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Deadwood liegt fast mitten in Talheim

Western-Treffen Anfang Oktober mit Original-Outfits und eigens nachgebauter Toilette

Der Original-Stern blinkt zwischen den Chaps und den Hemden hervor. „Woodpecker“, „Quickly“ und „Lucky Jack“ sitzen vor ihrem selbstgebauten Office und lehnen sich für einen Moment zurück. Westernstimmung kommt auf dem Gelände des Schützenvereins Wilhelm Tell in Talheim auf. Dort findet vom 2. bis 4. Oktober das erste Westerntreffen statt.

22.09.2015

Von Alexandra Feinler

Talheim. Und so ist es mit der Ruhe bald zu Ende, denn die achtköpfige Westerngruppe des Schützenvereins muss noch einiges vorbereiten. Die Gruppe wurde vor drei Jahren ins Leben gerufen und soll Westernbegeisterten die Möglichkeit geben, ihrer Leidenschaft nachzugehen. Dafür muss man kein erfahrener Schütze sein.

Auch Quereinsteiger wirken in der Gruppe mit. Jeder der so genannten „Hobbyisten? erhält einen Spitznamen nach Westernart. „Kay ist beispielsweise beim Schießen mal ein Missgeschick passiert. Er traf anstelle des Ziels die Holzverkleidung. Das sah aus wie ein Spechtloch, deshalb heißt er Woodpecker?, erklärt Rainer Wosk Bei ihm muss immer alles sofort geschehen, eben quickly. Thorsten Kieninger hat seinen Namen Lucky Jack vom Film „Master and Commander?, weil er einfach zu ihm passe.

Cowboy-Feeling

bis ins kleinste Detail

Bis ins kleinste Detail soll in Talheim alles an die Zeit des späten 18. Jahrhunderts erinnern. Die Schießanlage steht für das „Cowboy Action Shooting? bereit. Im Gegensatz zum Schießen mit einem Luftgewehr, müssen die Teilnehmer einen Parcours auf Zeit durchlaufen. Der in der Cowboy-Sprache bekannte Stage enthält verschiedene Elemente. Woodpecker alias Kay Federenko macht es vor. Nachdem er sein Gewehr mit Schwarzpulver geladen hat, stellt er sich an die Startlinie. Sobald das Signal ertönt, schießt er auf ein Stahlziel. Hat er es getroffen, muss er zur nächsten Linie laufen und erneut ein anderes Stahlziel fokussieren. „Wir wollen noch weitere Stationen einbauen, bei denen die Teilnehmer beispielsweise mit einem kleinen Hammer einen Nagel versenken müssen?, erklärt Quickly. Wer die wenigsten Fehler macht und die schnellste Gesamtzeit hat, bekommt einen Platzpunkt. Am Ende gewinnt derjenige, der die wenigsten Platzpunkte hat.

Zudem tanzt die Linedance-Gruppe aus Obertal bei Baiersbronn und es soll eine Bogenschieß-Bahn sowie ein Lagerleben mit Cowboys, Trappern, Hufschmieden und früheren Westernfiguren geben. Um die passende Atmosphäre zu schaffen, hat die Westerngruppe einen Saloon No. 10 von 1876 nachgebaut. Dazu gibt es natürlich die passende Legende: „Am 2. August 1876 wurde hier der Revolverheld Wild Bill Hickok von einem betrunkenen Nichtskönner von hinten erschossen.?

Weitere Geschichten ranken sich um die Gegend, die sich „Deadwood? nennt. Diesen Namen wird auch das Westerngelände in Talheim bekommen. „Im heutigen South Dakota strömten 1876 zu Hunderten Goldschürfer, Abenteurer, Spieler und Händler in die Black Hills. Aus dem illegalen Camp wuchs binnen weniger Monate Deadwood ? ein Ort ohne Sheriff, Bürgermeister und ohne Recht und Ordnung?, erklärt Woodpecker.

Bis auf Recht und Ordnung soll das bunte Lagerleben vom 2. bis 4. Oktober rund um das Schützenhaus einkehren. Die Sicherheitsbestimmungen für so einen Westerntreff sind jedoch hoch, wissen die Organisatoren. Denn es gibt viele Formalitäten einzuhalten, und auch die Waffen, die Gegebenheiten vor Ort und jedes kleinste Detail sind beispielsweise vom BDS-Westernschießen im Bund Deutscher Sportschützen reglementiert. Wer die Regeln einhält, bekommt einen Original Stern, den er an seiner Kleidung trägt ? so auch Woodpecker, Quickly und Lucky Jack. Alle drei sind große Westernfans, die sich auf ihr erstes Treffen freuen. „Für dieses haben wir eine Dusche wie damals gebaut?, zeigt Woodpecker die Holzkonstruktion. Sie besteht aus einer Umkleidekabine, die teilweise mit Holz und einem Vorhang von der Duschkabine getrennt ist. Über einen Boiler wird das warme Wasser erhitzt und in einen Eimer gepumpt, der die Dusche ermöglicht.

Das Büro ist direkt

neben der Dusche

Gleich neben der nach oben geöffneten Dusche befindet sich das Office. Bei diesem können die Besucher Informationen erhalten und Holz für ihr Lagerfeuer kaufen. „Es soll eine richtige gemütliche Atmosphäre entstehen?, wünscht sich die Westernabteilung des Schützenvereins für ihren ersten Westerntreff vom 2. bis 4. Oktober in Talheim.

Die drei Cowboys von Deadwood – Woodpecker alias Kay Federenko (von links), Quickly alias Rainer Woske und Lucky Jack alias Thorsten Kieninger – haben alles für das kommende Westerntreffen in Talheim vorbereitet, sogar ihren Glücksbringer, Esel Fritz.Bild: fei

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Erstellt:
22. September 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
22. September 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 22. September 2015, 12:00 Uhr

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