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Mehr als eine Stätte für die Lehre

Willkommen für die Erstsemester

Mit herzlichen Worten und dem Wunsch nach engagierter Mitarbeit begrüßte das Rektorat der Uni Tübingen gestern Abend die neuen Studenten. Zudem gab es aus Lehre und Studentenschaft zwei Preise für Engagement.

15.10.2010
  • Kathrin Schoch

Tübingen. Mit einem „großen Bahnhof“ wurden die Erstsemester gestern zum Tag der Universität in der Neuen Aula willkommen geheißen. So nannte es jedenfalls Rektor Bernd Engler in seiner Begrüßungsrede.

Es war ein Empfang, der angesichts der feierlichen Umgebung – im Festsaal und mit Musikstücken der Studentenphilharmonie – so manchen Neuling zunächst eher einschüchtern, denn entspannt ankommen lassen mochte. Doch Engler, die Prorektoren und der Kanzler wurden nicht müde, den Studienanfängern Mut zuzusprechen und sie zu viel Engagement aufzufordern.

Mit Blick auf die internationalen Wettbewerber und die starke Fokussierung auf das Einwerben von Drittmitteln drohten die Studenten manchmal ins Hintertreffen zu geraten, sagte Engler. Immer wieder werde die Universität aber daran erinnert, dass Lehre und Forschung gleichermaßen wichtig seien. Die jüngsten Proteste zur Bildungspolitik hätten deutlich gemacht, dass das System der Lehre defizitär sei und das System der Ausbildung zu stark verschult, sagte Engler. „Wir haben versucht, manches zu verbessern, vieles ist aber auch weiterhin verbesserungswürdig.“

Er rief die Studenten dazu auf, sich zu engagieren, Dinge zu hinterfragen und den Mut zu haben, Kritik laut zu äußern. „Engagieren Sie sich, nutzen Sie die neuen Freiheitsgrade“, rief er und bezog sich auf Auslandssemester und Mitarbeit in Initiativen. Die Universität sei schließlich mehr als eine bloße Stätte von Forschung und Lehre.

Überfordern sollten sich die Erstsemester jedoch nicht, mahnte er: „An der Uni ist weniger manchmal mehr.“

Wie studentisches Engagement funktioniert und wie sich Studenten ins Uni-Leben einbringen können, das machten an diesem Abend zwei Beispiele deutlich: Seit acht Jahren gibt es die Studierenden-Initiative „Internationales Tübingen – StudIT“. Die Mitglieder kümmern sich um die Integration von ausländischen Studenten. Für ihr Engagement erhielten sie gestern den neu ins Leben gerufenen und mit 2500 Euro dotierten Sonderpreis für studentisches Engagement.

Das Besondere an StudIT sei, so Prorektorin Stefanie Gropper in ihrer Laudatio, dass es sich nicht um eine einmalige Betreuung zu Semesterbeginn handle, sondern dass die Tübinger Studenten in einem Mentorenprogramm ausländische Kommilitonen das ganze Semester über begleiten. Dazu gehören regelmäßige Treffen, Beratungen, eine wöchentliche Sprechstunde und gemeinsame Exkursionen. „Wir zeigen den Studenten, wo es die besten Kässpätzle gibt“, sagte Benjamin Grotepaß, einer der Aktiven bei StudIT mit einem Grinsen.

Auf studentisches Engagement angewiesen war auch Dr. Andreas Hoffmann, der diesjährige Träger des mit 3000 Euro dotierten Lehrpreises: Der Sportwissenschaftler entwickelte mit Unterstützung von Studenten eine neue Lehrveranstaltung für angehende Sportlehrer. Darin werden soziale Kompetenzen trainiert. Hoffmann verknüpft kognitive Übungen und das Erlernen von Entspannungsverfahren für Stresssituationen mit Rollenspielen. Für das neue Lehrangebot wurden aus Studiengebühren Videokameras angeschafft. Die Verzahnung von Forschung und Lehrinhalten sei ihm bestens gelungen, lobte Rektor Engler den Sportwissenschaftler. Studenten würden so optimal auf ihre spätere Arbeit vorbereitet.

Hoffmann dankte seinen Studenten für ihre Unterstützung. An die Erstsemester appellierte er, ihrem Beispiel zu folgen. „Es fällt so oft das Stichwort Schlüsselkompetenz. Nutzen Sie die Chance, sich einzubringen, geben Sie Anregungen zur Lehre – das hat mir geholfen, meine Lehrveranstaltung zu entwickeln.“

Im Anschluss an die feierliche Begrüßung konnten sich die Erstsemester in den Wandelhallen der Neuen Aula und beim Alternativen Dies gegenüber im Clubhaus über studentische Initiativen informieren.

Willkommen für die Erstsemester

Willkommen für die Erstsemester
Sie betreuen ausländische Studenten und erhielten dafür den Sonderpreis der Uni Tübingen für studentisches Engagement (v. l.): Linda Klein, Cathrine Bitzer, René Springmeier, Teresa Müller, Benjamin Merkle und Benjamin Grotepaß. Bilder: Sommer

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15.10.2010, 12:00 Uhr

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