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Der Kaffee „tü go“ kommt

Wiederverwendbare Kunststoffbecher sollen den Müll in Tübingen reduzieren

Tübingen soll sauberer und umweltfreundlicher werden. Dafür werden vom 30. April an mitgebrachte Mehrwegbecher in 13 örtlichen Lokalitäten mit Kaffee aufgefüllt. Als Anreiz, dieses Angebot wahrzunehmen, wird es einen Rabatt für die Nutzer von Mehrwegbechern geben.

18.04.2016
  • Michael Bösel

Tübingen.„Eigenen Becher mitbringen, Umwelt schonen und Geld sparen.“ Unter diesem Motto will das Aktionsbündnis „Müllarmes Tübingen“ die Stadt sauberer machen. Mit Mehrwegbechern soll die Vermüllung durch die Einweg-Pendants reduziert werden. Das Projekt wurde „tü go – besser bechern“ getauft. Im Bündnis arbeiten Stadt, Universität, Wirtschaftsförderungsgesellschaft, Handel- und Gewerbeverein, die Tübingen erleben GmbH, die Velo-Carrier GmbH sowie eine Studierendeninitiative zusammen.

Die Organisatoren begründen ihre Initiative mit Zahlen: Geschätzt 2,9 Millionen Kaffee-Einwegbecher werden in Tübingen jährlich verkauft. Pro Einwohner sind das 34 Becher im Jahr. „Benötigt werden dafür 70 Tonnen Holz, 33 Tonnen Rohöl, 1,5 Millionen Liter Wasser und 340 Megawattstunden Energie“, sagt Bernd Schott, Umwelt- und Klimaschutzbeauftragter der Universitätsstadt Tübingen. Außerdem sind die Einwegbecher nicht recyclebar.

„Allein in der Altstadt sind es über 50 Betriebe, die ihren Kaffee in Einwegbechern ausgeben“, sagt Hans-Peter Schwarz von der Tübingen erleben GmbH. Alle habe man angeschrieben und versucht, sie von dem Projekt zu überzeugen.

Mit den „Keep Cups“ will das Bündnis die Einwegbecher zurückdrängen. Für 7,95 Euro gibt es den Becher in allen teilnehmenden Geschäften zu kaufen. Zur Herstellung werden recyclebare Kunststoffe verwendet. Sieben verschiedene Farben gibt es, die man frei kombinieren und so seinen eigenen Becher zusammenstellen kann.

Momentan ziert alle noch das Uni-Logo, doch es sei geplant, dass die Unternehmen bald auch Becher mit ihrem eigenen Logo anbieten können. 3500 solcher Becher wurden bereits verkauft.

„Der Kunde geht mit seinem Mehrwegbecher in eines der teilnehmenden Geschäfte, stellt ihn auf dem Tresen ab, der Verkäufer schenkt den Kaffee ein und der Kunde nimmt sich seinen Becher anschließend wieder“, sagt Hans-Peter Kern von der Stabsstelle Klimaschutz der Universitätsstadt Tübingen. So wäre auch die nötige Hygiene gewährleistet. Das habe man sich auch vom Wirtschaftskontrolldienst bestätigen lassen. In Selbstbedienungsgeschäften wird es Hinweisschilder geben, dass die Mehrwegbecher nur frisch gespült benutzt werden dürfen.

Wer sich für einen Kaffee im Mehrwegbecher entscheidet, bekommt einen Rabatt, der mindestens 20 Cent beträgt. Wie viel Nachlass sie darüber hinaus gewähren, entscheiden die Betriebe selbst. So gibt es im Café Willi zum Beispiel 50 Cent Rabatt. 13 Cafés und Läden machen bisher bei dem Projekt mit, aber das Bündnis hofft, in Zukunft noch mehr überzeugen zu können.

Wenn alles klappt und das Angebot angenommen wird, dann sollen über 40 Tonnen Müll im Jahr gespart werden. Bernd Schott ist sicher, dass die Stadt ohne die weggeworfenen Einwegbecher wieder „ein Stück schöner wird“.

Wo man in Tübingen bald „besser bechern“ kann

Café Willi, Wilhelmstraße 8; Ribingurumu, Mühlstraße 20; Il Dolce, Metzgergasse 6; Naturkostladen „Im Schafbrühl“, Berliner Ring 65; Hofkonditorei Röcker, Neckargasse 16-20; Buchkaffee Vividus, Beim Nonnenhaus 7; La Dolce Vita, Neckargasse8; Marktladen, Europaplatz 2; Silberburg am Markt, Wienergäßle1; Kalender, Gartenstraße1; Schwarzes Schaf, Pfleghofstraße 10; Chocolat, Kirchgasse 9; Bürger- und Verkehrsverein (nur Becherverkauf), An der Neckarbrücke 1.

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18.04.2016, 17:30 Uhr

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