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Zwangsversteigerung

Wer kriegt das „Flair 2000“?

Die ehemalige Kultdisco in Talheim steht Mitte November zum Verkauf.

12.09.2018

Von Kathrin Kammerer

Beim „Flair 2000“ mündet die Haiterbacher Steige in die vorfahrtberechtigte Hochdorfer Straße. Ein Gefahrenbereich, sagt der stellvertretende Ortsvorsteher Anton Ade. Bild: Kopf

Eine Anzeige des Amtsgerichts Freudenstadt bestätigt es schwarz auf weiß: Nach langem Leerstand wird das Gebäude der ehemaligen Kultdisco „Flair 2000“ am 16. November zwangsversteigert. Das „Flair“, das um die Jahrtausendwende Partygänger von Stuttgart bis Freiburg nach Talheim lockte, brannte 2004 aus. Danach war Ruhe im Ortskern. „Viele Anlieger waren damals froh“, erinnert sich Talheims stellvertretender Ortsvorsteher Anton Ade. Denn nun raubten ihnen wenigstens keine betrunkenen Partygänger mehr den Schlaf.

Doch die Eigentümer, die nicht in Talheim wohnen, ließen das alte Gebäude verkommen. Außerdem gibt es hier eine schlecht einsehbare Engstelle, „für den Verkehr eine absolute Gefahrenquelle“, wie der stellvertretende Ortsvorsteher sagt. Ihm – und schätzungsweise auch den restlichen Ortschaftsräten – wäre es am allerliebsten, wenn die Stadt das Gebäude bei der Zwangsversteigerung im November erwerben würde. Dann könnte man es endlich abreißen, die Straße verbreitern und besser einsehbar machen.

Was sagt die Stadt Horb dazu? „Die Stadt wirkt regelmäßig bei öffentlichen Versteigerungen mit, soweit der Erwerb von Immobilien zur Umsetzung von städtebaulichen Zielen sinnvoll ist“, schreibt die Pressestelle auf Anfrage der SÜDWEST PRESSE.

Ein echtes Schnäppchen?

Die Ruine samt Grundstück könnte tatsächlich ein echtes Schnäppchen werden. Für das Haus setzt das Amtsgericht laut Anzeige einen Verkehrswert von einem Euro an. „Entrümpelung notwendig, alter Zustand, teilweise massive Brand- und Löschspuren“, heißt es. Das Erdgeschoss sei eine Brandruine. Die Parkplätze zur Hochdorfer Straße hin haben immerhin einen Verkehrswert von 3400 Euro, die kleine Freifläche zur Haiterbacher Steige ist mit 756 Euro veranschlagt. Ein Abriss würde laut Amtsgericht rund 44300 Euro kosten.

„Ich sehe ein gewisses Risiko, dass die Stadt überboten wird“, sagt Ade. Aber er will nicht nur schwarzmalen: Immerhin sind nun endlich die seit langem festgefahrenen Eigentumsverhältnisse entzerrt.

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Erstellt:
12. September 2018, 18:16 Uhr
Aktualisiert:
12. September 2018, 18:16 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. September 2018, 18:16 Uhr

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