Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Wende in Wisconsin
Abstimmung am Automaten: Zwei Bürger nehmen in Milwaukee (Wisconsin) an der Vorwahl teil. Foto: afp
Schlappe für Favoriten im Rennen um US-Präsidentschaftskandidatur

Wende in Wisconsin

Ein Sieg im Rennen um die US-Präsidentschaftskandidatur schien Hillary Clinton und Donald Trump kaum zu nehmen. Doch in Wisconsin mussten sie Niederlagen gegen ihre jeweiligen Rivalen einstecken.

07.04.2016
  • PETER DE THIER

Washington. Mit den überzeugenden Siegen von Ted Cruz und Bernie Sanders bei der Vorwahl im US-Bundesstaat Wisconsin könnte sich eine Wende im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner und Demokraten abzeichnen. Denn noch vor wenigen Wochen hatte es Umfragen zufolge den Anschein, als würde in Wisconsin der ehemaligen Außenministerin Hillary Clinton (Demokraten) und dem Immobilienunternehmer Donald Trump (Republikaner) der Sieg in ihren jeweiligen Parteien nicht zu nehmen sein.

Doch bei den Demokraten hat sich der unermüdliche Einsatz des 74-jährigen linksgerichteten Senators Sanders, dessen Forderungen nach höherer Besteuerung der Reichen, kostenlosem Universitätsstudium und mehr sozialer Gerechtigkeit vor allem bei jungen Wählern gut ankommen, ausgezahlt. An jenen Delegierten gemessen, die an die Ergebnisse der Vorwahlen gebunden sind, ist Sanders Hillary Clinton dicht auf den Fersen.

Ihr relativ komfortabler Gesamtvorsprung lässt sich mit den etwa 500 Superdelegierten erklären. Bei diesen handelt es sich um Politiker und Parteifunktionäre der Demokraten, die bei dem Parteikonvent im Sommer frei - also unabhängig vom Vorwahlergebnis - entscheiden dürfen, wem sie ihre Stimme schenken. Sie können jederzeit ins gegnerische Lager wechseln. Sanders hofft, dass seine imposante Siegesserie - er gewann sieben der letzten acht Vorwahlen - bei vielen der Superdelegierten, die sich bisher hinter Clinton stellen, einen Gesinnungswandel auslösen wird.

Geradezu historische Dimensionen könnte dagegen der Dreikampf bei den Republikanern annehmen. Durch das Ergebnis in Wisconsin ist sicher, dass Spitzenreiter Trump, dessen Vorsprung gegenüber seinem Rivalen Cruz vom erzkonservativen Tea-Party-Flügel der Partei weiter geschrumpft ist, 60 Prozent der verbleibenden Delegiertenstimmen erobern muss, um bis zum Parteikonvent in Cleveland die einfache Mehrheit sicherzustellen. Zwar ist der Milliardär bei der anstehenden Abstimmung in seinem Heimatstaat New York Favorit. Gleichwohl trägt die Kampagne des Parteiapparats, der Trump demontieren will, langsam Früchte: Mittlerweile unterstützen gemäßigte Republikaner den texanischen Senator Cruz. In ihm sehen sie die einzige Chance, den Demagogen Trump am Erreichen der Delegiertenmehrheit zu hindern. Gelingt es keinem Kandidaten, nach den letzten Vorwahlen am 7. Juni 1237 Stimmen für sich zu verbuchen, käme es zum ersten Mal seit 1952 zu einem offenen Nominierungskonvent. Praktisch bedeutet dies, dass die erste Abstimmung keinen Sieger ergeben würde und bei jedem darauffolgenden Durchgang die Delegierten vom Wählerauftrag aus den Vorwahlen entbunden wären.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

07.04.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball