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Lästiges nebenbei erledigen

Wie eine App Verbrauchern beim Kündigen helfen kann

Aus einem Missgeschick eine Geschäftsidee machen - einem Münchner Unternehmer ist das gelungen. Eine vergessene Kündigung führte zur Plattform "Aboalarm", die Verbrauchern das Kündigen erleichtern soll.

03.11.2015
  • MIRIAM KAMMERER

München "Je schlechter das Produkt ist, desto schwerer ist es aus dem Vertrag herauszukommen," sagt der Gründer der Kündigungs-Plattform Aboalarm, Bernd Storm van's Gravesande. Viele Anbieter machen alles, um den Verbraucher zu halten. Als Beispiel nennt er die Datingplattform "Date4more".

Zum Jahresende nehmen sich viele Verbraucher vor, ihre Verträge durchzugehen, Unnötiges zu kündigen und Unpassendes zu verändern. Viele belassen es beim bloßen Plan, denn kündigen wird häufig als lästig empfunden, hat Storm van's Gravesande beobachtet.

Ihm und seiner Frau erging es im Jahr 2008 ähnlich. Die Bahncard sollte gekündigt werden, doch irgendwie sei das untergegangen. Das versäumte Kündigungsschreiben - eine kostspielige Angelegenheit. Danach habe er Recherchen angestellt: im Internet und bei Bekannten. Er hat festgestellt, dass seine Familie mit dem Problem nicht allein ist, und viele Nutzer Unterstützung suchen beim Thema Kündigung.

So kam es zu Aboalarm. Auf der Homepage gibt es kostenfrei Vorlagen für Kündigungen. Seit 2011 gibt es eine App. Der Vorteil des Angebots liege darin, dass ein lästiges Thema nebenbei erledigt werden könne, sagt der Erfinder. Auch Kündigungserinnerungen können eingestellt werden. Wer möchte kann seine Kündigungen auch durch Aboalarm erledigen lassen, das kostet mit der App pro Kündigung 99 Cent, auf der Website ist das etwas teurer. Aboalarm gebe eine Kündigungsgarantie und übernehme bei Formfehlern die Folgekosten, wirbt der Gründer für sein Produkt. Den Verbrauchern scheint der Service zu gefallen: 1,2 Mio. mal wurde die App heruntergeladen.

Welche Schwierigkeiten gibt es denn allgemein bei Kündigungen? Katharina Brugger von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erklärt, dass viele Verträge per Mausklick geschlossen werden, aber nur in Schriftform mit einer Unterschrift gekündigt werden können. "Besonders schwer haben es Kunden im Bereich Mobilfunk und Telekommunikation aus Verträgen herauszukommen," sagt Storm van's Gravesande. Das liege auch daran, dass in dem Bereich besonders viel gewechselt werde. Auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg bestätigt, dass Anbieter bei Mobilfunk- und Internetverträgen besonders hartnäckig seien. Hier werden Kunden oft nach der Kündigung angerufen, um sie mit neuen Angeboten wieder zurückzugewinnen.

Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hält Apps wie Aboalarm für grundsätzlich hilfreich, um einen Überblick zu behalten, gibt aber zu bedenken, dass dadurch bei der Kündigung zusätzliche Kosten entstehen können und dass man eine Menge persönlicher Daten preisgebe.

Das Verbraucherportal Finanztip hat Aboalarm zum besten Kündigungsdienst im Netz gekürt. Die Website hat die juristische Prüfung zum Datenschutz bestanden und funktioniere schnell und unkompliziert. Neben Aboalarm haben nur die Seiten Kündigen.de und Vertragslotse.com die Prüfung zum Datenschutz bestanden.

Für Storm van's Gravesende steht der nächste Schritt schon fest: Aboalarm wird in mehrere Fremdsprachen übersetzt. So wolle man "maximalen Service" auch für Migranten bieten. Das sei eine Zielgruppe, die es ohnehin in dem Bereich schwer habe.

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03.11.2015, 12:00 Uhr

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