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Mit Armband in den OP

Wie das Uni-Klinikum die Patientensicherheit optimieren möchte

Patientenarmbänder und Simulationstraining für Ärzte und Pfleger sollen die Qualität der Arbeit am Klinikum weiter verbessern. Mit dem bisher erreichten ist nicht nur das Klinikum bereits sehr zufrieden: Über 96 Prozent der Patienten würden das Universitätsklinikum Tübingen weiterempfehlen.

08.07.2014
  • Yvonne Füll

Tübingen. Wer liegt hier auf dem Operationstisch? Manche Patienten sieht man zum ersten Mal am Tag der Operation, erklärte Prof. Alfred Königsrainer, Ärztlicher Direktor der Chirurgischen Uni-Klinik. An allen Tübinger Uni-Kliniken wird deshalb noch dieses Jahr ein Patienten-Sicherheitsarmband eingeführt. Es enthält Namen, Geburtsdatum und einen Barcode mit der Fallnummer. So kann der Patient einfach und schnell identifiziert werden, um Verwechslungen zu vermeiden.

„Für den OP-Bereich ist dieses Armband ein absoluter Segen“, sagte Königsrainer. Für solche Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität und Patientensicherheit im Krankenhaus setzt sich das Team des Qualitätsmanagements am UKT ein. Gestern Vormittag wurden bei einer Pressekonferenz die aktuellen Verbesserungsmaßnahmen vorgestellt. Anlass war eine bundesweite Themenwoche zur Qualitätssicherung in Krankenhäusern.

Befragungen liefern wichtiges Feedback

Besonders die regelmäßigen Befragungen von Patienten und Mitarbeitern tragen dazu bei, aus Fehlern zu lernen und Abläufe zu optimieren, sagte Jens Maschmann vom Team Qualitätsmanagement. In der Klinik kann ein Meinungsbogen ausgefüllt werden, um Lob, Kritik und Verbesserungsvorschläge weiterzugeben. Pro Jahr gehen so über 2000 Rückmeldungen ein. Im letzten Jahr waren davon etwa die Hälfte ausdrückliches Lob für das Uni-Klinikum. 96 Prozent der Patienten würden das Uni-Klinikum weiterempfehlen.

Ein weiteres Projekt ist das interne Berichtsystem (IBS). Mit diesem können Mitarbeiter anonym „unerwünschte Ereignisse straf- und sanktionsfrei“ melden erklärte Maschmann. Zudem sollen krankenhausspezifischen Risiken wie Wundliegen, Sturz und Infektionen künftig konsequent gemessen werden.

Königsrainer erklärte außerdem, weshalb der Rückgang an Organspendern in Deutschland zu Schwierigkeiten in der Behandlung von Patienten führt. Die lange Wartezeit auf ein Spenderorgan stellt ein zusätzliches Risiko dar, da sich der Zustand der Patienten mit der Zeit verschlechtert. Zählt man dann auf der Warteliste zur „höchsten Dringlichkeit“, bedeute dies oft eine schlechtere Überlebensrate nach der Operation.

Prof. Peter Rosenberger, Ärztlicher Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, erläuterte die unterschiedlichen Simulations-Trainingsmöglichkeiten am Klinikum. Durch Übungen direkt am Arbeitsplatz wird die Routine und Sicherheit der Mitarbeiter gestärkt, um besonders in Notfallsituationen gut vorbereitet zu sein. Bereits während des Studiums werden die jungen Ärzte trainiert. Besonders die Abläufe zwischen dem Eingang eines Notrufs bis zum Eintreffen am Patienten können so optimiert werden und wertvolle Zeit bedeuten.

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08.07.2014, 12:00 Uhr

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