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Kommentar zu Martin Schulz

Weiteres Zugpferd

25.11.2016
  • Gunther Hartwig

Berlin. Martin Schulz ante portas – das pfiffen die Spatzen seit Wochen von den Berliner Dächern, und auch in Brüssel war der nicht ganz freiwillige Wechsel des Parlamentspräsidenten in die Bundespolitik längst kein Geheimnis mehr. Dass sein Herz weiter an Europa hängen wird, spricht nicht gegen eine angemessene Weiterbeschäftigung an der Spree.

Warum also soll Schulz nach der Bundesversammlung im Februar nicht als Nachfolger des designierten Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier an die Spitze des Auswärtigen Amtes rücken? Diesen Job könnte er mit seiner reichhaltigen Gipfel- und Krisenerfahrung gewiss, auch wenn er nicht durchweg als Chef-Diplomat aufgetreten ist in seiner bisherigen Funktion.

Dass der enthusiastische Europa-Politiker in der SPD unterdessen schon als Hoffnungsträger gehandelt wird, sagt jedoch mehr aus über den verunsicherten Zustand der Partei als über die unbezweifelbaren Qualitäten des ehemaligen Buchhändlers und Bürgermeisters aus Würselen. Die EU kennt der vielsprachige Genosse zwar wie seine Westentasche, aber er verfügt nicht über Regierungserfahrung, und die Untiefen der deutschen Innenpolitik sind ihm bislang auch eher fremd.

Es bleibt also einstweilen dabei: Was Martin Schulz demnächst wird, ob Außenminister oder Kanzlerkandidat oder beides oder nichts davon, entscheiden Parteichef Sigmar Gabriel und die SPD-Spitze erst in einigen Wochen. So ist jedenfalls der Plan. Dass die Sozialdemokraten mit dem langjährigen EP-Präsidenten über ein zusätzliches Zugpferd im Bundestagswahlkampf verfügen, ist immerhin kein Nachteil.

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25.11.2016, 06:00 Uhr

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