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Wenn Stare zum Star werden
Stare formen auf der Flucht vor einem Raubvogel einen gigantischen Vogel am Himmel. Foto: Daniel Biber/SWNS
Fotografie

Wenn Stare zum Star werden

Daniel Biber aus dem Hegau hat in Spanien Vögel in den Fokus genommen und einzigartige Fotos geschossen. Damit punktet er in Wettbewerben.

01.03.2018
  • PETRA WALHEIM

Hilzingen. Das Meisterwerk hängt in seinem Wohnzimmer. 1,60 Meter breit und 90 Zentimeter hoch schmückt sein Sieger-Foto die Wand und entlockt Gästen ein „Wow!“. Daniel Biber, Fotograf und Fahrrad-Spezialist aus Hilzingen im Hegau (Kreis Konstanz), hat es an Silvester 2016 in Nordspanien geschossen – und erst später am Bildschirm gesehen, was er da fotografiert hat.

Er habe die Kamera auf einen riesigen Schwarm Stare gehalten, der sich auf der Flucht vor einem Raubvogel ständig neu formierte, erzählt der 53-Jährige. Die Vögel hätten immer neue Bilder geformt: eine Art Delfin, ein Vogel, der am Boden pickt, – und ein Vogel im Flug. Mit diesem Foto hat sich Daniel Biber beim Foto-Wettbewerb 2017 der Schweizer Vogelwarte Sempach den Gesamtsieg geholt. Mit einer Serie aus zehn Bildern der Staren-Formation steht er aktuell mit drei weiteren Deutschen auf der Shortlist des Sony World Photography Awards 2018 und damit im Finale des weltweit größten Foto-Wettbewerbs. Das hat Sony gestern bekannt gegeben. Dafür haben Fotografen aus über 200 Ländern knapp 320 000 Fotos eingereicht.

Daniel Biber ist in der Kategorie der Profi-Fotografen und dort im Bereich „Natur & Wildlife“ unter den Besten. Dabei sieht er sich mehr als „Semi-Profi“. Er verdient mit seinen Bildern zwar Geld, aber nicht ausschließlich. Er betreibt in Hilzingen ein hoch spezialisiertes Fahrrad-Geschäft, fährt selbst jedes Jahr 7000 bis 10 000 Kilometer mit dem Rad und wandert gerne. Die Kamera ist immer dabei. „Radfahren und Wandern lassen sich mit dem Fotografieren gut kombinieren.“

Das Handwerk des Fotografierens und die technischen Möglichkeiten, die es bietet, hat er sich selbst beigebracht. „Ich war von Technik schon immer begeistert“, sagt Biber. „Das zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben.“ Schon in der Schule hat er sich für Astronomie interessiert, sich ein Teleskop besorgt und damit auch in den Sternenhimmel fotografiert. 1993, nach seinem Studium der Luft- und Raumfahrt-Technik in Stuttgart, hat er mit dem Radfahren begonnen und etwas später sein Fahrrad-Geschäft eröffnet. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“ Dabei macht es ihm viel Spaß, an Fahrrädern herum zu tüfteln und Teile auch selbst herzustellen.

„Anfang der 1980er Jahre habe ich mit der analogen Dia- und Schwarz-Weiß-Fotografie begonnen, vor allem im Bereich Landschaft und Natur.“ Erst im Zuge seiner „persönlichen Digitalisierung“ von 2008 an ist die Tier- und Vogelfotografie dazu gekommen. Beim Fotografieren hält Biber es so, dass ein gutes Bild direkt bei der Aufnahme entstehen sollte und nicht nachträglich am Rechner. Die Bildbearbeitung beschränke er aufs Notwendigste.

Sein Staren-Bild hat zunächst Zweifel ausgelöst. Kritiker warfen ihm vor, das Bild manipuliert zu haben. „Die Vogelwarte Sempach hat das Bild auf Echtheit geprüft und keine Manipulation gefunden“, sagt Biber. Sein Anspruch ist, Kunst und Können unter einen Hut zu bringen. Nicht nur bei Staren-Schwärmen. Auch bei seinen zigtausend anderen Fotos.

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01.03.2018, 06:00 Uhr

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