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Holzhausen · Fußball-Landesliga

Wie ein Taifun

Der FC Holzhausen zerlegt den Tabellenvierten Spvgg Holzgerlingen im heimischen Panoramastadion mit 8:1.

16.09.2019

Von Jürgen A. Klemenz

Traf zweimal beim Kantersieg: der Holzhauser Pascal Schoch (rechts). Bild: Ulmer

Holzgerlingens Trainer Martin Oßwald stand nach den 90 Minuten ein bisschen verloren am Mittelkreis, blickte ins Leere und wusste nicht so recht, was in den vorangegangenen 90 Minuten über sein Team hereingebrochen ist. „Ich weiß nicht, ob ich schon jemals so hoch verloren habe“, sagte Oßwald. Wie ein Taifun war der FC Holzhausen über die Spvgg hinweggefegt und gewann auch in der Höhe hochverdient mit 8:1 (6:1) - und schrammte dabei nur knapp an einem zweistelligen Sieg vorbei. Janik Michel traf dreimal, Pascal Schoch und Marc Wissmann je zweimal und Dominik Bentele einmal. Ein Schönheitsfehler war lediglich der zwischenzeitliche Gegentreffer durch Patrick Orifiamma zum 1:5 in der 39. Minute.

Holzhausen war vor allem gegenüber der ersten Halbzeit vom Spiel in Nagold nicht wiederzuerkennen. „Das wollten wir vergessen machen. Wir haben heute die richtige Reaktion gezeigt“, sagte ein zufriedener FC-Trainer Martin Kiefer. Keine zehn Minuten brauchte der FC, um so richtig ins Rollen zu kommen, nachdem „wir es bis dahin ganz gut gemacht haben“, sah Martin Oßwald die ersten Minuten als gar nicht so schlecht von seiner Elf an: „Dann kriegen wir das 1:0 und das Ding nahm seinen Lauf.“

Dieses 1:0 nach acht Minuten war typisch für die Holzhauser Spielweise an diesem Tag. Ballgewinn im Mittelfeld, blitzschnelles Umschalten von Janik Michel auf Pascal Schoch, der lief Innenverteidiger Alex Thies davon und ließ Torwart-Routinier Malte Bonertz nicht den Hauch einer Chance. Das 2:0 sollte nicht lange auf sich warten lassen. Eine Hereingabe von Dominik Bettele von der rechten Seite verwandelte Marc Wissmann ins kurze Eck (16.).

In der 32. Minute waren gleich drei Holzhauser frei im Strafraum. Zwar wurde der Schuss von Janik Michel noch abgeblockt, aber Dominik Bentele beförderte mit trocken Flachschuss den Ball ins Netz. Nur zwei Minuten schloss Janik Michel ein Solo gegen die ihre Abwehrarbeit einstellenden Gäste zum 4:0 ab. Holzgerlingen hatte kaum Luft geholt, da schepperte es schon wieder. Das 5:0 war ein Bilderbuchangriff und der am schönsten herausgespielte Treffer des Tages. Nach Ballgewinn auf der linken Seite spielte Mark Wissmann mit Janik Michel in hohem Tempo einen doppelten Doppelpass, Michel vollendete zum 5:0. Pascal Seil bescherte den Gästen dann das 5:0. Wohl im Übermut über seine bis dahin sehr starke Leistung auf der Sechs vor der Abwehr ging er gegen drei Mann in den Zweikampf und probierte es mit einem Sohlendreher a la Zinédine Zidane, was misslang. Patrick Orifiamma bedankte sich mit dem 5:1 (39.). Doch unmittelbar vor dem Pausenpfiff führte ein Konter über Pascal Schoch, der alleine vor Bonertz den Ball zu Marc Wissmann querlegte, zum 6:1.

Eigentlich überraschte die Holzhauser Dominanz ein bisschen, stand sich da doch der Tabellenzweite und der Vierte gegenüber. Zumal Holzhausen umbauen musste. Riccardo Spataro, Fabio Pfeifhofer und Domenico Mosca standen nicht in der Startelf, zudem hat sich im Abschlusstraining Patrick Detta erneut am Knie verletzt und konnte danach nur an Krücken laufen. Holzhausen hat die Ausfälle erstaunlich gut weggesteckt. In der Innenverteidigung spielten Marius Oberle und Mario Gericke, dazwischen gestaltete Julian Obere den Spielaufbau. Auffällig war zudem, dass die diversen FC-Dribbler, die es sonst ab und an übertreiben, gestern schnörkellos und schnell nach vorne spielten und so die Gästemannschaft ein ums andere Mal überrumpelten.

Nach der Pause war der Fuß zwar nicht mehr 45 Minuten auf dem Gaspedal, dennoch spielte sich Holzhausen noch weitere Chancen und noch zwei Tore heraus. In der 59. Minute fing Janik Michel einen misslingen Bonertz-Abschlag 35 Meter vor dem Tor ab, spazierte dann durch drei Mann hindurch, spielte den Keeper auch noch aus - und es stand 7:1. Den 8:1-Schlusspunkt leitete ein 40 Meter-Diagonalpass des eingewechselten Domenico Mosca auf Jochen Frey ein. Der pfeilschnelle Außenverteidiger setzte sich rechts durch, stürmte in den Strafraum und passte zum freien Pascal Schoch, der nur noch den Fuß hinzuhalten brauchte. In der Folge gingen die Holzhauser ein bisschen fahrlässig mit weiteren Hochkarätern um, und in der 85. Minute hatte der mittlerweile 34-jährige Bonertz, der 2003 beim VfB Stuttgart das Tor der A-Junioren hütete, eigentlich sein erstes Erfolgserlebnis. Denn da fischte er einen Kopfball-Aufsetzer von Michel von der Linie.

FC-Trainer Kiefer freute sich: „Wir waren gallig, wir haben die Tore gut herausgespielt, alle vier eingewechselten Spieler waren sofort da. Das war heute das Ergebnis einer sehr guten Trainingswoche.“

FC Holzhausen: Fritz, Ramic (69. Plocher), Marius Oberle, Gericke (63. Jungebloed), Frey, Julian Oberle (63. Mosca), Seil (75. Zwetsch), Wissmann, Michel, Bentele, Schoch.

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Erstellt:
16. September 2019, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
16. September 2019, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 16. September 2019, 01:00 Uhr

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