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Duo GöG & Dori

Wenn das Didgeridoo rockt

Wenn die beiden Betzinger Musiker GöG und Dori auf dem australischen Didgeridoo spielen, meint man springende Kängurus, Männer auf Krokodiljagd oder reißende Flussläufe vor sich zu sehen.

08.09.2010

Betzingen. Nicht nur Kängurus und Koala-Bären kommen aus dem fernen Australien, auch das Didgeridoo, das Instrument der Aborigines, hat hier seinen Ursprung. Aber wer hätte gedacht, dass es in Deutschland mehr Didgeridoo-Spieler gibt als in dem Land, aus dem es kommt?

Wenn das Didgeridoo rockt - Das Duo GöG & Dori

Wenn das Didgeridoo rockt - Das Duo GöG & Dori --

03:02 min

Einer der bekanntesten Didgeridoo-Spieler in der Region, wenn nicht im gesamten Bundesgebiet, ist der in Betzingen lebende Stefan „GöG“ Göggel (42). Seit rund 20 Jahren spielt der Mann auf dem rund 40 000 Jahre alten Instrument aus Down Under; seine Partnerin Dori Neff (37) widmet sich seit etwa zehn Jahren ausschließlich dem Didgeridoo-Spiel. Das wie ein langes Holzrohr aussehende Instrument entsteht aus einem von Termiten ausgehöhlten Eukalyptusbaum, der nur im Norden Australiens vorkommt. Ein Instrument mit einem natürlichen, fast mystisch anmutenden Klang, das hierzulande immer mehr Menschen in seinen Bann zieht.

So wie das Duo GöG & Dori, die das exotische Windinstrument jedoch weniger in einem mystischen Kontext verwenden. „Unser Anliegen ist vielmehr, das Didgeridoo zu entmystifizieren und als Rhythmusinstrument einzusetzen“, sagt Stefan Göggel. Er versucht mit seiner Partnerin, die Darbietungen der australischen Ureinwohner nicht zu imitieren, sondern der zeitgenössischen Musik anzupassen und etwas ganz Eigenes zu erschaffen. So entwickelten GöG und Dori im Laufe der Jahre eine reproduzierbare Technik für das Didgeridoo, „die sich von der alten Tradition deutlich unterscheidet“.

Wenn das Didgeridoo rockt

Der Musiker und Down-Under-Spezialist GöG spielte seit 1990 bei verschiedenen Gruppen mit, versuchte sich in afrikanischer und indischer Musik und kreierte seinen eigenen Stil, indem er bei Didgeridoo-Meistern wie Alan Dargin oder Djalu Guruwiwi lernte und mit verschiedenen traditionellen Sängern und Spielern auf den Straßen Australiens Konzerte gab. Zusammen mit der in der Schweiz geborenen und seit sechs Jahren in Betzingen lebenden Dori Neff gibt er seit 2003 in unterschiedlichen Formationen Konzerte, bietet Workshops in ganz Europa und Australien an und ist bei Didgeridoo-Festivals Dauergast: GöG: „Mittlerweile sind wir ganz gut etabliert und können von unserer Kunst leben.“

Bekannt wurden GöG & Dori durch diverse Radio- und TV-Auftritte, durch Vorträge und Ausstellungen über die Ureinwohner Australiens und als Gastmusiker bei unterschiedlichen CD-Produktionen. Aber ein richtiger Karrieresprung gelang ihnen im vergangenen Jahr, als die beiden Didgeridoo-Spieler bis ins Finale der Pro-7-Casting-Sendung „Germany’s next Showstar“ vorstießen: „Es war schon eine ganz besondere Erfahrung und ein Gänsehaut-Gefühl“, erzählt Dori, „vor mehr als zwei Millionen Zuschauern aufzutreten. Wir erlebten bei der von DJ Bobo geleiteten Show eine intensive Zeit, die wir nie vergessen werden.“

Vor wenigen Tagen ist ihr drittes Album in Eigenregie erschienen. Es vereint afrikanische Polyrhythmik, Bass- und Trommel-Grooves sowie Elemente der modernen Musik. Am kommenden Samstag wird es in Verbindung mit einer Dia-Show über Australien erstmals live vorgestellt. Die Besucher erwartet ein vielfältiges Konzert zwischen klaren Strukturen und Improvisation, zwischen Weltmusik, Jazz und Blues, „bei dem es auch mal richtig rocken kann“, verspricht Stefan Göggel. „Seit ich den Klang des Didgeridoos zum ersten Mal hörte, war es um mich geschehen“, erzählt der Musiker zum Abschluss. „Seitdem möchte ich auf das Didgeridoo spielen nicht mehr verzichten.“

Und was bringt die Zukunft? Auch da sind sich GöG und Dori einig: „Visualisierungen, die mit der Musik zu einem Gesamtkunstwerk verschmelzen, werden in Zukunft eine immer größere Rolle spielen.“Jürgen Spieß

Die CD-Präsentation mit einer Australien-Klang- und Bilderreise findet am Samstag, 11. September, ab 20 Uhr in der Alten Kelter in Pfäffingen statt.

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08.09.2010, 12:00 Uhr

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