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Weniger Marken, weniger Geschäfte
Sein Vertrag wurde diese Woche bis 2021 verlängert: Hugo-Boss-Vorstandschef Mark Langer. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Hugo Boss

Weniger Marken, weniger Geschäfte

Vorstandschef Mark Langer baut den Modekonzern um und sieht erste Fortschritte.

09.03.2018
  • PETER KIDAISCH/ALEXANDER BÖGELEIN

Metzingen. Nach schwierigen Jahren hat sich der Metzinger Modekonzern Hugo Boss stabilisiert. Das operative Ergebnis blieb im vergangenen Jahr mit 491 Mio. EUR auf Vorjahresniveau. Knapp 14 000 Mitarbeiter erwirtschafteten einen Umsatz von 2,73 Mrd. EUR. Das ist ein Plus von 1 Prozent.

Doch damit ist Vorstandschef Mark Langer nicht zufrieden. „Wir wollen in diesem Jahr unser Wachstumstempo erhöhen“, sagt er. Die neuen Kollektionen der Marken Boss und Hugo kämen gut an: „Unsere strategische Neuausrichtung auf die zwei Marken Boss und Hugo greift.“ Aufgegeben hat der Konzern seine Marken Boss Orange für junge Leute und Boss Green für Golf-Fans.

Damit scheint Langers Neuausrichtung zu greifen. Das sieht auch der Aufsichtsrat so. Er verlängerte Langers Vertrag am Vorabend der Bilanzpressekonferenz um drei Jahre. Vor zwei Jahren war Langer, damals noch Finanzchef, überraschend als Vorstandschef berufen worden. Sein Vorgänger Claus-Dietrich Lahrs musste damals nach einem Gewinneinbruch und einem Kurssturz der Aktie das Unternehmen verlassen.

Hugo Boss war durch die Flaute in der Textilindustrie, aber auch durch hausgemachte Fehler in die Bredouille geraten. Die Strategie, das Unternehmen auf Luxus auszurichten, ging nicht auf. Hugo Boss hatte zudem zu viele Filialen in zu kurzer Zeit aufgemacht. Das rächte sich, als der Modemarkt einknickte.

Durch Langers Umbaumaßnahmen hat sich in den vergangenen Monaten zum einen das Geschäft, zum anderen aber auch der Aktienkurs wieder stabilsiert. Gestern reagierten die Anleger aber enttäuscht auf den Ausblick, weswegen der Kurs um bis zu 7 Prozent nachgab.

Hintergrund sind Langers Worte, wonach die Investitionen von 170 bis 190 Mio. EUR das operative Ergebnis belasten werden. So wird Hugo Boss unter anderem in 14 digitale Showrooms für Handelseinkäufer investieren, um dort seine Kollektionen zu zeigen. Damit entfallen kostspielige Musterkollektionen und der Modekonzern kann schneller auf den Markt reagieren.

Zudem wird Hugo Boss Geld in den konzerneigenen Einzelhandel stecken, 150 Filialen sollen modernisiert werden. Auch am Stammsitz in Metzingen ist Hugo Boss aktiv. Dort entsteht in der erweiterten Outlet-City ein neuer 5000 Quadratmeter große Laden, der von Herbst 2019 an das Zentrum des Outlets bilden wird.

Im vergangenen Jahr schloss der Konzern unprofitable Standorte, eröffnete gleichzeitig aber 20 neue. Die Gesamtzahl der eigenen Geschäfte reduzierte sich damit um 3 auf 439. Im laufenden Jahr soll der Umsatz in den eigenen Läden in einem mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen. Das Großhandelsgeschäft solle wieder auf den Wachstumskurs zurückkehren.

Die Aktionäre sollen für 2017 2,65 EUR Dividende je Aktie erhalten. Im Vorjahr hatte Hugo Boss wegen des Gewinneinbruchs die Dividende deutlich auf 2,60 EUR je Aktie gesenkt. Peter Kidaisch/Alexander Bögelein

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09.03.2018, 06:00 Uhr

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