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Der Kommentar

Weiter mutig Großes wagen

Man könnte fürs Jahr 2012 ein Bild wählen: Tübingen hat ein Feuerwerk der Ideen und Großprojekte gesehen. Man könnte dann die Regionalstadtbahn und die Weltkulturerbe-Bewerbung, die Planung neuer Stadtviertel, die Ankündigung eines Konzertsaals, den neuen Anlauf beim Europaplatz und vieles mehr als Leuchtraketen bezeichnen.

31.12.2012
  • Gernot Stegert

Eher Böller wären Boris Palmers Citymaut-Vorstoß, die Debatten um Tempo-30-Zonen, Parkplätze in der Innenstadt und weitere Verkehrsthemen. Man könnte. Aber ein Feuerwerk verglüht. Insofern passt die Metapher nicht ganz. Die großen Pläne zielen ja auf nachhaltige Veränderungen zum Besseren.

Man könnte vieles für zu groß für das beschauliche Tübingen halten. Nach dem Motto: Klein ist schön, weniger täte es auch. Man könnte Helmut Schmidt bemühen mit seinem Totschlag-Zitat: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ Damit bläst man gemeinhin Zukunftsideen fort wie der Altkanzler den Qualm der Zigaretten. Man könnte. Aber das wäre zu selbstzufrieden und perspektivlos. Tübingen ist gewiss keine Metropole, aber gestaltet werden sollte eigentlich überall. Zudem ist nicht alles Luftschloss. An vielem wird hart gearbeitet, anderes ist erreicht oder weit fortgeschritten: vom Mühlenviertel bis zur Alten Weberei, von der Kinderbetreuung bis zu Schulreformen. Das Pensum in Tübingen ist beachtlich. Auch die Universität wurde für ihr tätiges Festhalten an der Vision einer Exzellenz-Auszeichnung belohnt.

Man könnte auf der anderen Seite Zitate aus der Weisheitsliteratur verschiedener Kulturen zu einem bunten Strauß blumiger Worte binden. Dann würde hier beispielsweise stehen, dass Großes klein anfange und jeder Weg mit einem ersten Schritt beginne. Man könnte. Aber solche Poesie würde dem Ernst von Bedenkenswertem und Diskussionswürdigem nicht gerecht.

Man könnte noch vieles sagen, während andere tun, was sie können. Hier sei schlicht notiert: Visionäres wie die Stadtbahn war im Herbst fast abgeschrieben, ist aber nun doch möglich. Sie hat Nachteile, die Vorteile indes überwiegen – für Tübingen wie die Region. Das nur als Beispiel. Denn in diesen Zeilen geht es weniger um diesen oder jenen Plan als um eine Haltung. Große Projekte sind einen, ja mehrere Versuche wert. Ohne Wagemut wird aus dem Konjunktiv nie ein Indikativ, werden nie die Sektkorken knallen.

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31.12.2012, 12:00 Uhr

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