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Schwund im ländlichen Raum

Weniger Erstklässler im Kreis, Zuwachs in Tübingen

Kreisweit geht die Zahl der neu eingeschulten Erstklässler weiter zurück. Die Stadt Tübingen legt dagegen wieder zu – dank der boomenden Viertel im Süden.

16.09.2010
  • Matthias REichert

Kreis Tübingen. Gestern hat das neue Schuljahr auch für die ersten Grundschüler angefangen. Vor allem im ländlichen Raum ist der Schüler-Rückgang überproportional groß. So verzeichnet Horst Erdmann, stellvertretender Amtsleiter des Staatlichen Schulamts Tübingen, etwa in Schwalldorf-Frommenhausen einen Grundschüler-Schwund um 25 Prozent – von 52 im vorigen Schuljahr auf jetzt 39 Schüler/innen.

Weniger Erstklässler im Kreis, Zuwachs in Tübingen
Gestern Vormittag wurden an der Tübinger Grundschule Winkelwiese/Waldhäuser-Ost in der Haußerstraße (Bild) und im Weißdornweg insgesamt 84 neue Erstklässer eingeschult. Die meisten Grundschulen im Stadtgebiet begrüßen ihre Neuzugänge von heute an.Bild: Metz

Aufatmen hingegen in der Stadt Tübingen: Dort zählt Erdmann 651 Erstklässler. Im vorigen Schuljahr sind 608 neu eingeschult worden. Im Schuljahr 2008/09 waren es 612 Erstklässler, 2007/08 dagegen noch deutlich mehr, nämlich 681. Die Leiterin der städtischen Fachabteilung für Schulen und Sport Christine Vollmer vermeldet für das jetzt begonnene Schuljahr steigende Belegungszahlen an den Grundschulen in der Südstadt, in anderen Stadtteilen hingegen leichte Rückgänge.

Das bestätigt Gabriele von Kutzschenbach, die geschäftsführende Schulleiterin der Tübinger Grund- und Hauptschulen: Bei ihr an der Grundschule im Hechinger Eck sind es so viele neue Erstklässler wie noch nie. Sie hat heuer ausnahmsweise zwei erste Klassen mit 29 Schülern, also über dem vorgesehenen Klassenteiler von 28, und eine weitere mit 25 Schülern eingerichtet.

Tübinger Abwärtstrend fürs Erste gestoppt

Von Kutzschenbach erklärt den Boom im Tübinger Süden mit „einem Schwung von neu Zugezogenen“ in die Neubauviertel, dort gebe es ja zudem auch gute Kleinkinderbetreuung. Die Grundschülerzahlen hätten sich in Tübingen zuletzt auf einem niedrigeren Niveau als früher eingependelt. Schwankungen in der Statistik – bei Geburten und Wanderungsbewegungen – seien wohl Zufall und Zuzug geschuldet, erklärt sie sich den diesjährigen Anstieg der Tübinger Erstklässler-Zahlen. Somit scheint hier der Abwärtstrend fürs Erste gestoppt. Die Zahl der Tübinger Grundschüler ist nämlich nach einer städtischen Vorlage für den Ausschuss für Soziales, Bildung, Jugend und Sport von 3166 Grundschülern im Schuljahr 2001/02 bis zum vergangenen Schuljahr auf 2634 Grundschüler gesunken (die private Freie Aktive Schule jeweils mitgerechnet) – das entsprach 16,8 Prozent Rückgang. Die Gesamtzahl der Grundschul-Klassen sank in diesem Zeitraum von 152 auf zuletzt 135.

Der Schwund liegt im landesweiten Trend, erklärt Heinrich Kallenberg, stellvertretender Leiter der städtischen Fachabteilung für Schule und Sport: Die Geburten- und später die Schülerzahlen gehen zurück. „Immer weniger Frauen bekommen Kinder, und zwar immer weniger“ – in Tübingen würden die Geburten- und Schülerzahlen aber immer noch schwächer als im ländlichen Raum absinken. Hier gebe es außerdem positive Wanderungsbewegungen. So würden viele junge Familien in attraktive Wohngebiete wie die Südstadt ziehen. Laut Kallenberg soll die Tübinger Talsohle im Schuljahr 2011/12 erreicht werden, danach seien wieder leicht steigende Grundschülerzahlen prognostiziert. „In anderen Gemeinden geht es noch weiter runter“, weiß Kallenberg. In Tübingen wird die Grundschüler-Statistik hingegen bis 2020 in etwa auf dem bisherigen Level bleiben – das liest Amtsleiterin Christine Vollmer aus der gerade entstehenden Prognose für die Schulen der Unistadt heraus.

Horst Erdmann vom Staatlichen Schulamt nennt auch die kreisweiten Einschulungs-Zahlen. Es gibt weniger Erstklässler als im vorigen Schuljahr: Die Zahl der neu eingeschulten Grundschüler im Kreis ist um 3,4 Prozent gesunken. Im neuen Schuljahr sind es noch 1775 Erstklässler.

Die Grundschüler-Gesamtzahl im Kreis ist um 5,8 Prozent auf 7467 gesunken. Rechnet man noch die Privatschulen mit ein, dann beträgt der Rückgang sogar 6,3 Prozent – auf jetzt insgesamt 7777 Grundschüler/innen. „Das ist der demografische Wandel“, erklärt Erdmann. Im Nachbarkreis Reutlingen sank die Zahl der neu eingeschulten Erstklässler um 4,1 Prozent auf jetzt 2337 (Privatschulen nicht mitgerechnet).

Minus an Haupt- und Realschulen, Zuwachs an Gymnasien

Die Belegung an den weiterführenden Schulen in der Stadt Tübingen ist zwischen dem Schuljahr 2002/03 und dem abgelaufenen Schuljahr 2009/10 mit 6830 Schüler/innen nahezu konstant geblieben. Die Schwankungen lagen im Bereich von 30 Schülern mehr oder weniger. In diesem Zeitraum haben laut Statistik der Stadtverwaltung die Hauptschulen rund 200 und die Realschulen rund 70 Schüler/innen verloren, während die Belegung der Gymnasien um mehr als 300 Schüler/innen zunahm.

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16.09.2010, 12:00 Uhr

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