Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Auf dem Lifestyle- und Designmarkt „Stilwild“ stellten kleine Labels aus - und Tausende kamen

Wenn Onlineshops im Schlachthofareal erlebbar werden

Den alten Namen „Vogelwild“ durften die Macher nicht mehr benutzen, eine Wiederholung des erfolgreichen Markts vom Mai wollten sie aber unbedingt – als Weihnachtsausgabe. So entschieden sie sich kurzerhand für „Stilwild“. Was gleich geblieben ist: besondere Stände und ein volles Schlachthofareal.

30.11.2014
  • Fabian Renz

Tübingen. Wie vielen Frauen er seine multifunktionalen Dreieckstücher bereits um den Hals gelegt hat, konnte Felix Rödiger schon am Samstagnachmittag nicht mehr mit Sicherheit sagen. „Irgendwas zwischen 50 und 100“, schätzte der 28-Jährige lachend. Rödiger vertreibt mit einem Freund zusammen Tücher, die sich zugleich als Poncho, als Schal, als Jacke und als Kapuze tragen lassen.

Auch das gab’s: per App für den Schal zahlen

Gerade bei älteren Besucherinnen kam das richtig gut an. „Die können sich das vielleicht eher leisten“, vermutete der Leipziger. Die Tücher kosten zwischen 50 und 100 Euro. „Das lohnt sich, die sind einfach toll!“, fand eine der vielen Käuferinnen.

Auf einem Laptop an Rödigers Stand lief ein Video in Endlosschleife, in dem ein Model alle Varianten vorführt. Für das Bezahlen mit Karte gab es die entsprechende Smartphone-App.

Jung, innovativ und trotz aller Lässigkeit sehr professionell: So zeigten sich die meisten Aussteller der mehr als 70 Aussteller aus ganz Deutschland in und vor der Shedhalle. Der größte Teil hat eigene Onlineshops, vertreibt dort in Eigenregie Gebasteltes und Entworfenes, Genähtes und Gewerkeltes.

Genauso jung und stylisch wie die Aussteller war auch der Großteil des Publikums. Der 23-jährige Torben Schmitz zum Beispiel kam mit seiner Freundin extra aus Stuttgart. Durchgestylt in Sneakers, Baumwollhemd und Cap ging er – wie viele andere – auf große Weihnachts-Shopping-Tour. „Ich hab quasi schon alle Geschenke zusammen“, sagte er stolz: „Ein cooles T-Shirt für meinen Bruder, eine selbst gemachte Kette für meine Mutter und ein paar analoge Fotografien für meine Schwester – die passen voll in ihre Wohnung.“

Richtig coole und besondere Sachen – dieses Urteil hörte man oft beim Rundgang durch die Halle oder vor der Halle, wo Besucher/innen mit einem Glas Prosecco und einer Dinnede standen. Gegen Abend kam draußen Weihnachtsmarktstimmung auf, einige versuchten sich sogar an der Eislaufanlage. Auch wenn da gar kein Eis drin war – sondern Kunststoff. Mach es selbst – auch das gab es. Manche Messebesucher gestalteten ihre eigenen, ganz individuellen Weihnachtskarten.

Cool und besonders – beides sei die Absicht, erklärte Corinna Rabe, die Haupt-Organisatorin des Festes, zu dem über das erste Adventswochenende tausende Besucher/innen kamen. „Hier gibt es Sachen kleiner Labels und von Nachwuchsdesignern, das meiste gibt es sonst nur im Internet. Wir wollen auch diese Produkte erlebbar machen, dass man sie anfassen kann, miteinander ins Gespräch kommt.“ Und das scheint zum größten Teil gelungen zu sein: „Ich habe von Ausstellern und Besuchern fast nur Gutes gehört“, sagte Rabe. „Das machen wir im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder“, kündigte sie an.

Stimmungskalender und schlichte Röcke

Eine Ausstellerin, die ebenfalls auf eigene Faust ihre Produkte auf den Markt gebracht hat, war Britta Mayer aus Würzburg. Seit drei Jahren verkauft sie selbst entworfene Deko-Papierflieger und einen „Stimmungskalender“. „Ich wollte aber irgendwann mal was anderes machen“, sagte die 33-Jährige. „Das ist das Spannende an meiner Arbeit.“ Also kaufte sie sich Stoffe und nähte Röcke. Vom schlichten schwarzen bis zu einem mit Knoblauchmuster hingen sie am Samstag an der Kleiderstange. „Mal gucken, wie es weiter geht“, sagte Mayer. „Als nächstes mache ich wahrscheinlich Taschen.“

Wenn Onlineshops im Schlachthofareal erlebbar werden
Schwuppdiwupp wird aus einem Jäckchen ein Schal: Felix Rödiger führte auf der Stilwild an unzähligen Frauen vor, was seine Tücher so alles können. Neben dem Leipziger präsentierten sich auf dem alten Schlachthof-Areal mehr als 70 l weitere Aussteller – und verkauften Mützen, Schmuck, Möbel, Lampen, Turnbeutel. Bild: Renz

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

30.11.2014, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball