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Wie lange hält Boom bei der Windkraft an?
120 Windkraftanlagen sind 2016 im Land ans Netz gegangen. Foto: Giacinto Carlucci
Energie

Wie lange hält Boom bei der Windkraft an?

Lobbyisten freuen sich über die aktuellen Zahlen, sehen die neuen Rahmenbedingungen aber skeptisch.

17.01.2017
  • ROLAND MUSCHEL

Stuttgart. Von „überragenden Zahlen“ spricht Christian Oberbeck, der Landeschef des Bundesverbands WindEnergie (BWE), mit Blick auf die 120 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 335 Megawatt, die in Baden-Württemberg 2016 ans Netz gegangen sind. In den Jahren 2012 bis 2014 waren je nur rund zehn Anlagen, 2015 dann 52 in Betrieb gegangen. Relativ spät mache sich nun bemerkbar, dass die damalige grün-rote Landesregierung 2011 den „Hebel umgelegt“ habe.

In die Freude der Windlobbyisten mischt sich die Sorge, ob der Boom anhält. Denn das bisherige Fördersystem mit Festpreisen wird umgestellt auf europaweite Ausschreibungen, die sich für Betreiber und Investoren schwerer kalkulieren lassen. „Die Planungssicherheit, die wir bis Ende 2016 hatten, ist weg“, klagt Oberbeck. Zudem hat die Bundesregierung die Ausbauziele gesenkt, 2800 Megawatt sollen künftig pro Jahr in Deutschland zugebaut werden. Um die klimapolitischen Ziele der Bundesregierung zu erzielen, wären 4500 bis 5000 Megawatt notwendig, sagt BWE-Bundeschef Hermann Albers. Er hofft daher darauf, dass Berlin die Ausbauziele noch nach oben korrigiert – auch mit Blick auf die 9500 Arbeitsplätze, die im Südwesten an der Windenergie hängen.

Bis mindestens Mitte 2018 dürfte der Boom aber noch anhalten. Denn bis Ende 2016 sind im Südwesten auch 209 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 650 Megawatt genehmigt worden, die nun bis spätestens Ende 2018 noch nach den Regeln des alten Fördersystems gebaut werden können. Die neuen Ausschreibungsregeln gelten für alle Anlagen, die seit Anfang 2017 beantragt werden. Der BWE fürchtet, dass mit dem neuen System Ausbauziele verfehlt werden könnten. Die Erfahrung anderer Länder zeige, dass rund die Hälfte der ausgeschriebenen Projekte gar nicht umgesetzt werde, da strategische Bieter mitmischten, die möglicherweise mit gar nicht realisierbaren Preisen der Konkurrenz nur das Leben schwer machen wollten. Roland Muschel

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17.01.2017, 06:00 Uhr

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