Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Nicht nur die Alteingesessenen

Weniger Prominenz, aber mehr für Kinder und überhaupt weit gefächert: Was die Tübinger Jazz- und Klassiktage alles vorhaben

Es ist noch ein bisschen Zeit bis dahin, aber rechtzeitiges Planen lohnt sich immer. Deshalb hier die Programm-Leitlinien der Tübinger Jazz- und Klassiktage im kommenden Herbst.

10.07.2014
  • Wilhelm Triebold

Tübingen. Es gibt sie immer noch, die Jazz- und Klassiktage. Inzwischen wird der Klassikanteil durch Felix Thiedemanns Klassikmanufaktur gestärkt, letztendlich eine fruchtbare und unterm Strich gedeihliche Zusammenarbeit. Das sieht auch Sven Gormsen so. Der Veteran der Jazz- und Klassiktage legt jetzt bereits das neue Programm vor, das er folgendermaßen beschreibt: „Weniger Prominenz, aber weit gefächert. Wir haben versucht, ein paar Unterhaltungsteile herauszunehmen. Es wird frischer, es gibt nicht nur Alteingesessene. Aber auch gewisse Konstanten, die dem Ganzen Ecken und Kanten geben, und nicht das, was einem gerade einfällt.“

Grundthematik ist und bleibt: die regionale Musikszene. Das Unterthema findet am ehesten im Klassik-Feld: Es beschäftigt sich mit „Leben und Tod“. Auffällig ist auch, wie das Angebot für Kinder ausgeweitet wird. Die Jazz- und Klassiktage sind wiederum enorm preisgünstig für die Stadt, weil sie Konzerte unterschiedlicher Veranstalter zu einem großen Ganzen im Herbst zusammen spannt. Das Risiko liegt in der Regel bei den Veranstaltern selbst, der kleine Mitarbeiterstab des Festivals konzentriert sich ganz aufs Promoten und Vermarkten. Anfallende Kosten werden wieder durch Werbe-Einnahmen übers Programmheft beglichen, aber auch mit Zuschüssen der Stadt und mit Spenden der Sponsoren. Über 40 000 Euro kommen dabei zusammen.

Das Programm vom 18. bis 26. Oktober in der Übersicht:

Am Samstag, 18. Oktober der „Klassiker“ im nichtklassischen Sektor – „Beswingt einkaufen“ ab elf Uhr in der gesamten Innenstadt mit den mobilen Einsatzbläsern von Louisiana Funky Butts und einigen Schaufenster-Musikanten. Und einer Mitmachaktion für Kids.

Das traditionelle Eröffnungskonzert bestreitet am 18. Oktober um 20 Uhr im LTT das Frank Heinz Autumn Septet im Konzertdoppel mit der Wüste Welle Big Band. Herbstliche Musiktage also.

Ebenfalls noch am Auftakt-Abend unter der Flagge der Jazz- und Klassiktage: Der Tübinger Figuralchor in der Motette und „Jazz & hochbrisante Literatur“ – für letztere ist Werner Schärdel zuständig („Muss der Schweinebraten wirklich aussterben?“ im Club Voltaire).

Der Sonntag, 19. Oktober in der Übersicht: Um 11 Uhr morgens locken sowohl der Kirchentellinsfurter Jazzbrunch mit dem Jörg Enz Trio als auch Anne Czichowsky & Sandi Kuhn in der Pfrondorfer Rainbow Dance Factory. Wenn um 15 Uhr eine Lesung mit Kirsten Boie im LTT die Kinder- und Jugendbuchwoche eröffnet, wird das gleichfalls unter Jazz- und Klassik subsumiert. In der Reihe „Kids Days“ stellt um 17 Uhr im LTT das „Sinfo“ der Tübinger Musikschule Highlights aus Engelbert Humperdincks oft als „Kinderoper“ geführtem Musikbühnenwerk „Hänsel und Gretel“ auf.

Das Tübinger Saxophon Ensemble feiert um 18 Uhr in der Kelter den 200. Geburtstag von Stammvater Adolphe Sax, um 20 Uhr kommt es zu der seltenen Duo-Kombination Harfe und Posaune. Das Stamic Quartett ist um 20 Uhr in der Rottenburger Zehntscheuer zu Gast, zu gleichen Zeit interpretieren im „Schräuble“ (einem neuen angesagten Kult-Ort im Französischen Viertel) die Lokalmatadoren Rainer Tempel und Dizzy Krisch „Lieder aus der Gartenstraße“.

Vier Konzerte gibt‘s am Abend allesamt um 20 Uhr: Erstens „Jane Rudnick‘s Homecoming“ (Hommage an die Sixties) im LTT. Zweitens „Sax4Swing“ im Vorstadttheater, drittens Improvisation und traditionelle iranische Musik mit Pejman Hadadi und Nima Farahmand (ehemaliges Kino „Löwen“). Und viertens im Sudhaus: „Vika goes wild“. Der Frankfurter Youtube-Star Vika geht erstmals auf Deutschlandtournee, ihre insgesamt 546 Musik-Clips wurden inzwischen über 70 Millionen Mal angeklickt.

Am 20. Oktober gibt‘s alternativ Weltmusik („Batist“), A-capella-Gesang („JazzArea“), einen szenischen Lieder- und Arienabend im Uhlandbad oder ein Cello-Rezital. Am 21. Oktober eine romantische Liederreise („Über meiner Mütze nur die Sterne“), ein Programm des Musikschul-Klarinettenensembles oder ein Brazil-Zusammentreffen von Raquel de Souza und Ulisses Roche. Das Trio Krisch/Höfler/Elgart trifft seinerseits auf Lauren Newton, und im Club Voltaire gastiert Yaxx.

Der 22. Oktober in Stichworten: Bereits um 17 Uhr erobert die Jazz-Combo des Wildermuth-Gymnasiums das SWR-Studio, um 19 Uhr das Musikschul-„Sinfo“ den Festsaal. Um 20 Uhr wetteifern das Pierrot-Quartett, das Mini-Jazz-Musical „Gangster Love“ im „Löwen“, eine Hommage an Eddie Harris und als weiterer Festival-„Klassiker“ die Jazzclub Jamsession. Siben‘s Saloniker spielen auch, und an vier folgenden Abenden gibt es in der Kelter wieder ein „Late Night Special“ mit Rainer Tempel und Gästen.

Am 23. Oktober vernimmt die Stifts-Kapelle „Die großen Klassiker der Lautpoesie“, das Tilman Jäger Quartett spielt „Eine kleine Jazzmusik“, die Nervenband ist ebenso wie die Reutlinger Kammeroper dabei. Mit dem Axel Kühn Trio beteiligt sich ein gewesener Landesjazzpreisträger, mit dem Alexandra Lehmler Quintett die aktuelle Preisträgerin (im Sparkassen-Carré). Und Landry Biaba hat World Jazz dabei.

Der 24. Oktober bringt neben einer Orgelführung für Kinder und dem Butzemann Quartett ein Konzert mit Chris Geisler und Kurt Holzkämper, „Genuss mit Schuss“ (und mit Bassistin Karo Höfler), Sanford‘s Playtime und Sax & Steptanz, außerdem Improvisation von Gerhard Kaufmann, ein Big-Band- und Big-Jazzchor-Meeting, ein weiteres Thomas-Maos-Projekt und Livemalerei zu Sang und Klang.

Am 25. Oktober wird der alles entscheidenden Frage nachgegangen: „Jazz – wieso wissen die, wann sie dran sind?“. Im Schwurgerichtssaal plädieren zehn Gitarren (etwa in Roben?); es wird romantisch gesungen („Drei sind einer zuviel!“) und an den großen Django Reinhardt erinnert. „Herr Peters & der Udo“ sind in der Jazzküche anzutreffen; klar, die Motette gehört dazu, Paola Kling dann auch. Salon du Jazz zeigt sich vom Cool-Jazz inspiriert, und im Sudhaus gibt‘s Musik im Cinemascope-Format („Nighthawks“).

Und schließlich der Sonntag, 26. Oktober. „Komm spiel mit mir“ morgens um 11 Uhr im LTT, ein Erzähl-Geigen-Duo um 16 Uhr. Heidrun Hamp und Sohn Levin bedienen um 18 Uhr „Das inkludierte Klavier“ („Das ist der Neckarhaldenblues“), die Tübinger Kahngesänge werden ebenso erklingen wie das Streichquartett Transcendent und „Spät-an-der-Bar-Musik“ („Waiting for Tom“). Als Festival-Nachklang begleitet Hans-Jörg Lund am 27. Oktober im DAI einen Buster-Keaton-Stummfilm, und Sachi Nagaki wagt sich an Prokofjews neun Klaviersonaten (vom 31. Oktober an).

Das Programm demnächst online: www.jazzundklassiktage.de

Weniger Prominenz, aber mehr für Kinder und überhaupt weit gefächert: Was die Tübinger Jazz-
Hallo Tübingen, wir sind in Rottenburg! Es winkt das Stamic Quartett.

Weniger Prominenz, aber mehr für Kinder und überhaupt weit gefächert: Was die Tübinger Jazz-
Gleich zwei Mal: Karoline Höfler.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

10.07.2014, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball