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Weltwirtschaft kommt langsam in Schwung
IWF-Chefin Christine Lagarde: Deutschland soll mehr in Infrastruktur investieren. Foto: dpa
Wachstum

Weltwirtschaft kommt langsam in Schwung

Der Internationale Währungsfonds (IWF) mahnt Strukturreformen und Schuldenabbau in Europa an.

19.04.2017
  • PETER DE THIER

Washington. Getragen von der zyklischen Erholung bei Investitionen, in der Industrie und beim internationalen Handel wird die Weltwirtschaft nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds (IWF) leicht an Schwung gewinnen. Risiken gingen aber weiterhin von den sich ausbreitenden protektionistischen Tendenzen sowie anhaltend geringer Produktivität und dem immer größeren Einkommensgefälle aus.

Wie der Währungsfonds in seinem neuen Weltwirtschaftsausblick (WEO) schreibt, wird die globale Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um 3,5 und 2018 um 3,6 Prozent zunehmen. 2016 war ein Plus von 3,1 Prozent gemessen worden. In den Industrieländern werden in diesem und dem nächsten Jahr Wachstumsraten von jeweils 2,0 Prozent erwartet. Über diesem Wert werden die USA liegen, während in der Eurozone die Wirtschaft 2017 um 1,7 und im folgenden Jahr 1,6 Prozent wachsen wird. Deutlich schneller werden sich die Schwellen- und Entwicklungsländer erholen.

Die europäische Wirtschaft wird laut IWF weiterhin von steigenden Staatsausgaben sowie der positiven Stimmung an den Finanzmärkten und auch dem schwächeren Euro profitieren, der die Exportwirtschaft begünstigt. Vor dem Hintergrund von nachteiligen demografischen Umständen, insbesondere einer alternden Bevölkerung und der damit verbundenen Produktivitätseinbußen, werden die weiteren Aussichten für Euroland allerdings als „düster“ beschrieben.

Notwendig seien daher Strukturreformen, die auf höhere Produktivität abzielen, ebenso wie Investitionen in die Infrastruktur und vor allem in einigen Ländern auch Maßnahmen zum beschleunigten Abbau der hohen Staatsverschuldung. Angesichts des insgesamt günstigen Umfelds will der IWF nicht ausschließen, dass die kurzfristigen Wachstumsraten höher ausfallen.

IWF-Chefin Christine Lagarde hat Deutschland erneut aufgefordert, seine Exportüberschüsse für Investments in die Infrastruktur zu nutzen. Es sei legitim für ein Land mit alternder Bevölkerung, nach einem Überschuss zu trachten, sagte Lagarde in einem Interview.

„Vier Prozent wäre vielleicht gerechtfertigt, acht Prozent sind es nicht“, fügte die Exekutivdirektorin des Internationalen Währungsfonds hinzu. Peter De Thier

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19.04.2017, 06:00 Uhr

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