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Sehen und gesehen werden - wichtig ist nicht nur gutes Licht

Wie man mit dem Fahrrad sicher durch den Winter kommt

In den letzten zwei Wochen erreichten das TAGBLATT vermehrt Klagen in Leserbriefen über Radler ohne Licht. Doch gute Beleuchtung ist nicht das einzige, worauf Fahrradfahrer in den kommenden Monaten achten müssen. Wir haben Tipps für das Radfahren im Winter gesammelt.

24.11.2014
  • Lorenzo Zimmer

Tübingen. Im hügeligen Tübingen bekommt man als Radler auf der Haußer- oder der Doblerstraße schnell einen Mordszahn drauf. Richtig gefährlich wird es, wenn Laub auf der Fahrbahn liegt oder der Untergrund nass oder vereist ist. Hinzu kommen Gefahren durch Gegenverkehr und achtlos geöffnete Fahrzeugtüren, die von der Jahreszeit unabhängig sind. Das führt auch der Pedelec-Unfall vor wenigen Wochen am Schnarrenberg vor Augen. Bei ihm wurde ein 51-jähriger Mann lebensgefährlich verletzt.

Wie kann man das Unfallrisiko als Radfahrer gerade im Winter verringern? „Zumindest Profilreifen, wenn nicht gar Reifen mit Spikes würde ich jedem empfehlen“, sagt Paul Trautwein vom Fahrradladen Trautwein unter dem Holz. „Mit Montage kosten zwei Spikereifen etwa 120 Euro – eine Anschaffung, die mehrere Jahre hält.“ Pflicht sei eine besondere Bereifung jedoch nicht, sagt Josef Hönes, Sprecher des Polizeipräsidiums in Reutlingen: „Die Polizei prüft lediglich, ob das Fahrrad vorschriftsmäßig mit Licht ausgestattet ist.“

Sebastian Dold von Rad und Tat in der Belthlestraße sagt: „Licht ist nicht gleich Licht. Da hat sich in den letzten Jahren unheimlich viel getan.“ Ratsam sei in jedem Fall ein Nabendynamo, der gerade bei schwierigen Wetterverhältnissen viel zuverlässiger sei als der klassische Seitenläufer. Standlicht, Tagfahrlicht mit hohem Streufaktor, Kurvenfahrlicht, Abblendlicht, Bremslichtfunktion – all dies kommt inzwischen auch am Fahrrad zum Einsatz.

Aber nicht nur der Radler selbst ist für seine Sicherheit verantwortlich: Die Stadt Tübingen hat eine gesetzliche Räumpflicht. „Seit letztem Jahr haben die Hauptachsen des Radwegnetzes die höchste Dringlichkeitsstufe“, sagt Rainer Kaltenmark, Leiter des Ordnungsamtes. Gemeinsam mit den Busspuren und den Hauptverkehrsstraßen werden auch die wichtigsten Radwege im Räumplan als erstes berücksichtigt. „Ich fahre auch 365 Tage im Jahr Fahrrad – wichtig ist dabei Kleidung mit Reflektoren und ein Helm. Außerdem muss das Fahrrad auf einem vernünftigen technischen Stand sein“, sagt Kaltenmark.

Frank Heuser vom Tübinger Kreisverband des Verkehrsklubs Deutschland (VCD) sagt: „Radler, aber vor allem Eltern von radelnden Kindern, meinen, dass das Thema Sicherheit erledigt ist, wenn sie ihrem Sprössling einen Helm aufsetzen.“ Aber das sei ein gefährlicher Irrtum.

Fahrradpflege habe nicht nur einen Sicherheitsaspekt: „Häufiges Schmieren der Kette und eine regelmäßige Reinigung des ganzen Drahtesels mit einem Dampfstrahler sorgen dafür, dass das Rad länger hält“, sagt Heuser. Denn gerade bei Wind und Wetter leide das Rad, wenn man es nicht pflegt.

Wie man mit dem Fahrrad sicher durch den Winter kommt
So kann es schnell gefährlich werden: Radler ohne Licht und bei Nässe auf der Eberhardsbrücke. Das Bußgeld für das Fahren ohne Licht beträgt 20 Euro.Bild: Metz

Während die Polizei im Jahr 2012 noch 179 Unfälle im Kreis Tübingen mit der Beteiligung eines Radfahrers aufnahm, waren es 2013 noch 159. Dies entspricht einem Rückgang von 11 Prozent. Dabei war laut Polizeibericht in mehr als der Hälfte der Fälle der Radfahrer am Unfall schuld. Als Hauptursachen nennt die Polizei neben Stürzen ohne Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer das Nichtbeachten der Vorfahrt anderer, das Benutzen der falschen Fahrbahn oder technische Mängel am Fahrrad.
Im Kreis Reutlingen ist die Zahl von 252 Unfällen im Jahr 2012 auf 254 im Jahr 2013 leicht gestiegen. Im ganzen Land Baden-Württemberg sind die Unfälle mit Radler-Beteiligung von 9133 (2012) auf 8916 (2013) gesunken – dies entspricht einem Minus von 2,37 Prozent.

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24.11.2014, 12:00 Uhr

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