Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Bürgerkrieg

Westliche Welt bittet um Gnade für Aleppo

Die Lage in der syrischen Großstadt ist dramatisch. Westliche Staaten fordern ein Einlenken von Machthaber Assad und seinen Verbündeten.

12.12.2016
  • DPA

Paris. Deutschland und seine Partner haben Gnade mit den Menschen in der belagerten syrischen Stadt Aleppo gefordert. „Wir fordern das Regime, aber auch den Iran und Russland auf, Menschen aus der Kampfzone gehen zu lassen“, sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) nach einem Treffen westlicher und arabischer Länder – der sogenannten Freundesgruppe Syriens – bei einer Konferenz in Paris.

US-Außenminister John Kerry rief Syriens Präsidenten Baschar al-Assad und dessen Verbündeten Russland auf, „ein wenig Gnade“ zu zeigen. Es gehe darum, die vollständige Zerstörung Aleppos zu verhindern. Er warf dem syrischen Regime wegen dessen „wahllosen Bombardierungen“ Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen vor. An dem Pariser Treffen nahmen neben fünf westlichen Ländern und der EU auch Jordanien, Katar, Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und die Türkei teil.

Aktivisten und Einwohner der Rebellengebiete Aleppos warfen syrischen Regierungskräften den Einsatz von Chlorgas vor. Ein Augenzeuge berichtete von einem Angriff im Stadtviertel Al-Kallasah. Das Regime hat seit Beginn einer Offensive Mitte November rund 80 Prozent der Rebellengebiete Aleppos zurückerobert. Die humanitäre Lage im Osten der Stadt ist dramatisch. Es fehlt akut an Trinkwasser, Lebensmitteln und medizinischer Versorgung.

Aus Angst um Leib und Leben fliehen immer mehr Menschen aus Ost-Aleppo. Rund 100 000 Zivilisten sollen die Rebellengebiete bereits verlassen haben. Etwa 70 000 seien in Stadtviertel unter Kontrolle der Regierung geflohen. In den verbliebenen Rebellengebieten halten sich nach Schätzungen noch rund 120 000 Menschen auf, wie die Menschenrechtler erklärten.

Wegen der Offensive auf Aleppo kündigte die EU weitere Sanktionen gegen das syrische Regime an. Diese sollen sich gegen verantwortliche Personen sowie Organisationen richten, die Baschar al-Assad unterstützen. dpa

Leitartikel Seite 2

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

12.12.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball