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Den Samen legen

Wie Kinder und Jugendliche zum Singen gebracht werden

Niemand in der Gegend ist wohl so engagiert und enthusiastisch wie Friedhilde Trüün, wenn es darum geht, Kinder zum Singen zu bringen.

19.10.2012
  • Wilhelm Triebold

Tübingen. Wenn die Kinderchorleiterin Friedhilde Trüün von Störenfrieden in ihrer Gruppe spricht, dann sind die für sie keineswegs verhaltensauffällig oder gar -gestört. Trüün nennt sie lieber „verhaltensoriginell“ und meint damit: „Man kann dem auch Positives abgewinnen.“ Denn diese Kinder wollten zuerst mal wahrgenommen werden. Und Trüün weiß, wie man sie erreicht. Mitunter resolut, aber mit Empathie. „Einer von ihnen schreibt mir bis heute!“

Von der klassischen Kinderchorleitung müsse man weg und neue Wege finden. „Auch die Eltern wollen einbezogen werden, und dass die Kinder wahrgenommen und nicht nur Noten gepaukt werden.“ Singen soll Lust machen – und vielleicht auch mal lustig sein. Selbst da bleibt Friedhilde Trüün erfrischend positiv: „Es gibt noch Eltern, die Wert auf Kultur legen, oft auch selber in Chören singen.“

Trotzdem sind sich Christian Fischer, Rektor der Tübinger Kirchenmusikhochschule, und die Fachfrau von den Kinderchören in einem entscheidenden Punkt völlig einig: „G 8 macht viel kaputt.“ Trüün: Es bröckelt ab der fünften Klasse.“ Da muss gegengesteuert werden, zumal Eltern und Erzieherinnen oft auch nicht mehr mit den Kleinen singen würden.

Mit solchen Sing-Projekten, wie es sie auch in Tübingen gibt („Sing Bach“ ist das bekannteste, Trüüns Neckarschwalben das konstanteste), werde nach Friedhilde Trüüns Einschätzung „der Samen gelegt“. Dann hofft sie, „dass das trägt.“

„Tübinger-Tage“-Organisator und Hochschulrektor Christian Fischer plant schon den nächsten Coup. Für 2014 peilt er einen weiteren Kongress an, „eine größere Dimension“, und zwar zur Popularmusik. In Tübingen ist er da momentan „ein bisschen in Verlegenheit“: Die richtige Umgebung für diesen Kongress ist noch nicht gesichtet.

Wie Kinder und Jugendliche zum Singen gebracht werden
Hochschulrektor Christian Fischer ist Hausherr des Kongresses ...

Wie Kinder und Jugendliche zum Singen gebracht werden
... und Friedhilde Trüün die künstlerische Leiterin.Bild: Metz

Über 70 Anmeldungen aus ganz Deutschland verzeichnet der Kongress „Faszination Kinder- und Jugendchor“, den die Tübinger Hochschule für Kirchenmusik an diesem Wochenende im Schwabenhaus veranstaltet.
Ein Vortrag und fünf Workshops (darunter das Thema „Popsound und Rhythmustraining“) bilden das Rückgrat des Kongresses. Außerdem finden, ebenfalls unter dem Dach der Jazz- und Klassiktage, zwei Begegnungskonzerte statt: Am heutigen Freitag um 19 Uhr in der Stiftskirche mit der Christopherus-Kantorei Altensteig, dem Mädchenchor LaFilla und der Mädchenkantorei des Rottenburger Doms; am morgigen Samstag um 17 Uhr in der Eber hardskirche mit jungen Chören der Region, darunter den Neckarschwalben.

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19.10.2012, 12:00 Uhr

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