Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Starfighter unter Beschuss

Weltweit berichten Medien über Kampfjet auf Zuffenhauser Firma

Ein Starfighter auf dem Dach einer Firma in Zuffenhausen macht mächtig Aufsehen. Nachbarn stören sich an dem ausrangierten Kampfjet, Medien in ganz Deutschland und aller Welt berichten darüber.

20.04.2013

Von KARLA SCHAIRER

Stuttgart Der Starfighter auf dem Dach einer Firma in der Zuffenhausener Zahn-Nopper-Straße sorgt für großen Wirbel. Medien in ganz Deutschland und der Welt berichten über Hartmut Rehorsch, Geschäftsführer der Firma Merkle Schweißtechnik, der sich den ausrangierten Kampfjet aufs Dach gebaut hat - und über seine Nachbarn, die sich darüber beschweren.

300 E-Mails aus der ganzen Welt bekommt Rehorsch täglich, seit bekannt wurde, dass er sich am Gründonnerstag einen Starfighter aufs Dach gebaut hat. Auch wir berichten über das ungewöhnliche Objekt. "Fast alle, ich würde sagen 98 Prozent, sind positive Reaktionen", berichtet der 56-Jährige, der ein passionierter Pilot ist. "Viele beglückwünschen mich." Das Fernsehen, die britische "Metro" und amerikanische Medien berichten über Rehorsch, für den der Flieger ein "Kultobjekt" ist.

Ganz unrecht ist der Wirbel dem geschäftstüchtigen Unternehmer sicher nicht: "Der Werbefaktor ist nicht wegzudiskutieren", sagt Rehorsch. "Wir haben 30 Prozent mehr Aufträge." Täglich würden hundert Fotografen vor dem Firmengelände stehen und den Flieger fotografieren. "Ich habe jetzt Infomaterial ausgelegt, damit ich nicht nur mit Fragenbeantworten beschäftigt bin", sagt Rehorsch. Außerdem hat er kurzfristig zwei Frauen in Teilzeit angestellt, die die gestiegenen Presse- und Kundenanfragen für ihn bearbeiten.

Auf der Unterschriftenliste "Pro Starfighter", die in seiner Firma ausliegt, stünden schon einige Hundert Unterschriften - auch von Anwohnern der benachbarten Rütlistraße. In derselben Straße wohnt Jürgen Hörrmann, eben der Nachbar, der sich zusammen mit einer kleinen Gruppe Anwohner über den Kampfjet beschwert hat und ihn als "Kriegsgerät" bezeichnet.

Seit Jahren gibt es Zoff zwischen den Parteien. Rehorsch findet es "verwunderlich", dass sein Nachbar plötzlich nichts mehr gegen den Starfighter zu haben scheint. Denn in einem Interview mit dem Radio Energy sagte Hörrmann jüngst: "Ich habe nichts gegen den Starfighter und nichts gegen Herrn Rehorsch. Ich habe nur die Frage: Darf jemand ungefragt von den Anliegern das auf sein Dach stellen."

In dieser Frage ist sich auch Rehorsch nicht sicher. Laut Bebauungsplan hat Rehorsch mit dem Starfighter die zulässige Gebäudehöhe seiner Firma von acht Metern überschritten. "Es gibt aber Juristen, die mir schreiben, dass der Starfighter Gebrauchsgegenstand und Sache ist, er ist kein Gebäudebestandteil." Fest steht für ihn: "Eine Gedenktafel für die 116 gestorbenen Piloten kommt dran."

Die SPD hat außerdem eine Anfrage an die Stadtverwaltung gestellt: "Wie sehen die rechtlichen Grundlagen für solch ein militärisches Objekt auf einem öffentlich einsehbaren Dach aus?"

Das Baurechtsamt habe sich bereits an ihn gewandt und die dazugehörigen Planunterlagen angefordert, so Rehorsch. Er sei gerade dabei, diese zusammenzusuchen. "Wenn ich den Starfighter vom Dach nehmen muss, dann stelle ich ihn eben woanders hin", sagt Rehorsch. Denn: "Genug Platz habe ich ja."

Zieht viele Blicke auf sich: Ein ausrangierter Starfighter auf dem Dach einer Firma in Zuffenhausen. Der Geschäftsführer bekommt dazu Resonanz aus aller Welt - "zu 98 Prozent positive", sagt er. Foto: Schairer

Zum Artikel

Erstellt:
20. April 2013, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
20. April 2013, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 20. April 2013, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen