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Wie Vereine überleben können
Viele Impulse und freie Plätze in der Zehntscheuer: Andrea Holzberger vom Verein Kinderlachen, Moderatorin Birgit Reinke, Marc Brück (Skiclub) und Rolf Eissler (Narrenzunft) diskutieren Vereinsarbeit. Bild: Franke
Ehrenamt

Wie Vereine überleben können

Projekte stemmen, kommunizieren, Verantwortungsträger finden: In einem Förderprojekt beschäftigten sich damit Rottenburger Vereine.

05.10.2016
  • Werner Bauknecht

Dieses Problem kennen viele Vereinsmitglieder: Wahlen stehen an und keiner will sich fürs Amt des Ersten Vorsitzenden bewerben. Der Führungskräftemangel trifft jede Art von Vereinen. Das ergaben Umfragen im Vorfeld. Zum Thema „In welchen Bereichen brauchen Vereine Unterstützung?“ bildete sich in Rottenburg vor zwei Jahren eine Projektgruppe. Sie soll die hiesigen Vereine miteinander vernetzen. Die Robert-Bosch-Stiftung fördert das Programm „Engagement braucht Leadership (EbL) – Starke Vereine in Rottenburg“.

Nach zwei Jahren gemeinsamer Arbeit stellten die Teilnehmer am Samstag ihre Ergebnisse in der Rottenburger Zehntscheuer vor. Kommunikation, Projektmanagement und die Suche nach Verantwortungsträgern waren zentrale Themen. Gemessen daran, dass Rottenburg mehr als 400 Vereine hat, nahmen aber erstaunlich wenige teil. Am Schwarzen Brett, wo sie die Vereinsdaten anpinnen konnten, um zu „netzwerken“, hingen gerade mal ein knappes Dutzend Nachfragen.

Vernetzen kann helfen

Nach der Begrüßung durch Baubürgermeister Thomas Weigel berichtete Martin Link vom Paritätischen Bildungswerk, dass es in den rund 600000 deutschen Vereinen 80 Prozent ehrenamtliche Vorstände gebe. Früher seien spätere Führungspersonen in solche Rollen hineingewachsen. Heute komme das nicht mehr so häufig vor.

Im Lenkungsausschuss organisierten sich Vereine Fortbildungen. Marc Brück vom Skiclub Rottenburg berichtete, dass sein Verein sich für ein Wochenende in die Sportschule Ruit zurückzogen habe, um seine Strukturen zu verbessern. Rolf Eissler von der Narrenzunft Rottenburg erzählte von regelmäßigen abendlichen Treffen. Thema: Überlegt, was wir ändern können! Eissler erwartet, dass die Ergebnisse, wie zum Beispiel eine verbesserte Kommunikation, in den kommenden Monaten umgesetzt werden. Zum Lenkungsausschuss gehörten noch der TV Rottenburg und der Verein zur Steigerung der Lebensfreude. Projektträger mit Leiterfunktion war die Rottenburger Lebenshilfe mit Björn Vissering.

Die Teilnehmer waren sich einig, dass die Ergebnisse des Projekts allen Vereinen zugänglich sein müssten. Dafür halten sie eine Plattform für notwendig, etwa in den neuen Medien. Dort sollen die Vereine untereinander kommunizieren und sich vernetzen können. Laut Birgit Reinke von der Stabsstelle Bürgerengagement und Öffentlichkeitsarbeit besteht bereits von Stadtseite aus die IT-Infrastruktur. Beispiele sind die Rottenburger Mitteilungen oder der städtische Veranstaltungskalender. Zu überlegen gelte: Wie kann man die Vereine da einbinden? Wie Reinke berichtete, wird darüber intensiv nachgedacht, auch Spezialisten werden dazu befragt.

Ein Fest zu dritt

Vissering weiß bereits, wie Vernetzung funktionieren kann: Er hat mit seinem Verein einen Stand beim Neckarfest. Daneben schenkt der Skiclub aus, der Nellingsheimer Musikverein spielt nicht weit weg davon. Alle drei verabredeten einen gemeinsamen Auftritt und stellten ihre Stände so zusammen, dass es „wie eine Wagenburg“ (Vissering) aussah. „So halfen wir uns gemeinsam.“

Auch in Seminaren und Lehrgängen wird das Projekt weitergeführt. Im Mai 2016 gibt es einen Workshop für Vereine zum Thema „Zukunftsmanagement“. Vereine sollen dort unter anderem lernen, ein eigenes Stärken- und Schwächenprofil zu erstellen und daraus ihre Schlüsse und Handlungsanweisungen ziehen. Federführend liegt das Projekt in den Händen der Stabsstelle von Birgit Reinke.

Nach einem imposanten kalten Büffet vom Verein „Feuervogel“ spielte das Tübinger Harlekin-Theater vor etwa 50 Besuchern seine Impro-Show Theatersport.

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05.10.2016, 01:00 Uhr

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