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Die WM

Wer profitiert und wer sich müht

Alle vier Jahre dasselbe Sommermärchen: Kein Einkaufsbummel ohne Schwarzrotgold, kein Abend ohne Fernseher, Chips und, ja, auch Bier. Der lokale Einzelhandel steht Kopf, wenn Deutschland spielt: Je öfter, desto besser. Olaf Amelong etwa, Geschäftsführer beim großen Real-Supermarkt in Gomaringen, zeigt sich derzeit „sehr zufrieden“, wie sich die WM im Umsatz bemerkbar macht: In eigentlich jedem Bereich gibt es während der tollen Tage Steigerungen – doch vor allem Grillgut und Getränke sind derzeit (auch aufgrund des schönen Wetters) sehr gefragt. Auch die unüberschaubare Menge an WM- und Fan-Artikeln erfreut sich großer Beliebtheit.

01.07.2014

Und für Alexander Stagl vom Hotel Krone in Tübingen heißt WM-Zeit vor allem Public Viewing-Zeit: Zusammen mit dem „Hotel am Schloss“, dem Restaurant „Museum“ und der „Wurstküche“ organisiert er im Anlagenpark in Tübingen Public Viewings für die Deutschlandspiele. Die sind gut besucht: Mit bis zu 3000 Besuchern könne man hier schon rechnen, so Stagl. Auch bei schlechtem Wetter werde tapfer zugeschaut und mitgefiebert.

Damit sich das Ganze wirklich lohnt, sind laut Stagl fünf bis sechs solcher Veranstaltungen nötig. Für ihn selbst bleibt zu hoffen, dass Deutschland noch eine Weile im WM-Geschehen mitmischt.

Demgegenüber ist das Verhältnis von Arbeit und Belohnung bei Polizei und Rettungskräften derzeit eher weniger spaßig: Verkehr und Sicherheit der Menschen sind die Prioritäten für das Polizeipräsidium in Reutlingen: Es kommt dabei sehr auf das Fanaufkommen und somit auf das jeweilige welches Spiel an, heißt es dort. Das Public Viewing in Tübingen etwa wird an Deutschlandspielen gut besucht sein von der ortsansässigen Polizei: Auto-korsos und euphorisch betrunkene Fans machen ziemlich viel Arbeit. Das war übrigens nicht immer so – erst beim „Sommermärchen“ 2006 begann die Public-Viewing-Zeit und der vermehrte Einsatz der Polizei: Ob Prügeleien zwischen einem Brasilianer und einem deutschen Fan, der Klau eines Straßenschildes oder das Zünden von Feuerwerkskörpern – das alles gibt es jetzt häufiger.

Geht so eine Prügelei blutig aus, kommt das Rote Kreuz ins Spiel: Prophylaktisch angefordert werden die Rettungskräfte sogar bei großen Fanfeiern und Public Viewings, bei denen das Risiko von Verletzten höher ist. Im Alarm-Fall ist der Grund in den meisten Fällen ein Kreislaufkollaps – oder eben peinliche Stürze von Betrunkenen.

MELANIE FÖLL,

MANUELA KAZCMAREK

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Erstellt:
1. Juli 2014, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
1. Juli 2014, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. Juli 2014, 12:00 Uhr

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