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Kommentar

Wie gesund ist der Sport?

Die Ungewissheit bleibt: Der Dußlinger Fußballer, der am vergangenen Sonntag bei einem Kreisliga-Kick seiner Sportfreunde einen Herzstillstand erlitten hat, liegt noch immer auf der Intensivstation. Sein Zustand sei weiterhin ernst, berichtet Harry Eiche, der Vorsitzende der Sportfreunde: „Wir machen uns große Sorgen“.

09.09.2012
  • Hansjörg Lösel

Die Dußlinger haben sich dennoch entschlossen, am Wochenende zu ihren nächsten Liga-Spielen anzutreten. Die Mannschaft habe sich dafür ausgesprochen, sagt Eiche.

Ein junger Mann, der Dußlinger Fußballer ist noch keine 30 Jahre alt, bricht beim Sport zusammen – die lokale Kicker-Szene ist geschockt. Erinnerungen werden wach ans Jahr 1997, als der Reutlinger SSV-Fußballer Emanuel Nwanegbo verstarb. Ans Frühjahr 2004, als zunächst ein Kicker des TSV Pliezhausen und wenige Wochen später ein Schwenninger Landesliga-Fußballer auf dem Platz zusammenbrachen.

„Jeder Fall ist einer zu viel“, sagt Christof Burgstahler, Kardiologe an der Tübinger Sportmedizin. Angesichts der Millionen von Freizeitsportlern in Deutschland sei die Zahl der Fälle von Herzproblemen beim Sport glücklicherweise relativ klein.

Dennoch rät Burgstahler zur Prävention: Wer sich entschlossen hat, Sport zu treiben, sollte sich unbedingt vorab untersuchen lassen! Das gilt vor allem für Wiedereinsteiger. „Das muss nicht gleich bei der Sportmedizin sein – einfach mal zum Hausarzt gehen“, sagt Burgstahler. Im Leistungssport sind diese Untersuchungen bei vielen Verbänden Pflicht, gerade im Nachwuchsbereich. Und doch ist es gelegentlich nicht einfach für die Mediziner, Sportler zu einer Pause zu überreden. Speziell bei Leistungssportlern finden sie vor wichtigen Wettkämpfen nicht immer Gehör. „Da kann man nur an die Vernunft appellieren“, sagt Burgstahler. Aber auch Hobbysportler packt oft der Ehrgeiz, manch einer will trotz Grippe kein Training versäumen.

Ist Sport unbedenklich? Die Frage lässt sich nicht eindeutig beantworten. Der Saarbrücker Sportmediziner Tim Meyer, der auch die Fußball-Nationalmannschaft betreut, will mit einer Online-Datenbank die tatsächliche Größenordnung plötzlicher Todesfälle beim Sport untersuchen. Auf der Seite www.scd-deutschland.de werden plötzliche Todesfälle von Wettkampf- und Freizeitsportlern in Deutschland seit dem Frühjahr 2012 erfasst. Bei aller Tragik der Einzelfälle sind sich die Kardiologen aber einig, dass regelmäßige sportliche Aktivität nicht schadet. „Man sollte nicht den Schluss ziehen, überhaupt keinen Sport mehr zu treiben“, sagt Burgstahler, „statistisch gesehen leben Sportler länger.“

Glücklicherweise waren am Sonntag zwei ausgebildete Rettungskräfte in Dußlingen, sie leisteten noch vor dem Eintreffen des Notarztes Erste Hilfe. Sportlern wie Nicht-Sportlern rät Burgstahler deshalb dringend, regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse aufzufrischen. „Ich sage meinen Studenten immer, wenn sie nur einmal im Leben etwas davon anwenden können, hat sich das Seminar schon gelohnt“.

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09.09.2012, 12:00 Uhr

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