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Wenn Geschenke auf der Strecke bleiben
Zollamtsleiter Klaus Roswenz inmitten der zollpflichtigen Päckchen und Pakete, die noch nicht abgeholt wurden sind. Foto: dpa
Weihnachten

Wenn Geschenke auf der Strecke bleiben

Das perfekte Präsent im Internet gefunden, aber beim Zoll ist Endstation.

20.12.2016
  • ANNA RINGLE, DPA

Finsterwalde. Ski aus der Schweiz, ein Brettspiel aus Japan und Kleidung aus China: In dem kleinen Zollamt Finsterwalde in Brandenburg geht es zu wie in einer Postfiliale. Im Lagerraum stapeln sich Pakete. Die Waren kommen aus Ländern außerhalb der EU. Dafür gelten Zollbestimmungen, die manchmal nicht erfüllt werden. Empfänger müssen aufs Zollamt und Unterlagen nachreichen, um das Päckchen zu bekommen.

Klaus Roswenz steht vor einem Regal und nimmt ein Päckchen in die Hand. „Das sind Schuhe, das sieht man an der Form“, sagt der Leiter des Zollamtes. Aber nicht jeder Sendung sieht man an, was drin ist. Das ist das Problem.

Bei Waren aus Drittländern muss der Zoll erkennen können, um was es sich handelt wie viel es wert ist. Fehlen Inhaltsangabe oder Rechnung, wird es herausgefischt, wenn es am Flughafen ankommt. Es komme auch vor, dass falsche Angaben gemacht werden, um den eigentlichen Wert zu verschleiern und Einfuhrabgaben zu minimieren, sagt Roswenz. Bei einem solchen Verdacht schalte sich der Zoll ein.

Der Empfänger wird schriftlich informiert, dass eine Sendung beim Zollamt liegt. „Viele kommen dann her und fragen: ,Wieso liegt mein Päckchen beim Zoll?'“, sagt Roswenz. Einigen Kunden, die im Internet bestellten, sei gar nicht klar, aus welchem Land die Ware stamme und welche Einfuhrbestimmungen gelten.

2015 wurden 1,4 Millionen Sendungen aus Drittländern zur Klärung von Unstimmigkeiten an deutsche Zollämter weitergeleitet, teilt die Generalzolldirektion in Bonn mit. Es gebe immer mehr Sendungen ohne Angaben. Die Ursache sei der wachsende Internethandel.

Häufig beim Zoll landen Uhren, Schmuck, Schuhe, Kleidung, Nahrungsergänzungsmittel, Videospiele, Handys und Kfz-Ersatzteile. Vor allem mit Päckchen aus den USA und China hätten die Zollbeamten häufiger zu tun, sagt Roswenz.

Verbraucherzentralen hören immer wieder Beschwerden über fehlende Transparenz im Internethandel. Die Klage: Bei einer Bestellung aus einem Drittland werde nicht deutlich genug ausgewiesen, dass zum Preis Einfuhrabgaben hinzukommen, sagt Kirsti Dautzenberg vom Verbraucherzentralenprojekt Marktwächter Digitale Welt. Viele Kunden seien dann überrascht.

Wenn der Empfänger die Unterlagen nicht vor Weihnachten vorlegt oder die Gebühr nicht bezahlt, bleibt das Paket über die Feiertage beim Zoll. Nach Angaben des Hauptzollamts Frankfurt (Oder) kommt das aber nur selten vor. Anna Ringle, dpa

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20.12.2016, 06:00 Uhr

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