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Wintereinbruch: Obstbauern sprechen von Katastrophe
Viele Äste brachen wie hier bei Geislingen unter der Last des Schnees ab, zahlreiche Straßen waren gesperrt. Foto: Markus Sontheimer
Kälte

Wintereinbruch: Obstbauern sprechen von Katastrophe

Landwirte fürchten um ihre Existenz, Züge müssen stoppen, Bäume brechen. Heftige Schneefälle setzen Baden-Württemberg zu.

27.04.2017
  • MIT DPA

Ulm. Ein heftiger Wintereinbruch hat Landwirte und Reisende in Teilen Baden-Württembergs schwer getroffen. Vor allem auf der Schwäbischen Alb, um Reutlingen und Biberach und im Alb-Donau-Kreis fielen bis zu 20 Zentimeter Schnee. „Das ist eine richtige Katastrophe“, sagte Hartwig Roth, Vizepräsident des Landesverbands der Erwerbsobstbauern, aus Fronreute bei Ravensburg. Er schätzt die Einbußen für seinen 100-Hektar-Hof auf eine halbe Million Euro. Zuerst seien vor allem Steinfrüchte wie Kirschen erfroren, gestern musste er den schweren Schnee von den Netzen schippen, die eigentlich vor Hagel schützen sollten. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte der 50-Jährige.

Kritisch sieht es nach Angaben von Geschäftsführerin Kathrin Walter auch bei den Erdbeeren aus. Bei Freilandkulturen werde mancherorts ein Totalausfall gemeldet. „Es gibt keinen Betrieb, der ungeschoren davon gekommen ist“, fasst sie die Lage der 3500 Mitglieder im Südwesten zusammen. Der Bauernverband beziffert die Ausfälle auf „Größenordnungen von 70 bis 80, zum Teil bis 100 Prozent“, sagte Verbandspräsident Joachim Rukwied dem SWR.

Auf die Reben habe sich der Schneefall „nicht weiter negativ“ ausgewirkt, sagte Hermann Hohl, Präsident des Weinbauverbands Württemberg. Aber nach den Folgen durch den Frost um den 20. April fürchtet er, dass auch jene Kulturen, die bisher nicht so stark betroffen waren, durch Minusgrade in den nächsten Tagen erheblich leiden könnten: „Es ist noch nicht alles überstanden.“ In Baden und Württemberg ist wohl von einem Viertel der 28 000 Hektar Rebfläche kein nennenswerter Ertrag mehr zu erwarten.

Auf zahlreichen Bahnstrecken in Baden-Württemberg gab es Verspätungen durch die Schneemassen. Zur Hauptverkehrszeit waren nach Angaben der Deutschen Bahn in Stuttgart fünf Strecken betroffen. Bäume seien auf Gleise gestürzt und Oberleitungen beschädigt worden. Auf den Straßen ereigneten sich zahlreiche Unfälle.

mit dpa

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27.04.2017, 06:00 Uhr

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