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Handball: Meisterlich mit Ball und Steak

Wenn die Grill-Weltmeisterschaft winkt, steht Martin Egeler nicht zur Verfügung

An Wettbewerben gänzlich unterschiedlicher Art findet Martin Egeler aus Reusten Gefallen. Der 28-jährige Metzgermeister ackert allwöchentlich am Kreis der SG Nebringen/Reusten, vor einigen Wochen war er bei den Grill-Weltmeisterschaften in Tennessee (USA).

15.11.2012
  • Bernhard Schmidt

Tübingen. Martin Egeler ist für seinen Verein ein Erfolgsgarant: Der Mittelblocker und Kreisläufer hat maßgeblichen Anteil am Höhenflug des Handball-Bezirksligisten SG Nebringen/Reusten. Vier Mal hintereinander hat die Gäu-SG gewonnen, am 22. September das erste und einzige Mal verloren. Sowohl beim knappen Derby-Sieg über Tübingen vor zweieinhalb Wochen als auch beim 32:29 am vergangenen Samstag gegen die TSG Reutlingen steuerte der Kreisläufer einige Tore bei und brachte die gegnerischen Angreifer mit seiner zupackenden Abwehrarbeit zur Verzweiflung.

Nur Ende Oktober, beim 29:23-Sieg über Großengstingen, musste die SG ohne ihren etatmäßigen Mann am Kreis auskommen, denn zu dieser Zeit weilte Egeler bei der hoch offiziell „International Invitation World Barbecue Championship“ genannten Grill-Weltmeisterschaft im fernen Lynchburg (Tennessee). Beim Wettkampf der ganz anderen Art belegte er ungefähr den 80. Platz – zusammen mit dem Pfrondorfer Heinz Schaal übrigens, der vor zwölf Jahren in Nashville schon einmal Weltmeister geworden war – in der Kategorie Rindfleisch.

Die an der WM teilnehmenden Spitzen-Brutzler sind quasi Mehrkämpfer, starten in sechs verschiedenen Kategorien. Neben den Fleischsorten Hähnchen, Schwein, Rinderbrust und Spareribs präsentierte der Reustener der kritischen Jury auch ein Homeland-Menu, sprich einen Rostbraten mit Schupfnudeln und Kraut, Bratensoße und Maultaschen. Und die ur-schwäbischen Spezialitäten mundeten den Amerikanern. Wichtigste Kriterien bei der Beurteilung des Grillfleisches, erzählt Egeler, sind der Rauchgeschmack und die Farbe des Fleisches.

Schon am Donnerstag hatten die Teilnehmer mit dem Aufbau ihrer Stände und Grill-Geräte begonnen. Am Freitagabend, nach getaner Arbeit, folgte dann die große Grillparade: Eine Blaskapelle mit jungen Musikern führte die 19 ausländischen und 70 einheimischen Griller zum Gelände der berühmten Whisky-Destillerie Jack Daniels, gleichzeitig Hauptsponsor der Veranstaltung. „Ein eindrückliches Erlebnis“, sagt Egeler. Nach der Siegerehrung am Samstagabend packten die Teilnehmer dann ihre Utensilien wieder zusammen.

Handball-Tore dank perfekter Arbeitsteilung

Wie in den drei Jahren zuvor, so hat Martin Egeler auch heuer wegen seines USA-Trips nur ein Spiel seiner SG verpasst – und vielleicht noch ein paar wenige Trainingseinheiten während der Vorbereitung auf den Wettbewerb. Doch sonst will der leidenschaftlichen Handballer möglichst auf seinen Sport nicht verzichten – auch wenn es manchmal schwer zu organisieren ist. Denn zusammen mit seiner Schwester Lena und seinen Eltern führt der Juniorchef die gleichnamige Metzgerei in Reusten. Üblicherweise steht er schon um halbvier Uhr morgens vor dem Fleischwolf oder Rührwerk, später an der Ladentheke. Und trotzdem lässt Egeler kaum ein Training, geschweige denn ein Spiel seiner SG aus. Möglich ist das nur, weil die ganze Familie im Betrieb beschäftigt ist, die Arbeitsteilung zwischen den zwei Generationen perfekt funktioniert. „Meine Eltern stehen voll hinterm Handball. Vor allem mein Vater macht alles, dass ich meinen Sport machen kann“, sagt Martin Egeler, der schon als Vierjähriger beim TGV Reusten die ersten Tore geworfen hat.

Wichtig fürs aufwendige Hobby ist daher auch die Arbeitsteilung mit seiner Schwester: Lena, die einst selbst Handball auf Oberliga-Niveau gespielt hat und dann wegen einer schweren Verletzung mit dem aktiven Sport aufhören musste, ist zuständig fürs Wochenend-intensive Catering und die Büroarbeit, Bruder Martin ist vorrangig für die Produktion und den Laden zuständig. Gerade jetzt in den Wochen vor Weihnachten nimmt die Arbeit manchmal Überhand, wird es eng mit den Terminen. Dann muss Egeler auch mal ein Training auslassen. Das gleicht der 28-Jährige dann mit seiner Routine wieder aus.

Denn schon seit zehn Jahren steht Martin Egeler in der Bezirksliga-Mannschaft seinen Mann. Und weil es derzeit so gut wie schon lange nicht mehr läuft, will der Routinier am Erfolg auch teilhaben. Doch die Gäu-SG bekommt in der umkämpften Bezirksliga nichts geschenkt, zumal dem Verein nach dem siebten Heimspiel gegen Sindelfingen am Samstag erst einmal sieben Auswärtsspiele bevorstehen. Besonders schwer das Derby am 24. November gegen Tabellenführer Spvgg Mössingen. „Da kann ich nur hoffen, dass wir auch weiter dranbleiben“, sagt Martin Egeler.

Wenn die Grill-Weltmeisterschaft winkt, steht Martin Egeler nicht zur Verfügung
Martin Egeler im Anflug am Kreis in der Nebringer Halle.

Wenn die Grill-Weltmeisterschaft winkt, steht Martin Egeler nicht zur Verfügung
Martin Egeler am Grill in Lynchburg, Tennessee.

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15.11.2012, 12:00 Uhr

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