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Kommentar Brandschutz Open-Air-Kino

Wenn die Stadt der Stadt Vorgaben macht

Am 18. August beginnt wieder das Open-Air-Kino im Reutlinger Spitalhof. Von mehreren Seiten ist indes im Vorfeld zu hören, dass die Brandschutz-Auflagen wieder verschärft wurden. „2015 kriegen wir das noch hin“, wiegelt Organisator Klaus Kupke auf TAGBLATT-Nachfrage ab.

16.07.2015

Allerdings müssen die Kino-Macher Sicherheitsbeleuchtung für die beiden Fluchtwege installieren, falls der Strom ausfällt. Am Ausgang zur Metzgerstraße muss ein Helfer stehen, um das Tor schnell zu öffnen. Und tagsüber müssen die vorderen Stuhlreihen aufgestuhlt werden, damit notfalls Feuerwehrautos durchkommen.

Doch 2016 könnten die Auflagen dann nochmals verschärft werden, weiß Kupke. Ob dann wie bisher 600 Stühle in den Spitalhof gestellt werden dürfen, weiß er noch nicht: „Seit der Katastrophe bei der Love-Parade in Duisburg gibt es immer mehr Auflagen. Alle wollen sich absichern.“

Nun ist die Stadt der Veranstalter beim Open-Air-Kino. Und die Stadt macht auch die Brandschutz-Vorgaben: Ordnungsamt, Baurechtsamt und Liegenschaftsamt stimmen sich dafür mit der Feuerwehr ab. „Wir bekommen keine Sonderregelungen“, erläutert Kupke. Dennoch setzt er bei der Abwägung auf die Kraft der Argumente: „Es kommt auf die Ermessensspielräume an.“ So mache das Tonne-Theater in der fraglichen Zeit Sommerpause. Die Stadtkapelle probe nicht, die Musikschule sei verwaist. „Für 2015 haben wir einen gangbaren Weg gefunden.“ Fürs Folgejahr müsse die Feuerwehr das Konzept nochmals prüfen.

Vom 18. bis 30. August setzen die Kino-Macher um Kupke und Gerhard Steinhilber heuer auf Gediegenes (komplettes Programm im Internet unter www.reutlingen.de/open-air-kino). Das Genre-Spektrum reicht, wie berichtet, vom Edelthriller („Gone Girl“) und Agentenfilm aus Hollywood („Kingsmen“) über diverse Komödien („Wir sind die Neuen“, „Frau Müller muss weg“) bis zur Doku über die Krise des Bildungssystems („Alphabet“), die sich der Jugendgemeinderat gewünscht hat. Eher ein Arthouse-Programm: „Wir wollen weg vom Mainstream“, so Kupke. Dass jede Vorstellung ausverkauft sein wird, das ist demnach eher unwahrscheinlich – schon angesichts fehlender Blockbuster.

Ein knappes Dutzend Helfer/innen ist an jedem der 13 Abende vor Ort. Die Technik kommt wieder vom Bad Uracher Forum 22. Das Café Nepomuk bewirtet wie gehabt, und nebenan lockt auch ein Popcorn-Stand. Im Vorjahr kamen wegen des miesen Wetters nur 3000 Leute. Der Durchschnittswert lag über die Jahre bei 4000 Besuchern. Und in besonders warmen Sommern waren es, wie anno 2003, sogar 5000 zahlende Zuschauer.

Daran würde Kupke dieses Jahr gern wieder anknüpfen. Aber die Kino-Macher sind für alle Eventualitäten gerüstet. Wobei es nicht schon wieder so trübes Wetter werden muss wie im vorigen Jahr. Da haben sie im Spitalhof mitten im Hochsommer Glühwein ausgeschenkt. Matthias Reichert

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16.07.2015, 12:00 Uhr

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