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Stürmerduell

Werner gegen Wagner

Der Ex-Stuttgarter Timo Werner und Sandro Wagner sind statistisch gesehen die besten deutschen Torjäger in der Fußball-Bundesliga. Morgen treffen sie im Spitzenspiel Leipzig kontra Hoffenheim aufeinander.

27.01.2017
  • SID/DPA

Noch ist nicht durchgesickert, ob Joachim Löw am Samstag persönlich nach Leipzig kommen wird. Aber auf jeden Fall wird der Bundestrainer beim Spitzenspiel morgen (15.30 Uhr/Sky) zwischen RB Leipzig und 1899 Hoffenheim ganz genau hinschauen. Denn die Partie zwischen dem Tabellenzweiten und dem -dritten ist auch ein Duell der beiden erfolgreichsten deutschen Stürmer: Timo Werner, 20, gegen Sandro Wagner, 29. Beide haben in dieser Saison jeweils zehn Mal getroffen, mit einer Schwalbe (Werner) und forschen Sprüchen (Wagner) allerdings auch für Unmut bei den Fußballfans gesorgt.

Dennoch stehen die Chancen gut, dass zumindest einer von beiden zum Klassiker am 22. März gegen England eingeladen wird. Löw hatte zuletzt die fehlende Durchschlagskraft in der Offensive des Weltmeisters bemängelt.

„Die Frage, wer der Bessere ist, kann man kaum beantworten. Sie sind zu unterschiedlich“, sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, der einstige Stürmerstar. Und: „Sandro ist eher der klassische Strafraumstürmer wie Mario Gomez. Gewandt trotz seiner Größe, torgefährlich. Timo kommt mit seiner Schnelligkeit mehr aus dem Raum.“ Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann findet einen Vergleich der beiden Stürmer abstrus: „Das ist, als ob man zwei Mittelklasse-Autos miteinander vergleicht. Der eine hat eine Sitzheizung, der andere eine Sitzlüftung. Es kommt darauf an, was man lieber hat: Der eine mag es kühl, der andere lieber heiß.“

Heißsporn auf dem Platz

Wagner ist auf dem Platz ein Heißsporn, Nagelsmann nennt ihn einen „Drecksack im besten Sinne“. Dazu gehört auch das selbstbewusste Auftreten. Er sei „seit einiger Zeit mit Abstand der beste deutsche Stürmer“, sagt Wagner über sich selbst – und die Zahlen sprechen zumindest nicht dagegen. Im Schnitt braucht er weniger als vier Torschüsse für einen Treffer, damit ist der bei Bayern München ausgebildete Stürmer effizienter als Robert Lewandowski. Wagner gewinnt zudem die Hälfte seiner Zweikämpfe und ist Ligaspitze bei Toren nach Standards (4). Werner bringt völlig andere Stärken mit. Aufgrund seiner enormen Schnelligkeit hat der U-21-Nationalspieler bereits vier Tore nach Kontern erzielt (Ligabestwert), außerdem ist sein Defensivspiel deutlich ausgeprägter. Bei vielen Fans hat Werner nach seiner Schwalbe im Spiel gegen Schalke (2:1) aber einen schweren Stand, selbst bei der Darts-WM in England wurden Schmähgesänge auf den früheren Stuttgarter angestimmt.

Werner will über seinen „Sündenfall“ nicht mehr reden, sondern nur noch Tore sprechen lassen. Vom Alter und Spielstil her passt er genau in Löws Raster. Wagner hat wohl nur eine Chance auf sein Debüt im DFB-Trikot, wenn er weiter so kontinuierlich trifft wie seit mittlerweile eineinhalb Jahren. Ein Tor im direkten Duell mit dem Sturmrivalen wäre sicher hilfreich. Dasselbe gilt aber für Werner auch.

Die Aufregung um 1899 Hoffenheim und Julian Nagelsmann wird aktuell ebenfalls jede Woche größer, der Erfolgstrainer nimmt das aber alles mit Humor. Jetzt, vorm Spitzenspiel des ungeschlagenen Tabellendritten in Leipzig, scherzte der 29-Jährige über die Spekulationen, wonach er beim FC Bayern München eines Tages Nachfolger von Carlo Ancelotti werden könnte. „Ich bin in ganz engem Austausch mit Ralph Hasenhüttl und Thomas Tuchel. Wir einigen uns noch, wer Co-Trainer und wer Cheftrainer wird nächstes Jahr“, sagte Nagelsmann und bezog dabei seine beiden Kollegen bei RB und bei Borussia Dortmund mit ein. Auch die Lästereien von Fans über das Duell der Emporkömmlinge aus Leipzig und Hoffenheim lassen Nagelsmann schmunzeln.

Hochklassiges Spiel erwartet

„Ob es El Plastico oder El Gigantisimo heißt, ist mir völlig wurscht.“ Die beiden Klubs sind wegen ihrer finanzstarken Mäzene bei Fußball-Traditionalisten ziemlich unbeliebt. Dietrich Mateschitz und Dietmar Hopp hatten die Vereine mit ihrem millionenschweren Engagement ins Oberhaus gebracht.

Auch Nagelsmann fiebert der brisanten Begegnung entgegen, er hält viel von der Leipziger Spielstärke. „Ich traue ihnen schon zu, dass sie den Bayern Paroli bieten können.“ Der Aufsteiger habe eine außergewöhnliche Art zu verteidigen und Bälle wieder zu erobern: „Das löst Stress und Chaos aus beim Gegner.“ Hoffenheim und Leipzig hätten große Unterschiede in der Spieleröffnung: „Bei RB ist das eher per langem Ball, sie spielen weniger hinten raus.“

RB Leipzig kann im Verfolgerduell nahezu in Bestbesetzung antreten. Neben dem weiterhin gesperrten Emil Forsberg steht nur der schottische Offensivspieler Oliver Burke wegen einer Grippe nicht zur Verfügung, der schon beim 3:0 am vergangenen Samstag gegen Eintracht Frankfurt nicht in der Startformation des Aufsteigers stand.

Abwehrmann Marvin Compper musste wegen Adduktorenproblemen zwar gestern das Training abbrechen, der gebürtige Tübinger rechnet aber mit einem Einsatz gegen seinen Ex-Klub. RB-Trainer Hasenhüttl spricht von einer „Riesenherausforderung“ gegen Hoffenheim, betonte aber auch: „Wir sind acht Punkte vor einer Mannschaft, die ungeschlagen ist!“ Er erwartet ein hochklassiges Spiel. sid/dpa

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27.01.2017, 06:00 Uhr

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