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Diözese Rottenburg-Stuttgart sagt Spendern und Förderern Danke

Wer stiftet, engagiert sich

Mehr als 2,4 Millionen Euro haben die sechs Stiftungen der Diözese Rottenburg-Stuttgart im vergangenen Jahr an Projekte in aller Welt ausgeschüttet. Gestern sagte die Diözese den Stiftern und Spendern dafür Dankeschön.

15.06.2012
  • Ulrich Eisele

Rottenburg. Im Rahmen eines Festes haben sich Bischof Gebhard Fürst und Generalvikar Clemens Stroppel im Namen der Diözese für die Großherzigkeit von Stiftern und Spendern bedankt. Allein im vergangenen Jahr hätten sie den sechs Stiftungen der Diözese rund 400 000 Euro gegeben, sagte der Bischof bei der Begegnung mit den Stiftern und Spendern am Donnerstag in Rottenburg.

An Förderleistungen schütteten die Stiftungen 2011 rund 2,4 Millionen Euro aus. „Wer stiftet, bringt nicht nur Kapital, sondern auch meist viel Engagement, Idealismus und Einsatzbereitschaft ein“, betonte Fürst. Die 1500 Stifter und Förderer, die sich 2011 engagiert hätten, würdigte er als weitblickende und denkende Menschen.

Rund 100 der Stifter und Förderer waren gestern beim Begegnungstag der Stiftungen im eigens vor dem Bischofshaus aufbauten Zelt persönlich da. Eine gute Quote, fand Elke Zimmermann, die Leiterin der Stabsstelle Fundraising. Vielen der zumeist älteren Wohltäterinnen und Wohltäter sei die Anreise zu anstrengend.

Beim Begegnungstag, der zum zweiten Mal veranstaltet wurde, präsentierten sich die sechs Diözesanstiftungen mit unterhaltsamen Darstellungen: Heilig-Geist-Schwestern aus Tansania, deren pastorale Arbeit von der Veronika- und der Mutter-Theresa-Stiftung unterstützt wird, sangen afrikanische Choräle (im Bild). Mit den Stiftungsmitteln finanzieren sie zum Beispiel Autos, um Kranke in weit abgelegenen Dörfern zu besuchen. Die Heilig-Geist-Schwestern sind vor allem in der Bildungsarbeit ihres Landes aktiv.

Kirche will Ansehen in Indien gewinnen

Aus dem indischen Mumbai angereist war Kardinal Oswald Gracias bereits am Mittwoch zum Priestertag der Diözese. Dort hielt er einen Vortrag über das kirchliche Leben in Indien und in seiner Diözese, von dem er gestern eine kurze Zusammenfassung gab. Zwischen den Diözesen Mumbai und Rottenburg-Stuttgart gibt es intensive Kontakte. Wiederholt sei er von der Stiftung Weltkirche bei der Anschaffung von Arbeitsmaterial und Bildungsgütern unterstützt worden, berichtete Gracias.

Der Kardinal betonte, dass die katholische Kirche in Indien eine Minderheit mit einem Bevölkerungsanteil von 1,8 Prozent sei; die Christen insgesamt machten 2,3 Prozent in dem Land mit einer Gesamtbevölkerung von einer Milliarde Menschen, einem Hindu-Anteil von 82 Prozent und einem Moslem-Anteil von zwölf Prozent aus.

Viele von Laien geleitete christliche Gemeinschaften würden beim Bibellesen und im Gebet konkrete Handlungsimpulse für ihr tägliches Leben gewinnen, sagte der Kardinal. Diese Gemeinschaften hätten inzwischen in der Kirche in Asien höchste Priorität in der Seelsorge. Mit ihrem sozialen Engagement und ihrer Option für Arme und Unterprivilegierte erwerbe sich die katholische Kirche Ansehen im Land

Aber nicht nur im Ausland, auch in der Diözese selbst werden von Diözesanstiftungen Projekte unterstützt. Von einem Integrationsprojekt in einem Ravensburger Stadtteil berichteten Pastoralreferentin Angelika Böhm und Pfarrer Reinhold Hübschle. Dort führt eine Kirchengemeinde einen Begegnungstreff für türkische, kurdische und russische Einwanderer/innen weiter, den die Caritas und die Stadt Ravensburg nicht mehr finanzieren wollen.

Mit Herzblut schilderte Angelika Böhm, wie wichtig der Treff für die Familien dort ist, die von Problemen wie Arbeitslosigkeit, Mobbing in der Schule oder Unkenntnis im Umgang mit Behörden überdurchschnittlich stark betroffen sind. Böhms Sozialarbeiterstelle wird indirekt von der Bischof-Moser-Stiftung finanziert.

Fröhliche Stimmung verbreitete zum Schluss der Chor des Martinihauses mit Spirituals und weltlichen Stücken. Auch das Martinihaus wird von einer Stiftung, der Stiftung Marchtaler Internate, getragen.

Wer stiftet, engagiert sich
Mit Lobpreis-Liedern aus ihrer Heimat erfreuten die Heilig-Geist-Schwestern aus Tansania gestern beim Begegnungstag der Diözese Stifter und Spender. Bild: Diözese

Bei den sechs Stiftungen der Diözese handelt es sich um die 2002 gegründete Veronika-Stiftung zur „Sicherung des menschenwürdigen Lebens von der Zeugung bis zum Tod“, um die Stiftung Marchtaler Internate, gegründet 2003, welche die vier katholischen Internate unterstützt, die Bischof-Moser-Stiftung (2004) zur Förderung von Pastoralprojekten, die vor sechs Jahren gegründete Stiftung Wegzeichen-Lebenszeichen-Glaubenszeichen zur Erhaltung christlicher Kleindenkmale wie Wegkreuze und Kapellen, die 2008 gegründete Mutter-Teresa-Stiftung für die Qualifizierung kirchlich-karitativen Personals sowie die Stiftung Weltkirche, gegründet 2009.

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15.06.2012, 12:00 Uhr

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