ein paar mehr hätten es aber schon sein können“, grantelte dagegen Wolfgang Sigloch, Vorstand der veranstaltenden LG, „ich weiß nicht, warum sich so viele Leute einen unterklassigen Kick anschauen und so eine hochkarätige Veranstaltung auslassen.“ Sein Vorstandskollege Dieter Schneider feuerte derweil unbeeindruckt die Zuschauer zum rhythmischen Klatschen auf.

Mit der Hitze wussten die Sportler gut umzugehen, nur Lisa Steinkamp, Weitsprungsiegerin mit der Punktlandung bei genau sechs Metern, klagte über Kopfschmerzen. Im gleichen Wettbewerb wurde übrigens Marie-Laurence Jungfleisch Dritte mit 5,71 Meter. Jungfleisch? Richtig, die 22-Jährige ist eigentlich im Hochsprung zuhause und hatte zuletzt für Schlagzeilen gesorgt, weil sie die Olympia-Norm von 1,95 Meter ein paar Wochen zu spät schaffte. „Wenn man eigentlich hätte dabei sein können, dann schaut man die Spiele nun doch mit etwas Wehmut im Fernsehen an“, sagt das Sprungtalent von Salamander Kornwestheim.

Und auch ein veritabler Olympiasieger hatte gestern in Belsen seine Aufwartung gemacht. Lutz Dombrowksi, Weitsprungsieger von Moskau 1980, ist Trainer bei der LG Staufen und freute sich über den Coup seines Schützlings Stefan Köpf, der mit dem letzten Versuch den bis dahin mit 7,53 Meter führenden Julian Howard (LG Karlsruhe) noch von der Spitze verdrängte. Dritter wurde Tobias Fluck (LAV Stadtwerke Tübingen). Trainer Dombrowski, immer noch deutscher Rekordhalter mit 8,54 Meter, hofft inständig, dass seine Bestmarke nicht mehr lange Bestand hat.

Peter Rapp, Tübingens erster und einziger Acht-Meter-Springer, hat mit dem Spitzensport mittlerweile abgeschlossen und stand gestern einigen Athleten mit Rat und Tat zur Seite. Außerdem hat er die Kontakte zu den einstigen Weggefährden geknüpft und zusammen mit den Organisatoren das Starterfeld zusammengestellt.

Viele Ohs und Ahs entlockten danach die Stabhochspringer/innen den Zuschauern, als sie sich mit viel Geschick in den Abendhimmel schraubten. Mitleidendes Aufstöhnen aber auch, wenn ein Versuch missriet, ein Springer, weil er seinen Versuch zu spät abbrach, sich gar verletzte. So musste Tim-Marvin Grimberg mit einer Rippenprellung schon nach dem ersten Versuch den Wettbewerb beenden.

Hoch gewettet, weil mit der mit Abstand besten Höhe gemeldet, war Alexander Straub (LG Filstal). Der Meister von 2009, Bestleistung 5,81 Meter, war nur knapp an der Olympia-Norm gescheitert. Und auch gestern Abend hatte er Pech. Vor allem im dritten Versuch scheiterte er nur knapp an 5,30 Meter und musste den Sieg Florian Gaul (VfL Sindelfingen) überlassen, der als Einziger 5,30 Meter übersprang.

Bei 5,25 Meter war für Leo Lohre Endstation. Bekannter als der 22-jährige, für Bayer Leverkusen startende Nachwuchsspringer, ist sein Vater Günther Lohre, der auf der Anlage nicht nur seinen Sohn betreute. Vater Lohre ist Vizepräsident des DLV, zuständig für den Leistungssport. Der heute 59-Jährige war Olympia-Neunter in Montreal – im Stabhochsprung versteht sich.

Weite und hohe Sprünge mit Unterhaltungswert
Imponierende Höhenflüge zeigten die Stabhochspringer: Der amtierende deutsche Jugendmeister Florian Gaul überquerte gestern Abend bei Dämmerung und Flutlicht im Belsener Ehrnwiesenstadion als Einziger 5,30 Meter. Bild: Rippmann

Die Erstplatzierten des Abendsportfestes in Mössingen-Belsen:
Weitsprung Frauen: 1. Lisa Steinkamp (Sindelfingen) 6,00 Meter, 2. Isabel Mayer (LV Pliezhausen) 5,79 Meter, 3. Marie-Laurence Jungfleisch (Kornwestheim) 5,71 Meter.
Weitsprung der Männer: 1. Stefan Köpf (LG Staufen) 7,61 Meter, 2. Julian Howard (LG Karlsruhe) 7,53 Meter, 3. Tobias Fluck (LAV Stadtwerke Tübingen) 7,35 Meter.
Stabhochsprung Frauen: 1. Katharina Bauer (Mainz) 4,30 Meter, 2. Joana Kraft (TuS Metzingen) 4,25 Meter, 3. Michaela Donie (Zweibrücken) 4,10 Meter.
Stabhochsprung Männer: 1. Florian Gaul (VfL Sindelfingen) 5,30 Meter, 2. Daniel Clemens (Zweibrücken), 3. Alex Straub (LG Filstal).

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02.08.2012, 12:00 Uhr

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