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Neue Tübinger Wege und Umwege

Wie die Stadt Radlern das Fortkommen erleichtern will

Die Stadt Tübingen will im nächsten Jahr rund 450 000 Euro in die Sanierung und den Ausbau ihres Radwegenetzes stecken. Größtes Einzelprojekt ist der Ausbau des Weges entlang der Bahnlinie zwischen dem Landratsamt und dem Derendinger Haltepunkt.

13.12.2012
  • Sepp Wais

Tübingen. Die endgültige Entscheidung über die einzelnen Vorhaben zur Verbesserung des Radwegenetzes wird erst in der Etat-Runde 2013 fallen, die am kommenden Montag mit der Einbringung des neuen Haushaltsplans beginnt. Aller Voraussicht nach wird sich der Gemeinderat aber an die Vorschlagsliste halten, die der Verkehrsplaner Mirco Sarcoli am Montag im Planungsausschuss präsentierte. Dessen Mitglieder zeigten sich jedenfalls durchweg mit der Vorlage einverstanden.

Auf Wunsch des Radverkehr-Forums will die Stadt ihr Radwege-Budget für das Jahr 2013 vor allem in die Sanierung und den Ausbau von Hauptrouten investieren. Vorneweg in die eigentlich „gute und nahezu störungsfreie Verbindung vom Mühlen- ins Behördenviertel, dem die Verkehrsplaner aufgrund der städtebaulichen Entwicklung Derendingens eine wachsende Bedeutung beimessen. Zur Zeit ist die Radler-Piste an der Bahn entlang jedoch ziemlich holprig und viel zu schmal. Das will die Verwaltung nun ändern: Der Weg soll für 165 000 Euro ausgebessert und um 1,20 auf 3,50 Meter verbreitert werden.

Runde 90 000 Euro sind für einen neuen Radweg um das Bahnbetriebswerk herum vorgesehen. Wie berichtet, plant die Bahn auf ihrem Areal im Saiben einen 230 Meter langen Werkstattbau. Durch diesen Klotz wird die Route von Derendingen in Richtung Freibad unterbrochen. Diese für den Freizeitverkehr wichtige Verbindung möchten die Stadtplaner nun durch einen neuen Um-Weg wiederherstellen.

Um eine noch wichtigere Route handelt es sich beim Ammertal-Radweg von Tübingen nach Unterjesingen. Dessen stellenweise schon ziemlich angegriffener Belag soll für 80 000 Euro wieder glatt gestrichen werden. Weitere 45 000 Euro sind für die Sanierung eines Radweg-Abschnitts an der Europastraße (zwischen den Bahngleisen und der Jet-Tankstelle) eingeplant. Und für 10 000 Euro soll zu guter Letzt noch die Radler-Route, die zwischen der Aischbachschule und ihrem Spielplatz hindurchführt, direkt an die Ammer verlegt werden.

Neue Bike&Ride-Plätze am Derendinger Bahnhof

Über diese Tiefbau-Projekte hinaus plant die Verwaltung noch andere Neuerungen, mit denen sie den Radlern das Leben erleichtern möchte. So soll etwa die bisher nicht gerade übersichtliche Radwegweisung – analog zur neuen Wegweisung des Landkreises – durch eine einheitliche Beschilderung optimiert werden. Mit den Details der Planung wird ein Büro beauftragt.

Um das Bike&Ride für Einpendler attraktiver zu machen, möchten die städtischen Verkehrsplaner an den zentralen Bahnhaltepunkten noch mehr abschließbare Abstellmöglichkeiten für Fahrräder schaffen. Konkret denken sie dabei an den von der Volksbank geplanten Neubau am Bahnhof in Derendingen (wir berichteten). Dort könnten in einem von außen zugänglichen und abschließbaren Raum im Erdgeschoss gegen eine entsprechende Gebühr 14 Räder abgestellt werden.

Und schließlich möchte die Stadtverwaltung noch einen Unfallschwerpunkt an der Aral-Tankstelle in der Reutlinger Straße entschärfen. Wer dort aus der Tanke ausfährt, schaut in aller Regel nach links auf den Verkehr in der Reutlinger Straße – und übersieht leicht die aus dem Französischen Viertel von rechts kommenden Radler. Künftig soll ein blinkendes „Aufmerksamkeits-Display“ im Sichtfeld der Autofahrer auf nahende Radler hinweisen.

Wie die Stadt Radlern das Fortkommen erleichtern will
Den ersten Rückmeldungen zufolge hat sich die (weiße) LED-Beleuchtung auf dem Radweg nach Hirschau bewährt. Bevor weitere Wege damit markiert werden, will Baubürgermeister Cord Soehlke aber noch weitere Erfahrungen abwarten.

Wenn es die Bauverwaltung mit ihrem neuen Radwege-Programm genauso eilig hat wie mit dem Programm für 2012, dann wird in nächster Zeit nicht viel davon umgesetzt. Sieht man von den Restarbeiten aus dem Förderprogramm 2011 ab, hat die Stadt in diesem Jahr nur eine kleine Verbesserung hingekriegt: die 5000 Euro teure LED-Leitlinie auf dem Radweg nach Hirschau (siehe Bild). Alle anderen Vorhaben auf der Radwege-Liste für 2012 sind aus unterschiedlichen Gründen noch nicht realisiert: Der über 400 000 Euro teure Ammerbegleitweg von der Kölle- bis zur Freiackerstraße ist offiziell „in der Umsetzung“. Der Radlerschutzstreifen von der Rheinland- bis zur Grabenstraße wird laut Verwaltungsvorlage im März 2013 ausgewiesen. Die Einrichtung von Dauerzählstellen ist „in der Umsetzung“. Das Projekt Fahrradboxen am Haagtor „ruht“, die Radboxen beim BVV sind „in Vorbereitung“, das Gleiche gilt für die Planung zusätzlicher Radboxen auf dem Thiepval-Gelände. Vom Radweg in der Kilchberger Bahnhofstraße ist in der jüngsten Vollzugsmeldung keine Rede mehr.

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13.12.2012, 12:00 Uhr

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