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Ethik

Werden Tierversuche überflüssig?

Der Optimismus bei der Tierrechtsorganisation „Peta“ ist versteckt. Wer sich auf der Webseite über medizinische Tierversuche informiert, bekommt zunächst Bilder von gequälten Tieren zu sehen.

01.04.2020

Von CK

Im letzten Absatz steht dann der Satz, der Mut machen soll: „Die Zukunft ist tierversuchsfrei“, schreibt Peta.

Wie realistisch ist der Appell? Schließlich müssen in Deutschland – alleine in der Medizin – jährlich rund zwei Millionen Tiere Versuche über sich ergehen lassen. Kein Wunder, dass die Hoffnungen in die personalisierte Medizin groß sind. Die Theorie: Wenn es den Medizinern gelingt, jeden Patienten individuell zu behandeln, werden die Tierversuche überflüssig.

Die Praxis sieht anders aus. Viele Mediziner halten das Ende der Tierversuche für utopisch. „Gerade dort, wo man ein funktionierendes Immun- und komplexes Organsystem braucht“, sagt Professorin Katja Schenke-Layland, Direktorin des NMI, Naturwissenschaftliches und Medizinisches Instituts an der Universität Tübingen. Medikamente, die neu entwickelt werden, beispielsweise für den Einsatz in der personalisierten Medizin, müssen an Tieren getestet werden, bevor sie auf den Markt kommen.

Trotzdem habe in der Medizin und Pharmazie ein Umdenken stattgefunden, sagt Schenke-Layland. Es gebe Überlegungen, digitale Modelle zukünftig einzusetzen, die mit den Patientendaten arbeiten und auf den Zwischenschritt Tierversuche verzichten. Diese Modelle hätten das Potenzial, einen Teil der Experimente zu vermeiden, sagt Schenke-Layland. ck

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Erstellt:
1. April 2020, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
1. April 2020, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. April 2020, 06:00 Uhr

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