Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Frankfurt

„Weltwirtschaft im Kriechgang“

Deutschland kann sich vom globalen Trend etwas abkoppeln. Das Wachstum kommt aus dem Inland.

07.10.2016
  • DPA

Frankfurt. Die Exportnation Deutschland muss sich selbst helfen. Der Welthandel fällt als Wachstumstreiber vorerst aus. Die Konjunkturprobleme Chinas sind nach wie vor nicht gelöst, das Brexit-Votum verunsichert Investoren und aus einst boomenden Schwellenländern kommen vorerst keine Impulse. Ein deutlich düsteres Bild als noch zu Jahresbeginn zeichnet die Welthandelsorganisation WTO für den globalen Handel.

Sie rechnet in diesem Jahr mit dem langsamsten Wachstum seit der Finanzkrise 2009. Für das kommende Jahr haben sich die Aussichten ebenfalls eingetrübt. „Die dramatische Verlangsamung im Handel sollte als Weckruf dienen“, mahnt WTO-Generaldirektor Roberto Azevèdo.

„Das schwierige weltwirtschaftliche Umfeld wird sich auch in den kommenden Monaten fortsetzen“, sagt auch Anton Börner, Präsident des Außenhandelsverbandes BGA voraus. „An allen Ecken und Enden der Welt kriselt es.“ Zwar steuert die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr auf einen weiteren Exportrekord zu. Der BGA rechnet allerdings nur mit einem leichten Plus der Ausfuhren von maximal 2 Prozent auf 1220 Mrd. EUR. Im ersten Halbjahr 2016 waren es 1,4 Prozent. „Die Weltwirtschaft befindet sich im Kriechgang“, konstatiert der Bankenverband BdB in seiner aktuellen Konjunkturprognose. Sorgen bereitet nicht nur der chinesische Markt, der als Wachstumslokomotive der Welt derzeit ausfällt.

Maschinenbauer spürt Folgen

Auch die Konjunktur in den USA, der weltgrößten Volkswirtschaft, entwickelt sich dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge schwächer als erwartet. Das bekommen auch die exportorientierten deutschen Maschinenbauer zu spüren. Von Januar bis Juli verbuchte die Branche ein deutliches Minus im Handel mit Ostasien – einschließlich China. Aber auch die Geschäfte mit „Made in Germany“ in Nordamerika liefen schlechter als im Vorjahr.

Das Wirtschaftswachstum in Deutschland muss also von innen kommen. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht: Die Baubranche profitiert vom Immobilienboom. Zudem treibt seit geraumer Zeit der Konsum im Inland die immer wieder für ihre Exportstärke gescholtene deutsche Wirtschaft an. Vielen Verbrauchern sitzt das Geld locker, weil Sparen kaum belohnt wird. Die Inflation ist trotz eines leichten Anstiegs noch vergleichsweise niedrig. Dadurch profitieren Beschäftigte unter dem Strich stärker von Lohnerhöhungen.

Zwar erhielt die Kauflust der Verbraucher zuletzt einen Dämpfer. Viele Haushalte rechnen nach Angaben der GfK in den kommenden Monaten mit einem schwächeren Wirtschaftswachstum und damit auch mit nicht mehr so hohen Einkommen wie bisher. Aber das sei noch keine Trendwende, betont die GfK.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

07.10.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball